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Sportbuzzer Dagur Sigurðsson tritt mit Nationalteam in Potsdam an
Sportbuzzer Dagur Sigurðsson tritt mit Nationalteam in Potsdam an
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10:18 02.08.2018
Dagur Sigurðsson beim Training mit der japanischen Nationalmannschaft in der MBS Arena in Potsdam. Quelle: foto: Lars Sittig
Potsdam

Dagur Sigurðsson ließ sich auf eine rote Couch sinken und breitete lässig die Arme aus, scheinbar nur einen Handgriff von der Fernbedienung entfernt. Kameras klickten, der isländische Starcoach lächelte – aber das Bild mit Wohnstuben-Feeling täuschte: Wenig später griff Sigurðsson nach seiner Trillerpfeife. Die Trainingseinheit mit dem japanischen Handball-Herren-Nationalteam begann – vorbei das launige Shooting auf dem Canapé, das wieder einsam am Rande der MSB-Arena stand.

Derzeit befindet sich das Ensemble aus Fernost auf einer Art Bildungsreise in der Region: Zwei Wochen trainiert und logiert der Tross am Potsdamer Luftschiffhafen. Auf dem Programm stehen unter anderem Testspiele gegen die Bundesligisten SC DHfK Leipzig und den SC Magdeburg – und am Freitagabend ein Turnier mit dem Drittligisten 1. VfL Potsdam und dem aktuellen EHF-Pokalsieger Füchse Berlin (Beginn: 19 Uhr). Der VfL zelebriert mit dem sportlichen Paukenschlag seine offizielle Saisoneröffnung.

Hintergrund des Gastspieles aus Fernost ist der immer noch kurze Draht zwischen Sigurðsson und Alexander Haase, dem sportlichen Leiter der Adler und Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft, der an der Seite des Isländers als Assistenzcoach das DHB-Team und die Füchse Berlin mitbetreute.

Die Europa-Tournee samt Turnier in Potsdam ist, wenn man so will, einer von unzähligen Schritten auf dem beschwerlichen Weg in die Weltspitze, von der Japan so weit entfernt ist wie Sushi von einer Schwarzwälder Kirschtorte. Auch Sigurðsson hat eine völlig neue Aufgabe übernommen: In Deutschland betreute der 45-Jährige als Tüftler auf höchstem Niveau den Bundesligisten Füchse Berlin und das Nationalteam, er wurde Europameister, EHF-Pokalsieger und Dritter bei Olympia 2016. Im fernen Osten ist der Isländer seit 2017 als Projektleiter dafür zuständig, das Entwicklungsland Japan zunächst einmal in die Kategorie Schwellenland zu befördern.

„Ich weiß, dass es lange dauern wird, bis wir dahin kommen, wo ich möchte. Weltspitze werden wir wahrscheinlich nicht werden, es sei denn, man betrachtet die Top 20 als Weltspitze, dann vielleicht. Aber dieser Nation zu helfen, eine gute Mannschaft zu haben, die man erst mal schlagen muss und die ab und zu gewinnt gegen europäische Mannschaften, das macht mir Spaß“, sagt Sigurðsson, dessen Vertrag bis 2024 läuft. „Sportlich bin ich zwei bis drei Stufen runtergegangen. Doch damit kann ich gut leben. Das Umfeld hier ist super, und die Spieler sind unheimlich ehrgeizig und lernwillig.“ Das größte Problem seiner jungen Mannschaft, die mit einer Wildcard an der WM 2019 in Deutschland und Dänemark teilnehmen darf, sei die fehlende Erfahrung und „die 20 bis 30 Zentimeter, die gegenüber Europäern“ an Körpergröße fehlen, fügt Sigurdsson mit einem Grinsen hinzu. Sigurdssons Ziel ist es, die Mannschaft langsam aufzubauen und nach den Olympischen Spielen 2020 in Tokio an die Top-20 der Welt heranzukommen.

Aus einem großen Reservoir allerdings kann der skandinavische Weltenbummler nicht schöpfen: Der Handball ist im Land der aufgehenden Sonne ähnlich exotisch wie hierzulande Sumo-Ringen oder japanische Kampfkünste. „Der Stellenwert in Japan ist klein, sehr, sehr klein“, sagt Sigurðsson. „Die Liga ist klein, Sportarten wie Baseball und Fußball oder Einzelsporarten sind viel, viel größer.“

Neben dem Reiz, etwas Neues zu wagen, gab es noch einen anderen Grund für den Abschied aus Deutschland. „Ich wollte wieder mehr Zeit mit meiner Familie in Island verbringen – vor allem mit meinen Eltern“, erläutert er und lässt einen für ihn ungewöhnlichen Blick ins Private zu: „Mein Vater hat Alzheimer.“ Bereits als Spieler hatte er drei Jahre in Japan bei Wakunaga Hiroshima verbracht. Nun pendelt er zwischen Island und Tokio hin und her, ist ein Drittel des Jahres in Japan. Derzeit steht auf dem Entwicklungsplan: „Es ist wichtig, das die Spieler Wettkampferfahrung sammeln“, sagt der Coach, „und gegen andere Mannschaften spielen. So ein Trainingslager ist Gold wert. Wir haben hier alles, was wir brauchen. Auch das Spiel gegen Potsdam wird für uns eine Riesen-Herausforderung.“

Von Lars Sittig

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