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Sportbuzzer „Ein Titel ist das Ziel“
Sportbuzzer „Ein Titel ist das Ziel“
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18:24 25.03.2019
Liebt Handball und schrille Pullover: Bob Hanning. Quelle: Foto: Sören Stache/dpa
Berlin

Er ist seit vielen Jahren eine der prägenden Figuren des Bundesligisten Füchse Berlin und des Deutschen Handball-Bundes: Bob Hanning, der 51 Jahre alte Manager des Traditionsclubs aus der Hauptstadt und Vizepräsident des DHB. Im Interview spricht er über die Gründe für seine deutliche Kritik an der Mannschaft in der vergangenen Woche und die hohe Belastung für Handball-Profis.

Herr Hanning, Sie haben vor wenigen Tagen sehr deutliche öffentliche Kritik an der Mannschaft geübt. Unter anderem haben Sie den Spielern nahegelegt, zur Rhythmischen Sportgymnastik zu wechseln, wenn sie keinen Körperkontakt wollen. Wie viel Kalkül steckte hinter dem Ausbruch, um das Team wach zu rütteln?

Bob Hanning: Es war überhaupt kein Kalkül, es ging um eine Analyse der Situation, ohne Vorwürfe zu erheben – darum dass wir uns vor einer ganz entscheidenden Saisonphase damit auseinandersetzen, wie wir wieder in die Erfolgsspur finden.

Es war eben wegen dieser entscheidenden Spiele, die im EHF-Cup und im DHB-Pokal vor Ihnen liegen, keine strategische Brandrede?

Nein, es ging um eine Analyse. Kritik muss fundiert sein, sonst verpufft sie ins Leere. Aber es ist richtig: Es stehen uns entscheidende Wochen bevor und es besteht immer die Gefahr, dass man am Ende mit leeren Händen dasteht. Deshalb erwarte ich jetzt von Trainer und Mannschaft, dass man Lösungsansätze findet, wie man kurzfristig auf die schwierige Lage reagieren kann. Wir als Verein müssen auch mittelfristig auf diese Anforderungen eine Antwort finden.

Wie müssen diese Antworten aussehen?

Kurzfristig muss die Mannschaft beispielsweise über die Trainingssteuerung die nötige Regeneration nach den kraftraubenden vergangenen Wochen bekommen. Ich habe Verständnis dafür, dass einige Spieler müde sind, wir haben seit Dezember weit über unserem Limit gespielt und sehr viele Partien bestritten, oftmals waren auch lange Reisen notwendig. Das kostet natürlich viel Substanz und schlaucht, aber jeder Spieler muss jetzt auch für sich schauen, was er unternehmen kann, damit wir die Trendwende schaffen.

Was muss mittelfristig von Seiten des Vereins passieren?

Wir müssen unseren Kader den enormen Belastungen besser anpassen. Deshalb haben wir für die kommende Spielzeit Rückraumspieler Michael Müller vom MT Melsungen und schon im vergangenen Jahr Simon Ernst verpflichtet. Er kehrt nach seiner langwierigen Verletzung genauso zurück wie Stipe Mandalinic, der seinen Kreuzbandriss auskuriert hat. Auch Torhüter Martin Ziemer aus Hannover wird zur kommenden Saison den Kader verbreitern.

Andererseits werden Torhüter Malte Semisch und Kreisläufer Erik Schmidt den Verein aber auch verlassen.

Das ist richtig, es ist kein Geheimnis, dass wir uns von beiden mehr erhofft haben – die Entscheidung war für alle Seiten richtig, um neue Impulse zu setzen. Ich denke trotzdem, dass wir gut aufgestellt sind für die kommende Spielzeit.

Wie weit ist die Kaderplanung vorangeschritten?

Die Personalplanungen sind abgeschlossen.

Die Verletzungsquote ist hoch in dieser Spielzeit bei den Füchsen: Muss nicht angesichts dessen noch einmal kritisch über die hohe Belastung der Profis nachgedacht werden?

Was unsere Ausfälle betrifft, hat das nichts mit der Belastung zu tun, Simon Ernst beispielsweise hatte sich noch bei seinem Ex-Verein verletzt. Die extrem hohe Belastung gibt es bei den Spielern, die mit ihren Vereinen in der Champions-League antreten und außerdem in der Nationalmanschaft spielen.

Apropos Nationalmannschaft: Hat die Euphorie während der Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark für das erhoffte verstärkte Interesse an der Basis gesorgt?

Ja, das ist hundertprozentig so. Wir veranstalten in Kürze den Handballtag für Kinder, da haben sich 1300 Kinder angekündigt. Wir hatten locker das Doppelte an Anfragen. Auch unsere Handball-Camps sind völlig überbucht, aber wir können nicht mehr Kinder aufnehmen, da blutet einem das Herz.

Hat man den Andrang unterschätzt?

Nein, aber es gibt einfach irgendwann Kapazitätsgrenzen. Die Anzahl der Sporthallen beispielsweise hat sich ja nicht von heute auf morgen verändert. Außerdem wird es immer schwieriger, Ehrenamtliche und Trainer zu finden.

Zurück zu den Füchsen: Wo sehen Sie selber die Ursachen für die derzeit schwierige sportliche Lage?

Der Hauptgrund war sicher die unglückliche Verkettung unserer langen Verletztenliste und der enormen Belastung in drei Wettbewerben, das war sicher nicht zu kompensieren.

Was müsste die Mannschaft erreichen, damit Sie Saison als erfolgreich einstufen?

Wenn die Mannschaft einen Titel gewinnt und sich für den Europa-Cup qualifiziert, dann wäre das in Ordnung.

Von Lars Sittig

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