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Sonntag Mode & Stil
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16:07 21.04.2017
Auch wenn dem Brautkleid bei Hochzeiten meist die größte Aufmerksamkeit zuteil wird, muss sich der Bräutigam modisch nicht verstecken. Tipps für einen stilvollen Auftritt vor dem Altar. Quelle: dpa
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Hannover

Welche Anzüge sind die Klassiker vor dem Traualter?

Natürlich kann er in jedem x-beliebigen Anzug vor den Altar treten, aber an diesem besonderen Tag darf es gerne deutlich festlicher, durchaus auch ein wenig extravaganter sein: Der Stresemann ist unter den ausgefalleneren Schnitten die solide Variante. Der nach dem Politiker der Weimarer Republik Gustav Stresemann benannte Anzug besteht klassischerweise aus einer schwarz-grau gestreiften Hose und einem dunklen Jackett mit nach oben breiter werdendem Revers.

Der Cutaway ist eine Weiterentwicklung des Gehrocks. Er ist länger geschnitten als der Stresemann und wird wie dieser mit einer schwarz-grau gestreiften Hose, Weste, Hemd und Krawatte, respektive ihrer extrabreiten Ausführung, dem Plastron, kombiniert.

Der Smoking hat ein Jackett mit einem Revers aus Seidensatin oder gerippter Seide und eine Hose mit einem seitlichen Streifen Seidensatin. Dazu trägt man Hemd mit Steh- oder Kläppchenkragen, teils auch mit Plissee an der Brustpartie. “Der Frack ist das Edelste, das der Bräutigam tragen kann“, sagt Petra Schreiber, Präsidentin des Bundesverbandes Farbe Stil Image. Er fällt dank auf Taille geschnittener Jacke mit knielangen Schwalbenschwänzen am Rückenteil ins Auge.

Was liegt derzeit im Trend?

Allen besonders festlichen Varianten zum Trotz: “Die meisten Männer wählen einen zeitgenössischen Anzug, den sie später weiter tragen können“, beobachtet Thomas Lenz, Inhaber eines Münchner Herrenmodengeschäfts. Im Trend liegen etwas kürzere Sakkos und schmale Schnitte für eine körperbetonte Silhouette. Auch bei der Farbe gibt es eine Tendenz: “Seit vergangenem Jahr sehen wir viele Blau-Töne, von Petrol bis zu einem hellen Stahlblau“, berichtet Schreiber. Wer es klassisch möchte, entscheidet sich aber für Schwarz.

Von dezent bis glamourös: Ob schmal geschnittener Anzug mit festlichen Accessoires (links), edler Cutaway oder gar Frack – das Hochzeitsoutfit des Bräutigams sollte ebenso bis ins kleinste Detail stimmen wie das der Braut. Quelle: Wilvorst Classics

Was macht aus einem zeitgenössischen Anzug einen Hochzeitsanzug?

Eine Hochzeitsweste verleiht dem alltäglichen Outfit das gewisse Etwas. Im Unterschied zu einer herkömmlichen Weste ist sie auffälliger gestaltet. “Es gibt schöne Designs, florale Dekore, Musterungen oder feine Stickereien“, sagt Stilexpertin Schreiber.

Aufwerten lässt sich der Look auch durch ein Plastron, das die unauffälligere Krawatte ersetzt. Wer es dezenter mag, mache aber auch mit der schmaleren Variante nichts falsch, sofern sie akkurat gebunden ist und nicht zu locker sitzt. Nicht fehlen dürfen die Boutonnière, das farblich zum Brautstrauß passende Anstecksträußchen, sowie das Einstecktuch.

Braun zu Schwarz? Welcher Schuh muss es sein?

Der Schuh ist am besten dunkler oder zumindest genauso dunkel wie der Anzug. “Mit schlankem, schwarzem Lederschuh ist man immer gut dabei“, findet Schreiber. Zum Smoking darf es gern auch ein edler Lackschuh sein. Am besten kauft man sie einige Wochen vor der Hochzeit, um sie einlaufen zu können. Seidene Kniestrümpfe sind Pflicht, denn der Bräutigam sollte auch im Sitzen kein Bein zeigen.

Gibt es Dresscodes für die extravaganteren Anzüge?

Sowohl der Cutaway als auch der Stresemann werden streng genommen nur tagsüber getragen. Der White sowie der Black Tie – also Frack und Smoking – sind wiederum Abendgarderobe. Aber: Auf Hochzeiten mit späterem Starttermin muss man sich nicht extra umziehen. Beide dürfen auch schon ab 16 Uhr getragen werden. Allerdings sollte der Anzug zum Kleid der Braut passen: “Während die Braut beim Smoking auch ein kürzeres Kleid tragen darf, muss es bodenlang sein, wenn der Mann Frack trägt“, erklärt Schreiber. Und auch die Hochzeitsgesellschaft sollte entsprechend festlich gekleidet sein. Allerdings ist die Location zu berücksichtigen: Allzu aufgerüschte Outfits passen nicht recht in eine Scheune.

Wer sich für die Abendanzüge entscheidet, sollte sie richtig tragen. So sind zum Smoking eine selbst gebundene Schleife und der Kummerbund, eine Leibbinde, Pflicht. Gewiss, ohne Aufwand kommt kein Bräutigam unter die Haube. Aber nach der Hochzeit kann er ja wieder in T-Shirt und Lieblingsjeans schlüpfen.

Von Jana Illhardt

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