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Urlaubsziele I: Die Berge

In den Alpen mit Imre Grimm Urlaubsziele I: Die Berge

Sie haben plötzlich Urlaub, und keine Ahnung, wohin? Oder Sie haben eine Reise gebucht, und sich noch nicht intensiv mit Zielland und -leuten auseinandergesetzt? Kein Problem: Es folgt eine praktische Handreichung mit Urlaubsüberlebenstipps in mehreren Teilen.

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Urlaubsziele II: Das Meer

Ein ewiges Auf und Ab: Urlaub in den Bergen hält für Ungeübte ganz spezielle Herausforderungen bereit.

Quelle: RND

Hannover.  

Urlaub in den Bergen ist eine feine Sache. Vorausgesetzt, man mag Urlaub in den Bergen. Aber bitte bedenken Sie: Zwei Drittel aller Menschen, die jemals von Vulkanen getötet wurden, lebten in Indonesien. Wählen Sie als Anfänger also besser einen kleinen Berg außerhalb von Indonesien. Kleine nichtindonesische Berge gibt es im Reisefachhandel schon ab 40 Metern Höhe.

Wann Berge als “hoch“ gelten, hängt stark von der Umgebung ab. In Nepal zum Beispiel wäre ein 40 Meter hoher Berg ein sehr, sehr tiefes Loch. In Neuharlingersiel dagegen wäre ein 40 Meter hoher Berg ein weithin besungenes Wikingerheiligtum mit Besucherzentrum und Sechs-Euro-Cappuccino. Vor dem letzten Gipfelanstieg – der sogenannten “Bagalutenscharte“ – würden dort rüstige Rentner in Jack-Wolfskin-Plastikjacken und Trekkingsandalen noch einen Schluck aus dem Flachmann nehmen, denn je höher der Berg, desto flacher der Mann.

Man wandert sich rund

Insgesamt kann man in den Bergen sehr gut essen. Daher der Name “Rundwanderweg“. Man wandert sich quasi rund. Extra für Touristen wurden traditionsreiche Verzehranlässe geschaffen, zum Beispiel die “Pinzgauer Nockerln-Mast“ oder das “Ziegengrillfest in Golling an der Salzach“, wo man zu gegrillter Gämse gern handgesalzene Bergdohle reicht.

Diese ursprüngliche Armenspeise nennt sich “Schlopfnguschl“. Ihr kulinarischer Siegeszug führte sie bis auf die 20 Kilometer entfernte Seeklausalm. Dort kredenzt der 140 Jahre alte Seeklaus müden Wanderern gern eine zünftige Brotzeit mit selbst gezupftem Bartgeier und hausgebranntem Murmeltierschnaps.

Paket “Alpentradition II“

“Nicht der Berg ist es, den man bezwingt, sondern das eigene Ich“, sagte schon Everest-Bezwinger Sir Edmund Hillary. Lassen Sie sich also nicht bange machen von landestypischen Gepflogenheiten. Wirft Ihnen der Alpenmann noch vor dem ersten Hahnenschrei grunzend eine Mistgabel zu, ist das keine Aufforderung zum Duell.

Er erinnert sie bloß daran, dass sie das Paket “Alpentradition II“ gebucht haben und das Heuwenden beginnt. Antworten Sie mit einem kräftigen “Gut Heu!“ und tun Sie Ihre Arbeit. Denken Sie an das alte Motto des Freizeitalpinisten: “Wenn nicht jetzt – Wandern?“ Schönes Wochenende!

Nächste Woche: Urlaubsziele II – Das Meer.

Von Imre Grimm

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