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Sportbuzzer Hintze: „Ein Vergleich mit Phelps ist gewagt“
Sportbuzzer Hintze: „Ein Vergleich mit Phelps ist gewagt“
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18:02 29.07.2016
Der Brandenburger Johannes Hintze hält 47 deutsche Altersklassenrekorde. Quelle: dpa
Potsdam

Unter den Brandenburger Olympiastartern ist er der Jüngste: Johannes Hintze. Der 17-jährige Schwimmer, geboren in Brandenburg an der Havel und für den Potsdamer SV aktiv, spricht im Interview über die Vergleiche mit Rekordolympiasieger Michael Phelps, die Ziele für seine ersten Olympischen Spiele und sein Lieblingsessen, auf das er in Brasilien verzichten muss.

Sie haben sich sehr souverän für die Olympischen Spiele qualifiziert. Wann war Ihnen bewusst, dass es mit der Qualifikation klappen kann?

Johannes Hintze: Professionell und mit einer richtigen Strategie haben wir erst in diesem Jahr angefangen, Olympia als Ziel zu haben und auch alles darauf auszurichten. Natürlich hatte ich die Jahre vorher Olympia auch schon im Kopf. Aber als realistisch habe ich es wirklich erst dieses Jahr gesehen.

Der Hype um Ihre Person ist groß, Vergleiche mit Rekordolympiasieger Michael Phelps kommen immer wieder auf. Wie gehen Sie damit um?

Hintze: Ich bin da ganz entspannt, mache weiter mein eigenes Ding. Den größten Druck mache ich mir selbst. Ein Vergleich mit Michael Phelps ist vielleicht etwas gewagt. Phelps hat in seiner Karriere über 20 olympische Medaillen gewonnen, ich bin jetzt das erste Mal bei Olympia dabei.

Helfen da auch ihre erfahrenen Trainer Thomas Luckau und Norbert Warnatzsch, der auch schon Franziska van Almsick und Britta Steffen trainiert hat?

Hintze: Sie unterstützen mich immer in jeder Hinsicht. Egal was es ist, sie fangen viel ab und erleichtern mir vieles. So schaffen sie mir die optimalen Voraussetzungen, damit ich mich voll auf mein Training konzentrieren kann.

Welches Ziel nehmen Sie sich über die 400 Meter Lagen, in denen 26 weitere Schwimmer starten, vor?

Hintze: Ich möchte meine Zeit von den Deutschen Meisterschaften bestätigen oder verbesseren. Ich will Erfahrungen sammeln, wie der Wettkampf abläuft, was das für eine Veranstaltung ist und den olympischen Charakter und das Feeling kennenlernen. Das sind Erfahrungen, von denen ich in meiner weiteren Karriere profitieren kann. Die Schwimmer in Rio sind zwar im Prinzip dieselben wie bei Weltmeisterschaften. Aber natürlich ist es bei Olympia etwas anderes.

Anders sind in Rio auch die Wettkampfzeiten. Auf Wunsch des amerikanischen Fernsehens finden die Halbfinal- und Finalläufe erst ab 22 Uhr statt und damit vier Stunden später als sonst. Wie haben Sie den Bio-Rhythmus umgestellt?

Hintze: Wir mussten vom Deutschen Schwimmverband (DSV) schon im Vorfeld eine Trainingswoche nach späteren Zeiten trainieren, wo wir die Umstellung bereits in Potsdam geübt haben. Wir haben die entsprechenden Unterlagen ausgefüllt und dem DSV übergeben, damit die Ärzte die entsprechenden Schlüsse daraus ziehen können. Da gab es bei mir aber keine Auffälligkeiten, ich hatte wirklich keinerlei Probleme. Letztendlich üben wir das jetzt auch in der Vorbereitung in Florianopolis noch und das reicht auch. Es dauert dann auch nicht mehr lange bis zu den Wettkämpfen.

Das deutsche Schwimmteam hat sogar einen eigenen Koch dabei. Wird die Ernährung umgestellt?

Hintze: Er wird nur darauf achten, dass alles sportgerecht ist. Ich werde mich da weiterhin so ernähren, wie ich das in Potsdam getan habe und keinerlei Umstellungen machen.

Gibt es dann Ihr Lieblingsgericht?

Hintze: Ich glaube, Döner bereitet er nicht zu.

Hintze hält 47 Altersklassenrekorde

Geboren wurde Johannes Hintze am 5. Juli 1999 in Brandenburg an der Havel.

Im Jahr 2011 wechselte er an die Sportschule Potsdam, Vereinsmitglied ist er beim Potsdamer SV im OSC Potsdam.

Trainiert wird Hintze von Thomas Luckau und Norbert Warnatzsch. Letzterer war bereits Coach von Franziska van Almsick und der zweifachen Olympiasiegerin Britta Steffen.

Aktuell hält er 47 deutsche Altersklassenrekorde und ist bereits zweifacher deutscher Vize-Meister über 400 m Lagen (2015, 2016).

Außerdem wurde er zum Nachwuchsschwimmer des Jahres 2015 im Deutschen Schwimm-Verband gewählt.


Von Stephan Henke

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