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Was machen Finger ohne Spinner?

Alternativen zum Fidget Spinner Was machen Finger ohne Spinner?

Das Surren und Schnarren der Fidget Spinner ist inzwischen verstummt. Und womit spielt man im Büro als Nächstes? Jan Bojaryn hat das Internet gefragt – und den Spielwarenhändler um die Ecke.

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Fidget Spinner sind schon wieder out – genauso schnell, wie sie in Mode gekommen waren. Womit sollen sich rastlose Hände jetzt beschäftigen?

Quelle: Image Source

Hannover. Der Hype um die Finger-Spinner ist verraucht. Das merkt man auch im Spieleladen Capito in der Dresdner Neustadt. Zwar ruft das Aufstellplakat am Eingang immer noch die “Spin-Zone“ aus, eine Auswahl der schnell drehenden Spielzeuge liegt auch immer noch neben der Kasse. Aber Verkäufer Nils Buchhage weiß, wie die Aufmerksamkeitskurve verläuft: “Solche Sachen haben einen Peak. Dann geht es steil bergab.“

Im Internet drehen Themen schneller heiß und kühlen schneller runter. Sind sie aus dem Trend, dann interessiert sich keine Suchmaschine mehr dafür. Sie verschwinden einfach. Im Einzelhandel bleiben die Spielsachen dagegen liegen. Das wird beim Rundgang durch den vollgeräumten Laden deutlich. Hier schlummern Spielzeuge, die vor Jahren einmal der letzte Schrei waren.

Viele davon machen immer noch Spaß. Nils packt einen “Astrojax“ aus dem Regal, ein Trickspielzeug mit drei Kugeln an einer Schnur. Er lässt sie umeinander kreisen und hüpfen. Dann packt er sie wieder weg. Wer sie wiederentdecken will, der muss schon in den Laden kommen. Natürlich sind hier auch echte Klassiker vorrätig, die zuverlässig immer wieder in Mode kommen – etwa das gute, alte Jo-Jo. Und hier liegen auch unbekannte Geheimtipps herum. Vielleicht sind sie ja die Spinner von morgen? Wer weiß?

Ein Hit auf Kickstarter

Ein Hit auf Kickstarter: der Think Ink Pen.

Quelle: Think Ink Pen

Stift auf Biegen (statt Brechen): Think Ink Pen

Wer Stifte beim Arbeiten oder Nachdenken malträtiert, der sollte mal den Think Ink Pen in die Hand nehmen. Der Schreiber aus Stahl lässt sich biegen. Ein Ball am Ende des Stiftes und ein Clip zum Anstecken werden nur von starken Magneten in Form gehalten. Sie kann man abnehmen, verformen, um den Stift wirbeln lassen. Das Schreibwerkzeug war ein kleiner Hit auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Inzwischen gibt es auch zahllose Nachahmerprodukte im Handel. Doch Vorsicht: Es gibt große Qualitätsunterschiede.

Ab ungefähr 9 Euro, das Original kostet 34 Euro auf thinkinkpen.com.

Intelligente Knete – der bunte Klumpen lebt!

Sie ist ein superzähes Fluidum – die Intelligente Knete. Und sie fesselt nicht nur Kinder: Beim ersten Kontakt fühlt sich das Zeug eher hart an, wie ein dicker Klumpen Kaubonbon. Doch in geduldigen Händen lässt es sich erstaunlich formen. Je nachdem, wie schnell die Knete bearbeitet wird, verhält sie sich anders. Zum Ball gerundet springt sie wie ein Flummi, vorsichtig gezogen wird sie lang wie ein Kaugummi. Rastlose Hände können stundenlang darauf herumkneten und die Arbeit glatt vergessen.

Ab ungefähr 13 Euro, auch in magnetisch oder leuchtend.

Irgendwo zwischen Flummi und Gummiwurst

Irgendwo zwischen Flummi und Gummiwurst: die Powerschnur.

