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Sportdirektor Bartko: Vier Optionen auf Medaillen

Olympische Winterspiele, Eisschnelllauf Sportdirektor Bartko: Vier Optionen auf Medaillen

In gut drei Wochen, am 9. Februar, werden in Pyeongchang/Südkorea die Olympischen Winterspiele eröffnet. Der gebürtige Potsdamer Robert Bartko ist Sportdirektor der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft und spricht im Interview über die Olympia-Aussichten der Deutschen und Claudia Pechstein als mögliche Fahnenträgerin.

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Sportdirektor Robert Bartko und seine olympische Medaillenhoffnung Claudia Pechstein.

Quelle: Foto: Dpa

Potsdam. Als der ehemalige Radprofi und Doppel-Olympiasieger Robert Bartko Ende 2014 den Posten des Sportdirektors bei der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) übernahm, stand der Verband nach dem medaillenlosen Abschneiden bei den Olympischen Spielen in Sotschi in der Kritik. Drei Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele und vor dem Weltcup am Wochenende in Erfurt spricht der 42-Jährige, der mit seiner Familie im Ludwigsfelder Ortsteil Jütchendorf (Teltow-Fläming) wohnt, über die Chancen in Pyeongchang und Claudia Pechstein als mögliche Fahnenträgerin.

Die wievielten Olympischen Spiele sind das für Sie?

Robert Bartko: Ich bin zum vierten Mal dabei. Dreimal war ich 1996, 2000 und 2004 als Bahnradsportler aktiv. Die Faszination Olympische Spiele ist bei mir nach wie vor vorhanden. Deshalb steigt auch bei mir die Spannung und die Vorfreude. Jetzt wird es Zeit, dass es bald losgeht. Die Eisschnellläufer werden mit dem ersten Schwung am 31. Januar nach Südkorea fliegen.

Haben Sie, oder besser Ihre Sportler, die Hausaufgaben gemacht?

Davon gehe ich aus. Wir haben als Verband alles getan, damit die Mannschaft bestmöglich vorbereitet ist. Wir haben vieles ermöglicht, gerade auch den Sportlern, die sich wie Claudia Pechstein oder Patrick Beckert außerhalb der zentralen DESG-Maßnahmen vorbereiteten. Mit allen Athleten wurden konkrete Fördervereinbarungen getroffen.

Trotzdem gab es zuletzt von Sprinter Nico Ihle öffentliche Kritik, der dem Verband unter anderem mangelnde Kommunikation vorwarf. Was sagen Sie dazu?

Nur soviel: Ich habe mich mit Nico Ihle getroffen und wir haben uns ausgetauscht. Aber wir haben vereinbart, dass wir bestimmte Dinge erst nach Olympia aufarbeiten, um die Vorbereitung nicht zu stören.

Mit wie vielen Athleten werden Sie auf der Eisbahn in Gangneung antreten?

Die DESG hat dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) neun Eisschnellläufer und zwei Shorttrackerinnen vorgeschlagen, die unsere internen Olympia-Normen erfüllt haben. Das war im Eisschnelllauf-Weltcup zweimal ein Platz unter den Top 16 oder einmal unter den Top acht. Die endgültige Nominierung erfolgt durch den DOSB am 23. Januar. Ich gehe davon aus, dass man unserem Vorschlag folgt.

Wie viele Olympia-Medaillen gewinnen die deutschen Eisschnellläufer?

Jetzt eine Zahl zu nennen, wäre unseriös. Das kann niemand vorhersagen. Aber wir haben nach den bisherigen Saisonergebnissen vier Optionen auf Medaillen. Das ist zum einen Claudia Pechstein auf den drei Einzelstrecken 3000 und 5000 Meter sowie im Massenstartrennen. Dazu kommt die Teamverfolgung bei den Damen. Bei den Herren ist das Sprinter Nico Ihle sowie auf den Langstrecken Patrick Beckert und Moritz Geisreiter. Doch nun kommt es darauf an, dass am Tag X alles funktioniert und passt.

Wird Claudia Pechstein auch in der Teamverfolgung starten?

Davon gehe ich aus. Sie hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass sie hundertprozentig zur Mannschaft steht. Ich gehe davon aus, dass sie viermal bei Olympia antritt.

Was halten Sie von Claudia Pechstein als deutsche Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele?

Sie wäre absolut eine würdige Vertreterin. Wer sieben Mal an Olympischen Spielen teilgenommen hat und neun Olympia-Medaillen gewonnen hat, präsentiert den Leistungssport wie kein Zweiter. Auch für die DESG wäre es eine große Ehre.

Wem trauen Sie bei Olympia eine Überraschung zu?

Da kommt vielleicht Joel Dufter über 1000 Meter infrage. Er ist ein junger Athlet und mental sehr stark. Er kann an einem guten Tag über sich hinauswachsen. Aber wie gesagt, das sind Olympische Spiele. Da legen alle Nationen noch mal eine Schippe drauf. Auch unsere Athleten haben das getan, davon bin ich überzeugt.

Wie schätzen Sie die Arbeit von Cheftrainer Jan van Veen ein?

Er hat sehr positiv auf die Entwicklung der Athleten eingewirkt. Die Einstellung zum Leistungssport hat sich generell gebessert.

Im Shorttrack gehen die beiden Dresdnerinnen Anne Seidel und Bianca Walter an den Start. Was erwarten Sie von beiden?

Anne Seidel hat gerade bei den Europameisterschaften in Dresden als Dritte über 1000 Meter ein starkes Rennen gezeigt. Das wird ihr Selbstvertrauen geben, vor allem die Art und Weise, wie sie sich durchgesetzt hat. Wenn sie bei Olympia ins Halbfinale kommt, wäre das ein Erfolg, alles andere ist Zugabe.

Haben Sie es schon mal bereut, dass Sie den Job auf dem glatten Eis angetreten haben?

Nein, keinen Tag. Ich wusste von vornherein, es wird eine große Herausforderung in der neuen Sportart für mich. Mir macht diese Aufgabe nach wie vor Freude. Ich habe mit meinem Team in den letzten Jahren einiges bewegt und gerade auch im Nachwuchsbereich einige Projekte angestoßen. Nun freue ich mich aber erst mal auf Olympia. Wir wollen zeigen, dass wir zur Weltspitze gehören.

Von Peter Stein

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