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Sportbuzzer Der Goldlauf das Jens-Peter Herold
Sportbuzzer Der Goldlauf das Jens-Peter Herold
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01:15 08.07.2018
Jens-Peter Herold Olympia 1988 Quelle: MAZ-Archiv
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Neuruppin

„Ich hatte schon ein wenig auf Gold spekuliert“, sagt Jens-Peter Herold, der 1990 in Split (damals Jugoslawien, heute Kroatien) tatsächlich Europameister über 1500 Meter wurde. „Ich war in jenem Jahr einfach gut drauf, bin verletzungsfrei durch die Saison gekommen. Schon im Winter wurde ich in Glasgow Hallen-Europameister“, erinnert sich der Neuruppiner, der für den Armeesportklub in Potsdam startete.

Jens-Peter Herold hält die gesamte Konkurrenz in Schach

Seine Hauptkonkurrenten waren die Briten Peter Elliott und Steve Cram. „Elliott war im Vorlauf nach einer Kollision mit meinem Teamkollegen Hauke Fuhlbrügge zu Fall gekommen und hatte das Rennen nicht beendet. Trotzdem wurde er nach einem Protest der Briten in den Endlauf gehievt“, schildert Herold seine Erinnerungen. Doch er hielt nicht nur die Briten, sondern die gesamte Konkurrenz im Finale in Schach.

Olympia-Bronze von Seoul mehr Wert

Im Nachhinein bewertet Herold die Goldmedaille nicht so hoch wie Olympia-Bronze von 1988 und begründet das auch: „Nach den Boykott-Spielen von 1980 und 1984 war in Seoul endlich wieder die gesamte Weltspitze am Start und ich konnte mich ganz vorn mit einreihen.“

Der letzte große Auftritt der DDR-Mannschaft in Split

Die EM in Split ist ihm aber noch in anderer Hinsicht in ganz besonderer Erinnerung. Es war der letzte große Auftritt einer DDR-Mannschaft bei einer internationalen Meisterschaft. 34 Medaillen gab es für das Team „GDR“, davon zwölfmal Gold. Zur Abschlussfeier marschierten die Leichtathleten aus Deutschland Ost und West gemeinsam ins Stadion. „Ganz ehrlich, da war bei mir auch ein bisschen Wehmut dabei. Denn die Sportförderung in der DDR war super. Ich sah mich dank des EM-Titels in punkto Vermarktung zwar in einer guten Ausgangsposition, aber ich wusste nicht so recht, wie es weitergehen sollte“, sagt der Mittelstreckler, dessen Trainer Bernd Dießner übrigens 1966 zu EM-Bronze über 5000 Meter gelaufen war.

Bayer Leverkusen für das Training im Westen zu weit weg

Eigentlich wollte Herold danach zu Bayer Leverkusen wechseln, wo es im Westen die beste Förderung für die Leichtathleten gab. Aber aufgrund der sogenannten 100-Kilometer-Regel – damit war die Entfernung zwischen Wohnort und Verein gemeint – ging er zum SCC Berlin. In Christoph Kopp fand er einen Macher mit Herz für die Läufer. 1991 bei den Weltmeisterschaften wähnte sich Herold schon auf dem Podium und jubelte kurz vor dem Ziel. Aber sein Teamkollege Fuhlbrügge aus Erfurt überspurtete ihn noch und schnappte sich die Bronzemedaille. „Wenn ich mir danach immer mal wieder das Video angeschaut habe, so waren 100 Meter vor dem Ziel die Medaillen eigentlich vergeben. Daran habe ich lange zu knabbern gehabt.“

Bei der WM 1993 in Stuttgart nach einem Sturz ausgeschieden

Irgendwie hing Herold auch in den Folgejahren das Pech an den Fersen. 1992 lief er seine 1500-Meter-Bestzeit von 3:32,77 Minuten (bis heute Platz vier in Deutschland), bei Olympia in Barcelona wurde er noch einmal Sechster. Bei der WM 1993 in Stuttgart schied er nach einem Sturz im Vorlauf aus. „Es gab zwar Proteste, aber das war alles halbherzig. Da habe ich gemerkt, dass ich als Athlet nur eine Nummer bin.“ 1997 beendete Herold seine Karriere.

Heute lebt der 53-Jährige, der im Einkauf das Krankenhauses in Neuruppin arbeitet und das aufwendige Hobby Sporttaubenzucht betreibt, mit seiner Familie – dazu gehören die Kinder Janne (18) und Greta (11) – wieder im Elternhaus in Wulkow, einem Ortsteil von Neuruppin. Nebenher betreut er Herzsportgruppen für den Gesundheitssport.

Von Peter Stein

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