Quelle: Jan Bojaryn

Powerschnur – das Lasso für den Alltag

Sie sieht nicht aus wie eine Schnur und besitzt auch keine besondere Power. Passender wäre vielleicht “Flummischlange“. Diese Gummiwurst in verschiedenen “giftigen“ Farben ist lang und dehnbar. Sie fühlt sich so irritierend künstlich an, wie sie aussieht, und lässt sich schier endlos in die Länge ziehen, knoten, werfen, schleudern und wenden. Man kann sie um die Finger wirbeln lassen, zu Bällen knoten, Freunden auf die Schulter legen und sie gedankenverloren kneten. Mit Sicherheit fängt die Schnur den Besitzer ein wie ein Lasso. Mit ein bisschen Übung sind auch Tricks drin.

Kostet ungefähr 1,50 Euro, auch im Geschenkebedarf.

Die Begleri wirbeln wild und klacken so schön

Es erinnert an einen Rosenkranz ohne Perlen – an den Enden einer kurzen Schnur hängen kleine Gewichte. Mit Religion hat das Spielzeug nichts zu tun, aber es liegt genauso beruhigend in der Hand und wandert beim Nachdenken wie von selbst durch die Finger. Besonders beliebt ist es als Trickspielzeug. Mit Übung lässt es sich wild um die Finger wirbeln. Und wenn die eine Kugel vor die andere schlägt, gibt einem das ein merkwürdig befriedigendes Gefühl. Der Drang zu dauerndem Getrickse ist noch stärker als bei den Finger-Spinnern. Begleri gibt es in unzähligen Größen, Farben und Formen.

Ab ungefähr 2 Euro oder gleich selbst basteln.

Zum Kollegen ärgern

Zum Kollegen ärgern: Das Teleskop-Papierschwert

Quelle: Jan Bojaryn

Für den Büro-Jedi: Das Teleskop-Papierschwert

Die Papierrolle auf einem Plastikröhrchen sieht anfangs aus wie ein selbst gebasteltes Eis am Stiel. Insider nennen das Gerätchen auch “analoger Laserpointer“. Ein gefühlvoller Schwung aus dem Handgelenk reicht, und das Schwert fährt auf eine Länge von bis zu 1,50 Meter aus und schnurrt eine Sekunde später wieder zusammen. Wer damit wirklich eine Powerpoint-Präsentation hält, der hat hoffentlich einen sehr lockeren Arbeitgeber. Für Büromenschen überall ist es dagegen ein willkommenes Hilfsmittel, um Mitarbeiter zu ärgern. Das Zielen und Zuschlagen mit dem federnden Papierteleskop macht Spaß.

Kostet ungefähr 1,50 Euro, wird oft im Viererpack verkauft.

Der Kururin steht immer wieder auf

Dieses Spielzeug lebt auf dem Tisch. Der Kururin oder Rolling Stick braucht eine feste Unterlage. Es gibt viele Varianten, aber im Original ist der Kururin ein dicker Holzstift mit abgerundeten Ecken. Spieler stellen ihn aufrecht auf den Untergrund und schnippen ihn dann gefühlvoll vor und zurück, sodass er immer wieder umfällt und wieder aufsteht. Das Ergebnis sieht nicht spektakulär aus. Aber das Holzstück erfolgreich mit genau der richtigen Menge Kraft zu schnippen und zu fangen, ist auf jeden Fall ungemein beruhigend. Varianten gibt es mit weichen Enden, mit Gewichten und mit verschiedenen Materialien.

Ab ungefähr 9 Euro, das Original gibt’s für 12 Euro bei kendamausa.com.

Für rastlose Hände

Für rastlose Hände: der Finger Cube.

Quelle: Jan Bojaryn

Schön sinnlos: Finger Cube

Rastlose Hände? Dagegen helfen Würfel, die besser als ein Spinner schier unbegrenzt Energie aufnehmen. Auf jeder Seite des Würfels gibt es etwas anderes zu tun: an einem Rädchen drehen, einen Schalter umlegen, einen Joystick bewegen, Knöpfe eindrücken – nichts davon ergibt Sinn. Aber wenn es nur darum geht, Zappelfinger unter Kontrolle zu bringen, ist der Würfel kaum zu schlagen. Die billigen Nachahmervarianten im Handel sind oft laut und zerbrechlich. Das robuste, dezente Original kostet deutlich mehr. Vor dem Kauf ausprobieren lohnt sich.

Ab ungefähr 5 Euro, das Original gibt’s für knapp 19 Euro unter antsylabs.com.

Von Jan Bojaryn

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