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Morgen kommt der ...

Jahresendpoesie von Uwe Janssen Morgen kommt der ...

Heute kommt der Weihnachtsmann, hat so viel zu bringen. Hätte gern zwei Arme mehr, Wegerecht im Stadtverkehr und Kinder ohne Gegenwehr, die nicht so schief singen.

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Muss auch mal sein: Die Ode an den großen Geschenkebringer.

Quelle: Shutterstock

Heute kommt der Weihnachtsmann,
kommt mit seinem Schlitten
unbeleuchtet durch den Wald.
Er ist nicht mal angeschnallt.
Wenn die Polizei ihn krallt,
hat sich's ausgeritten.

Heute kommt der Weihnachtsmann
in die Blitzkontrolle.
War natürlich viel zu schnell
mit getuntem Fahrgestell.
Weihnachtsmann ist kriminell,
völlig von der Rolle.
 
Heute kommt der Weihnachtsmann
später zu den Kindern.
Sitzt im Polizeirevier,
hatte wohl auch noch zehn Bier,
sitzt den ganzen Abend hier
 – lässt sich nicht verhindern.

Heute kommt der Weihnachtsmann
in Erklärungsnöte.
Kinder fragen: Kommt der bald?
Eltern wird das Essen kalt,
Papa ruft den Rechtsanwalt,
Mama spielt Blockflöte.

Deshalb kommt der Weihnachtsmann
morgen und nicht heute.
Hat den Vollrausch ausgepennt.
Ist wieder so, wie man ihn kennt:
eloquent und effizient, eminent intelligent.

Wie er zu den Kindern rennt,
große Augen, Glücksmoment,
Entertainment exzellent
– ist halt ein Naturtalent.

Führerschein ist zwar absent,
Laufen ist ja eh im Trend.
Man sagt, er ist nicht existent.
Was wissen schon die Leute?

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