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Ton ab!

Mikrofone für Hobbyfilmer Ton ab!

Traumhafte Bilder – aber ein Klang wie aus dem Gully: Bei Tonaufnahmen schwächeln viele Camcorder, Kameras und Smartphones. Erst ein externes Mikro bringt angemessenen Sound. Neben dem richtigen Mikrofontyp spielen auch die Anschlüsse und die Stromversorgung eine Rolle.

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Edle Tropfen

Brillante Bilder, schlechte Tonqualität: Erst ein externes Mikro sorgt bei den meisten Kameras für professionelle Videos.

Quelle: Fotolia

Berlin. Hobbyfilmer können mittlerweile aus dem Vollen schöpfen: Neben dem klassischen Camcorder eignen sich auch Spiegelreflex- und Systemkameras sowie Smartphones zum Drehen. Während schon viele Einsteigermodelle scharfe und kontrastreiche Bilde in 4K-Auflösung liefern, hapert es selbst bei hochwertigeren Camcordern häufig am Ton. Hintergrundgeräusche sind kaum wahrnehmbar, Stimmen schwer verständlich. Abhilfe schafft hier nur ein externes Mikrofon.

“Es gibt grundsätzlich zwei Haupttypen sowie einige Spezialmikrofone“, erklärt Hans Ernst vom Fachmagazin “Videoaktiv“: „Richtmikros, die meist in Mono arbeiten, und Stereomikros.“ Beide könne man auf Kamera oder Camcorder stecken oder abgesetzt per Kabel betreiben. Zu den Spezialisten zählten Ansteckmikrofone für Interviews, auch Lavaliermikros genannt, Handmikros für Reporter oder spezielle Funkmikrofone.

Richtmikrofone verwendet man, um einzelne Signale wie Sprache oder bestimmte Geräusche aus der akustischen Umgebung herauszuheben. Stereomikrofone sind dazu da, die Räumlichkeit einer Umgebung akustisch einzufangen. Sie haben meist einen größeren Frequenzumfang, sodass sie sich auch für Musikaufnahmen eignen. Kombinierte Richt- und Stereomikrofone gibt es zwar, gute Modelle sind laut Ernst aber selten und recht teuer. Er rät zum Kauf von zwei separaten Mikrofonen.

Für jeden Anspruch

Für jeden Anspruch: Panasonic bietet für seine Spitzensystemkamera Lumix GH5 einen porfessionellen XLR-Aufsteckadapter für zwei Mikrofone.

Quelle: Panasonic

Im Consumerbereich verfügen fast alle Mikrofone über einen sogenannten 3,5-Millimeter-Miniklinken-Anschluss. Profimikrofone hingegen setzen auf den dreipoligen XLR-Stecker, der auch im Musikbereich verwendet wird. Und bei einigen Herstellerlösungen läuft die Verbindung über den Blitzschuh von Kamera oder Camcorder, auf den das Mikro aufgesteckt wird.

Beim Anschluss von Mikros an Handys gilt: “Das verwendete Mikrofon muss ein Signal in ausreichender Stärke abgeben, damit das Smartphone etwas damit anfangen kann“, erklärt Michael Stein vom Technikblog “Fragdenstein.de“. “Ist das nicht der Fall, hilft ein kleiner Vorverstärker.“ Der Stecker des Mikrofons muss der sogenannten TRRS-Beschaltung folgen – erkennbar an drei schwarzen Ringen am Klinkenstecker. “Wenn das Smartphone keine Buchse für ein Mikrofon hat, kann man einen Adapter benutzen“, so der Experte. Oder man verwendet Mikrofone für den Micro-USB-Anschluss eines Android-Smartphones oder den Lightning-Port von iPhones.

Neben der Art des Anschlusses ist ebenfalls entscheidend, wie das Mikrofon mit Strom versorgt wird. “Vor allem günstige Mikrofone nutzen keine Batterie, sondern werden übers Mikrofonkabel direkt aus der Kamera oder dem Camcorder mit der sogenannten Plug-in-Power gespeist“, erklärt Hans Ernst. Das Problem dabei: Ist die Kamera dazu nicht in der Lage, funktioniert das Mikrofon nicht. Nur dynamische Mikrofone brauchen keine Stromversorgung – dabei handelt es sich in der Regel um spezielle Reporter- oder Bühnenmikros für Musiker. Die meisten typischen Kameramikrofone werden aber mit einer eigenen Batterie betrieben und sind deshalb unabhängig vom Kameratyp einsetzbar.

Wer nur ein schnelles Filmchen mit dem Smartphone drehen will, ist hingegen mit kompakten Aufsteckmikros gut bedient, wie etwa vom australischen

Wer nur ein schnelles Filmchen mit dem Smartphone drehen will, ist hingegen mit kompakten Aufsteckmikros gut bedient, wie etwa vom australischen Hersteller Røde.

Quelle: Røde

Mikrofone mit XLR-Stecker werden von Proficamcordern über das Kabel mit der sogenannten Phantomspeisung versorgt. Prinzipiell keine qualitativen Abstriche muss man Ernst zufolge bei Funkmikrofonen hinnehmen. Die Funkübertragung kommt normalerweise mit einem Ansteck- oder einem Handmikrofon bei Interviews zum Einsatz. “Gute Richt- und Stereomikrofone für Kameras sind mit Kabelverbindung schon für rund 100 Euro zu haben, sehr gute Modelle ab 200 Euro. Empfehlenswerte Funk-Sets mit Mikro, Sender und Kameraempfänger sind teurer“, so Ernst. Mindestens 400 Euro seien hierfür einzuplanen.

Als Mikrofonalternative eignen sich digitale Audiorekorder, wenn man Ton und Bild zwar gleichzeitig, aber räumlich voneinander getrennt aufnehmen möchte, etwa bei einem Konzert oder um für eine Reportage Hintergrundatmosphäre einzufangen. Da Kamera und Mikro dabei jeweils eigenständig aufzeichnen, müssen Bild- und Tondateien allerdings beim anschließenden Schnitt synchronisiert werden. Das einstmals komplizierte Synchronisieren von Bild- und Tonspur erledigen viele Schnittprogramme inzwischen automatisch.

Kleine Rekorder lassen sich aber auch direkt auf der Kamera platzieren und ersetzen das interne Mikro. Besitzt die Kamera selbst keinen Mikrofoneingang, sind Rekorder der einzige Weg, um eine bessere Soundqualität zu erzielen. Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg empfiehlt als wichtiges Hilfsmittel zudem eine Mikrofonangel. Sie erlaubt es, auch weite Distanzen zwischen den Protagonisten und der Kamera zu überbrücken. Allerdings sollte man daran denken, dass trotz leichter Mikrofone und filigraner Bauweise durch die Hebelwirkung der langen Angel auf Dauer größere Kraftreserven notwendig sind.

Von Jochen Wieloch

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