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Sportbuzzer Kanute Brendel trainiert Menschen mit Behinderung
Sportbuzzer Kanute Brendel trainiert Menschen mit Behinderung
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17:34 06.04.2018
Sebastian Girke (l.) mit seinem Idol Sebastian Brendel. Quelle: Foto: Juri Reetz/Pressefoto Berlin
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Potsdam

Der Tag begann für die Kanuten des PCK Schwedt früh. „Um 5.30 Uhr hat der Wecker geklingelt“, berichtete Sebastian Girke. Doch der 21-Jährige nahm das gerne in Kauf, schließlich traf der Sportler mit geistiger Behinderung am Freitag sein „Idol“, wie er sagt.

Kanu-Olympiasieger Sebastian Brendel hatte die Kanuten seines Heimatvereins zu einer Trainingseinheit nach Potsdam eingeladen. Es war so etwas wie der Startschuss für die Vorbereitung der Schwedter auf die Special Olympics in Kiel (14. bis 18 Mai), die Nationalen Spiele für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung.

Sebastians dominieren ihre Sportart

Die beiden Sebastians sind dabei die Besten ihrer Sportart. Girke gewann bei den vergangenen Weltspielen in Los Angeles 2015 zweimal Gold im Einer, Sebastian Brendel ist dreifacher Olympiasieger. „Das Training mit Basti war total schön. Ich würde am liebsten hier bleiben und mehr trainieren“, sagte Sebastian Girke nach der ersten Wassereinheit. Am Nachmittag stand auch noch Krafttraining an.

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Sebastian Brendel (l.) mit Sebastian Girke und Daisy Scholz Vorbereitungstraining für die Nationalen Sommerspiele Special Olympics in Kiel 2018.

Brendel kennt seinen Namensvetter schon länger. Nach dessen zwei Goldmedaillen in LA gab es bereits eine erste gemeinsame Einheit. „Es ist wichtig, dass die Menschen Aufmerksamkeit bekommen und zu zeigen, dass es auch für sie Sport gibt“, sagte Brendel.

Dies geht aber in der Regel nur über das Engagement der Vereine. Viele der 4600 Teilnehmer der Special Olympics trainieren in ihren Einrichtungen, nur wenige im Verein. „Die begrenzende Größe sind die Vereine. Sobald das Angebot da ist, wird es auch wahrgenommen“, sagte Jan Neubert von Special Olympics. Rund 40 000 Sportler mit geistiger Behinderung gibt es in Deutschland.

Schwedt einziger Kanuverein für Menschen mit geistiger Behinderung

Für Kanusportler mit geistiger Behinderung gibt es keine zehn Vereine in ganz Deutschland. Der PCK Schwedt ist der einzige in Brandenburg und will sich in diesem Jahr als Vorreiter des Behindertensports etablieren. „Wir wollen zeigen, dass es für die Vereine möglich ist“, sagt Trainer Gerhard Bowitzky.

Der 62-Jährige war selbst erfolgreicher Parakanut. In seinem Verein gibt es beispielsweise ein Projekt, bei dem Grundschüler die Sportler mit Behinderung beim Kraftsport helfen.

Von Stephan Henke

Prominente Kanu-Fahrer in Potsdam: Am Freitagvormittag setzten sich Brandenburgs Sportministerin Britta Ernst (SPD) und ihr Ehemann und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) ins Kanu und erkundeten die Havel in Potsdam. Mit im Boot bei den beiden Spitzenpolitikern saß Olympiasieger Jürgen Eschert, den Kontakt vermittelte ein Ex-Minister.

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