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19:39 27.06.2018
Deutsche Fans betrauern das Aus der deutschen Nationalelf. Quelle: dpa
Potsdam

Man muss sich etwas die Augen reiben, wenn man diesen Satz liest: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist in der Vorrunde der WM ausgeschieden. Erstmals in der Geschichte. Und nun? Dieses Aus ist nicht nur aus sportlicher Sicht bedauerlich. Und blamabel für eine Mannschaft, die so viel mehr zu leisten im Stande wäre. Deutschland hätte gerade in diesem Sommer ein verbindendes Element gebrauchen können.

Die Euphorie flammte wieder auf – zu kurz

Das Wort „Märchen“ ist seit 2006 zu sehr strapaziert worden, doch im Kern geht es schon darum: Eine Geschichte, die uns eint. Ein unverfängliches Gesprächsthema, auf das sich alle einigen können – egal welche Interessen sie sonst haben mögen. Eine große Fußballkoalition, wenigstens für ein paar Wochen. Denn der Sport vermag, was uns im rasenden Alltag mit all seinen gravierenden Umwälzungen manchmal abhandenkommt.

Noch ein paar Runden weiter gemeinsam hoffen, zittern, bangen, jubeln und ärgern hätte dem lauten Getöse der Berliner Politik in diesen Tagen etwas entgegengesetzt und so manchen Schreihals auch geerdet. Nach diesem unglaublichen Kroos-Tor am vergangenen Sonnabend flammte diese Euphorie, die alles andere kurzzeitig übertönte, wieder auf. Zu kurz.

Handlungsbedarf in vielen Bereichen

In diesen Tagen wird so manches schnell symbolisiert oder erhöht. Da führt eine Meinungsverschiedenheit in der Flüchtlingspolitik zu einer Regierungskrise – als befände sich das Land im Ausnahmezustand. Die Wortwahl, Polemik und der öffentliche Druck mancher in den vergangenen Wochen suggerieren, dass dieses Land auf eine Katastrophe zusteuere, würde nicht sofort an den Grenzen gehandelt.

Es besteht Handlungsbedarf – in der europäischen Flüchtlingspolitik ebenso wie bei der Familien-, Sozial- und Gesundheitspolitik. Und vielen Themen, die für die Menschen in Deutschland und auch in Brandenburg für ihr tägliches Leben wichtig sind: Bezahlbare Wohnungen, Ausbau der Infrastruktur im öffentlichen Nahverkehr ebenso wie auf den digitalen Kanälen und in den Dörfern der Mark.

Aufstehen, schütteln, weitermachen

Zerstrittene Regierung, zersplittete EU, zertrümmerter WM-Traum: Was heißt das nun? Deutschland am Abgrund? Bei allem (verständlichen) Frust: Eine Fußballmannschaft, die in einem Turnier ausgeschieden ist, wird ein Land nicht zum Kippen bringen. Auch wenn manch einer jetzt sagen wird, dass es in diese Zeiten passt. Dass es ein Zeichen ist, auch für die Politik. Dass auf dieser WM mit ihrem umstrittenen Austragungsort ohnehin ein schlechtes Omen lag.

Doch wir tun gut daran in der Analyse nun nicht eine Wende herbeizureden, die keine ist. Die Analyse wird vor allem eines zeigen: Diese Mannschaft war nicht gut genug. Das ist viel für eine stolze Fußballnation wie Deutschland, aber auch nicht mehr. Was Sportler lernen: Aufstehen, schütteln, weitermachen. So kann diese Fußball-Weltmeisterschaft uns vielleicht doch noch eine Sommer-Lehre bringen.

Von Hannah Suppa

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