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Sportbuzzer Hertha BSC: 5000 Zuschauer weniger pro Spiel
Sportbuzzer Hertha BSC: 5000 Zuschauer weniger pro Spiel
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00:34 31.03.2018
Beim Länderspiel Deutschland gegen Brasilien war das Olympiastadion am Dienstagabend ausverkauft, bei einem Hertha-Spiel in dieser Saison noch nicht. Quelle: imago
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Berlin

Hertha-Trainer Pal Dardai geriet ins Schwärmen. „Wenn das Olympiastadion voll ist, gibt es nichts Schöneres in ganz Europa“, sagte der Trainer des Berliner Fußball-Bundesligisten, der sich am Dienstagabend das Länderspiel zwischen Deutschland und Brasilien im ausverkauften Olympiastadion angeschaut hatte. „Man sieht auch immer beim Pokalfinale, wie schön das ist. Das ist auch das Ziel, dass wir irgendwann im Pokalfinale da stehen und auch in der Liga das Stadion vollkriegen.“

Das Problem ist: das gelingt immer seltener. Selbst die Heimspiele gegen den FC Bayern München und Borussia Dortmund – sonst immer Zuschauermagneten – waren in dieser Saison nicht ausverkauft. Der Zuschauerschnitt sank im Vergleich zur vergangenen Saison (50 267) um mehr als 5000 Zuschauer auf aktuell 44 237. Nur in der Zweitligasaison 2012/13 war er in den vergangenen zehn Jahren schlechter. In der Zweitligasaison 2010/11 lag er um gut 1000 Zuschauer höher. Die Auslastung des Stadions, das eine Kapazität von 74 649 Zuschauern hat, liegt derzeit bei mageren 60 Prozent – in dieser Kategorie ist die Hertha ligaweit Schlusslicht.

Und eine Besserung ist nicht in Sicht. Am Sonnabend (20.30 Uhr) erwartet Hertha den VfL Wolfsburg, nur 35 000 Zuschauer sollen kommen. Danach sind Köln, Augsburg und zum Saisonabschluss RB Leipzig zu Gast.

Hertha BSC-Geschäftsführer Ingo Schiller sieht die Entwicklung allerdings gelassen: „Wir können bisher keinen dramatischen Zuschauerrückgang erkennen. Zudem stehen noch vier Heimspiele aus.“ Für den bisherigen Rückgang gebe es nicht den einen Grund, sondern mehrere Faktoren wie beispielsweise Ansetzungen zu für die Fans ungünstigen Zeiten. „Wir können aber versichern, dass wir an den Punkten, die wir beeinflussen und verbessern können, stetig arbeiten“, sagt Schiller. Welche wirtschaftlichen Auswirkungen der Zuschauerrückgang hat, dazu gab es von Hertha auf Anfrage keine Stellungnahme.

Sportlich gesehen läuft die Saison nur mittelmäßig, in der Heimtabelle ist Berlin nur 14., reist die Fans im Olympiastadion also nicht von den Sitzen. In dieser Bundesligasaison fanden nur sechs von 13 Heimspielen an einem Samstag statt. Jeweils zwei Partien waren mittwochs und freitags angesetzt, drei sonntags. Außerdem dürften das peinliche Ausscheiden in der Gruppenphase der Europa League und das Aus im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln Kredit gekostet haben. Zum bedeutungslosen Europa-League-Heimspiel gegen Östersunds FK kamen gerade mal 15 686 Zuschauer.

Seit Jahren schwelt die Diskussion um einen Umbau des Olympiastadions zu einer reinen Fußball-Arena und um einen Neubau. Selbst ein Standort in Brandenburg war im Gespräch. „Im Rahmen dieser Debatte machen sich die Leute Gedanken, wie kalt und zugig das Stadion ist“, sagt Hertha-Fan Michael Müller (31). Der Berliner empfindet den Hertha-Stil derzeit nicht sonderlich attraktiv. Dass das Spiel gegen Bayern München nicht ausverkauft war, liege allerdings nicht nur an den Hertha-Anhängern: „Es war ja früher meistens wegen der Bayernfans ausverkauft. Vielleicht bleiben sie weg, weil die Saison langweilig ist.“

Klaus-Dieter Bartsch (59), Hertha-Fan aus Werder/Havel, sagt: „Die Leute können sich halt nicht mehr alles leisten. Außerdem ist das Freizeitangebot in Berlin sehr groß und attraktiv.“ Er glaubt allerdings an den ungebrochenen Zuspruch für die Alte Dame. „Wir haben in Werder seit 2017 einen Hertha-Fanclub, der wächst von Tag zu Tag.“

Warum kommen so wenige Zuschauer zur Hertha? Schreiben Sie uns Ihre Meinung an sport@maz-online.de

Von Stephan Henke und Ronny Müller

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