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Das letzte Spiel der glorreichen Sieben

“Lyngk“ im Spieletest Das letzte Spiel der glorreichen Sieben

Mit “Lyngk“, dem ersten neuen Spiel seit zehn Jahren, findet die Reihe abstrakter Zwei-Personen-Spiele des Belgiers Kris Burm nun ihren krönenden Abschluss.

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“Lyngk“ bezieht sich auf das englische “Link“, also Verknüpfung – und genau darum geht es hier.

Quelle: Huch & Friends

Hannover. Vollendet! Seit 1991 arbeitet der Belgier Kris Burm an seinem “Projekt Gipf“, einer Reihe abstrakter Zwei-Personen-Spiele mit seltsamen Fantasienamen, die – manchmal mehr assoziativ als durch Regeln – Bezug aufeinander nehmen. Fünf der sechs Titel wurden von der Jury “Spiel des Jahres“ empfohlen, vier stehen immer noch in den Top Ten abstrakter Spiele auf der international bedeutsamsten Spiele-Webseite Boardgamegeek. Längere Zeit waren die Titel in Deutschland gar nicht erhältlich. Im vergangenen Jahr begann Huch & Friends, sie wieder neu aufzulegen.

Mit “Lyngk“, dem siebten Spiel und dem ersten neuen seit zehn Jahren, findet die Reihe nun ihren Abschluss – der Name erinnert nicht umsonst an das englische “Link“, Verknüpfung, geht es doch genau darum: Verbindungen herzustellen. Auf dem Gitternetz des aus Dreiecken zusammengesetzten Spielplans befinden sich Spielsteine in sechs Farben, die auch die sechs Vorgängerspiele repräsentieren sollen. Die weiß gesprenkelten “Gipf“-Steine dienen als Joker – nämlich wenn es darum geht, Türme aus fünf verschiedenfarbigen Steinen zu bilden und diese anschließend aus dem Spiel zu nehmen. Wer am Ende die meisten davon hat, gewinnt.

Taktische Herausforderung

Dazu bewegt man die Steine in gerader Linie über den Plan. Erst im Lauf der Partie sichert sich jeder Teilnehmer zwei Farben als seine eigenen; dann darf nur noch er entsprechende Steine bewegen oder aber Türme, auf denen oben die eigene Farbe liegt. Und: Man darf Steine dieser Farben als Eckpunkte von Zickzack-Bewegungen nutzen.

Die Räume werden immer weiter, die Bewegungsmöglichkeiten nicht unbedingt größer – mit jeder gewählten Farbe beschränken sich die Spieler selbst, rauben aber auch dem Gegner Optionen. Und da kein Turm eine Farbe mehr als einmal enthalten darf, kann man auch hier die Pläne des Gegenspielers vereiteln, indem man Steine besetzt, die der noch dringend bräuchte, aber nicht in dieser Konstellation.

“Lyngk“ ist rasch erklärt. Es lässt sich sehr intuitiv spielen, entpuppt sich aber zunehmend als taktische Herausforderung und bleibt doch eines der zugänglicheren Spiele der Reihe. Ein toller Abschluss, dabei auch hübsch anzusehen. Das Original-“Gipf“, eine Art “Vier gewinnt“ trifft “Abalone“, und das am höchsten gehandelte “Yinsh“ gehören sowieso in jede Sammlung. Und alle sieben Spiele nebeneinander adeln das ganze Regal.

Kris Burm: “Lyngk“. Huch & Friends, für zwei Spieler ab 13 Jahren, etwa 35 Euro.

Von Stefan Gohlisch

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