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HSV Hamburg statt Karriereende

Handball, 3. Liga HSV Hamburg statt Karriereende

Caspar Jacques spielt nach langer Zwangspause wieder im Trikot des 1. VfL Potsdam – und tritt in der 3. Handball-Liga Nord beim Tabellenführer HSV Hamburg an. Eine schwere Verletzung hatte den 22-jährigen Linksaußen lange außer Gefecht gesetzt. Während der 18-monatigen Zwangspause hatte er sogar ans Aufhören gedacht.

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Caspar Jacques (l.) hat sein Comeback beim 1. VfL Potsdam gegeben, rechts Teamkollege Paul Weyhrauch.

Quelle: foto: Sylvia Göres

Potsdam. Die Zweifel von damals, als Caspar Jacques sogar an das Karriereende dachte, sind längst verschwunden. „Natürlich gab es auch Phasen, in denen ich ans Aufhören dachte“, gesteht der Linksaußen des 1. VfL Potsdam, „aber bei solchen Spielen wie am Sonntag in Hamburg oder beim Derbysieg vor kurzem gegen Oranienburg ist das alles längst vergessen: Da weiß man, es hat sich gelohnt.“ Nach einer 18-monatigen Zwangspause – ein Bandscheiben-Vorfall setzte ihn außer Gefecht, hatte der 22-Jährige Mitte Januar beim Lokalduell mit dem OHC (26:25) in der heimischen MBS-Arena sein Comeback gefeiert. Nun wartet mit der Partie beim HSV Hamburg am Sonntag (Start: 15 Uhr) das wohl schillerndste Gastspiel dieser Saison in der 3. Handball-Liga Nord.

Der HSV verströmt immer noch den Glanz der ganz großen Handball-Welt, aus der die Hanseaten per Insolvenzverfahren 2016 in die 3. Liga stürzten. Der Champions-League-Sieger von 2013 führt in dieser Spielzeit die Tabelle mit nur vier Minuspunkten an. Das Heimspiel zuletzt gegen die HG Hamburg-Barmbek verfolgten mehr als 3400 Zuschauer. „Von der ganzen Atmosphäre und von der Vereinshistorie her ist das etwas ganz Besonderes, dort zu spielen“, sagt Jacques, „das hat einen Hauch von Bundesliga und für mich ist es nach der langen Spielpause natürlich besondern schön, dabei zu sein.“

Die Vorgeschichte: In der Jugend spielte der gebürtige Berliner in der Hauptstadt bei den Füchsen, bevor er in der A-Jugend zum 1. VfL wechselte und später ins Männerteam aufrückte. Nach einem Leih-Jahr in Werder war er zu den Adlern zurückgekehrt. Die Vorbereitung auf die Spielzeit 2016/17 wurde dann zu einem tiefen Einschnitt der jungen Karriere. Bandscheibenvorfall. Die flexible Verbindung zwischen den Wirbeln streikte. Bange Monate folgten. „Ich habe viele Ärzte konsultiert und gehofft, ohne Operation wieder gesund zu werden“, erinnert sich Jacques, „auch, weil die Verletzung für mein Alter eigentlich untypisch ist.“

Der Versuch der konservativen Behandlung scheiterte aber ebenso wie erste Comeback-Versuche. Schließlich ließ sich Jacques doch operieren. Dem Verein blieb er während der Pause eng verbunden: In der VfL-Geschäftsstelle absolvierte er nach dem Abitur ein freiwilliges soziales Jahr. Der Kontrakt wurde trotz der Verletzung verlängert. „Es ging unabhängig von der sportlichen Wertschätzung auch darum“, sagt Trainer Daniel Deutsch, „Caspar auch den Rücken zu stärken in einer schwierigen Situation.“ Den Vertrauensvorschuss zahlt der 1,90-Meter-Mann nun zurück.

Auch fast drei Wochen nach dem ersten echten Härtetest unter Wettkampfbedingungen kann Jacques, der inzwischen Sportmanagement studiert, fast beschwerdefrei wieder Handball spielen – nur gelegentlich zwickt der Körper. Zur Freude von Trainer Deutsch, der in Hamburg auf die verletzten Joe Boede (Mittelfußbruch), Dominik Steinbuch und Moritz Ende (beide Bänderriss) verzichten muss, ist Jacques wieder zurück: „Er hat eine enorme Sprungkraft, eine gute Athletik. Außerdem ist er ein guter Typ.“ Auch der Coach hält das Spiel beim HSV für eines der Saison-Highlights, mahnt aber auch: „Es geht nicht nur darum, die Atmosphäre zu genießen.“

Von Lars Sittig

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