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Die Steinadler schießen den Vogel ab

Handball Die Steinadler schießen den Vogel ab

Oldie-Handball-Team des VfL Potsdam gewinnt mit 29:28 gegen Ludwigsfelde den Landespokal.

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Die Steinadler vom VfL Potsdam als strahlende Sieger des zweitägigen Final Four-Turniers im Luftschiffhafen.

Quelle: Julius Frick

Potsdam. Die Überraschung ist perfekt. Ein Team, dessen Entstehung vor knapp zwei Jahren bei einem Saunabesuch seinen Anfang nahm, wurde am Sonntag Handball-Landespokalsieger. Die „Steinadler“ als Oldie-Truppe des VfL Potsdam gewannen am Sonntag das Final Four in der MBS-Arena durch einen 29:28 (11:14)-Erfolg gegen den Oberligisten Ludwigsfelder HC. Bei den Frauen triumphierte der Frankfurter HC II. Bei der zweitägigen Veranstaltung kamen am Sonnabend 800 Zuschauer, gestern waren 560 Augenzeugen dabei.

Durchschnittsalter knapp unter 40 Jahre

Spannender hätte es nicht sein können. Im Halbfinale hatte der VfL die HSG RSV Teltow/Ruhlsdorf erst im Siebenmeterwerfen bezwungen, im Endspiel schienen die Ludwigsfelder gegen Potsdam einem klaren Sieg entgegenzustreben. Beim 0:4 markierte Kreisspieler Marc Thiele den ersten VfL-Treffer – verletzte sich an der Achillessehne und kam nicht wieder. Die Potsdamer mit einem Durchschnittsalter knapp unter 40 Jahren „gewöhnten“ sich allmählich an die schnelleren Gegner, kamen heran und rochen beim Anschlusstreffer zum 23:24 (50.) Lunte. Plötzlich bekamen die alten Hasen um Victor Pohlack, Stephan Mellack, Jan Thiele und Björn Rupprecht die dritte und vierte Luft. Auf ein Tor von Zwei-Meter-Mann Pohlack, der einst in zehn Jahren Kanonier des VfL war, warteten die Fans vergeblich. Dafür sprangen Mellack und Rupprecht in die Bresche. Beide teilten sich im Schlussspurt die Torausbeute. Rupprecht schien das Spiel seines Lebens zu bestreiten, warf zwölf Tore. Als Mellack zum 29:28 einnetzte, war der Clou perfekt, der Jubel groß. Der 38-jährige Rupprecht, der vor fünf Jahren sein letztes Spiel bestritt und heute stellvertretender VfL-Vorsitzender ist, hatte eine einfache Erklärung: „Ich konnte mich in der Abwehr ausruhen, und vorn haben es die Jungen für mich einfach gemacht, dass ich glänzen konnte“, meinte er.

Leichtsinnige Zusage

Da konnte sich Riese Pohlack, der mit seinen Anspielen glänzte, beim Torwurf zurücknehmen. Tags zuvor hatte er gegen Teltow achtmal getroffen. Der zweifache Familienvater Pohlack (39) ist heute Lehrer für Deutsch, Sport und Mathe an einer Grundschule im Märkischen Viertel in Berlin und spielt noch einmal in der Woche Fußball. „Heute war ich echt platt. Aber es hat unheimlich Spaß gemacht, nachdem ich bei der Entstehung der Truppe noch leichtsinnig zugesagt hatte“, lachte er.

Wichtige Erfahrung

Der 38-jährige Mellack, einst Allzweckwaffe beim VfL, riss sogar das neun Monate alte Söhnchen in den „Siegtaumel“, so glänzten die Augen von Oscar Fred. Ihm waren dicke Ohrenschützer angelegt. Mellack verantwortet heute die Physiotherapie beim Drittligisten VfL und arbeitet auch noch in einer Praxis. Über den Auftritt des Teams war er überrascht: „Dass wir solch einen Schlussspurt hingelegt haben ...“ Erfahrung spielt im Handball eine große Rolle. Daran mangelte es dem Oberligisten Ludwigsfelde. In der entscheidenden Phase spielten die Nerven einen Streich. Die Akteure ließen sich von VfL-Keeper Thoralf Vietze den Schneid abkaufen. HC-Akteur Florian Storm sagte: „Ich finde keine Worte, warum solch ein Bruch in unserem Spiel entstanden ist. Die Potsdamer waren cleverer, wechselten munter durch, sparten Kräfte, während bei uns meist die gleiche Formation spielte.“

Von Detlef Braune

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