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Sportbuzzer Ex-Netzhoppers-Volleyballer fordert Schachweltmeister heraus
Sportbuzzer Ex-Netzhoppers-Volleyballer fordert Schachweltmeister heraus
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14:04 12.10.2018
Beachvolleyballer Nils Ehlers (l.) war gegen Weltmeister Magnus Carlsen ziemlich nervös. Quelle: Lisa Meinen
Potsdam

Der schwarze König war schnell entblößt. Und er fiel bereits im achten Zug. Nils Ehlers, ehemaliger Bundesliga-Volleyballer der Netzhoppers SolWo Königspark Königs Wusterhausen, war ein leichtes Opfer für Schach-Weltmeister Magnus Carlsen. Im Rahmen der sogenannten Play Live Challenge in Hamburg trat der Schach-Weltstar aus Norwegen kürzlich simultan gegen zwölf ausgewählte Gegner an. Ehlers, der mittlerweile am Hamburger Olympiastützpunkt trainiert und vor kurzem Dritter der deutschen Beachvolleyball-Meisterschaft wurde, war als Sport-Promi eingeladen.

Nervosität am Brett

Während die anderen Konkurrenten tatsächlich aktive Schachspieler waren, ging der 24-jährige Ehlers ein Abenteuer ein. „Ich kann die Regeln und habe ab und zu gespielt“, erzählt der gebürtige Berliner. Seine Motivation war, den Weltmeister kennenzulernen. „Wahnsinn, was der für eine Karriere macht. Wann hat man mal so eine Chance.“ Er habe jedoch nicht erwartet, Carlsen Paroli bieten zu können. Der 27-jährige Weltmeister schlug innerhalb einer guten Stunde alle zwölf Gegner – Ehlers setzte er am schnellsten Matt. „Im Volleyball kann ich auf Routinen zurückgreifen, am Brett war ich nervös“, sagt der 2,09 Meter große Beachvolleyballer. „Kurz vor dem Match habe ich noch erfahren, dass 20 000 Leute im Livestream zugucken.“

Gnädig bei der Analyse

Ehlers, der die schwarzen Figuren hatte, entblößte seine linke Seite – und Carlsen nutzte die offene Flanke rigoros aus. Der Außenseiter habe einen 600 Jahre alten, aber nicht besonders guten Aufbau gewählt, wie Carlsen später erklärte. Ehlers: „Er ist ein lockerer Typ und war gnädig mit mir bei der Analyse. Er hatte alle zwölf Partien noch im Kopf.“ Der Exkurs in die verschiedenen Schach-Taktiken sei umfangreich und speziell gewesen. „Aber ich habe Lust bekommen, öfter Schach zu spielen.“

Reha nach Knie-Operation

Derzeit hat Ehlers sogar ein bisschen mehr Zeit dazu, wenn er sich nicht gerade in der Reha quält. Nach einer Knie-Operation ist die Saison für ihn beendet. Erst ab Januar oder Februar werde er mit seinem neuen Beachvolleyball-Partner Lars Flüggen wieder auf Tour gehen. Dann geht es darum, sich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu qualifizieren. „Bis dahin ist noch ein gutes Stück zu gehen.“ Doch Ehlers ist ambitioniert. Auf Bronze bei der deutschen Meisterschaft ruht er sich nicht aus. „Wir sind noch in der Findungsphase und haben hoffentlich noch Potenzial nach oben.“

Von Mirko Culic entdeckt

Der Sand bekommt seinem Knie gut. Jedenfalls besser als der Hallenboden. Eine Olympia-Teilnahme wäre die Krönung einer bemerkenswerten Karriere. Bis 2015 spielte der Jura-Student beim Berliner VV in der 3. Liga. Die Scouts hatten ihn zuvor übersehen, ein Leistungszentrum hat Ehlers nie besucht.

Bei einem Vorbereitungsspiel gegen die Netzhoppers machte er KW-Trainer Mirko Culic auf sich aufmerksam. „Er hat mich angesprochen und zu einem Probetraining eingeladen.“ Und schwups war Ehlers Bundesligaspieler. „Für mich war das der Einstieg in den Leistungssport. Zweimal täglich Volleyball-Training, richtiges Krafttraining und so weiter – das war alles neu für mich.“ Anfangs hatte er nicht so viel Spielzeit, aber es wurde immer mehr. Schon nach einem Jahr wechselte Ehlers auf den Sand. Und hat diesen Schritt nicht bereut. Zu den Netzhoppers hat er noch immer Kontakt. „Das war eine super Zeit, ich hatte mich sofort wohlgefühlt.“ In Königs Wusterhausen drückt man ihm auf dem Weg nach Tokio die Daumen und hofft, dass er dabei nicht Matt gesetzt wird.

Von Ronny Müller

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