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Sportbuzzer Teresa Zurek erklärt die richtige Geh-Technik
Sportbuzzer Teresa Zurek erklärt die richtige Geh-Technik
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18:08 09.08.2018
Teresa Zurek zeigt die wichtigsten Phasen beim Gehen: Abdruckphase (mit dem linken Fuß), Schwungphase (sie zieht das linke Bein mit eingeknickter Hüfte durch) und Streckphase (v.l., das linke Bein muss durchgestreckt wieder aufsetzen). Quelle: Gerhard Pohl
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Potsdam

Gehen ist mehr, als nur ein bisschen mit dem Po zu wackeln. Teresa Zurek vom SC Potsdam, die am Samstag über 20 Kilometer wie ihre Vereinsgefährtin Saskia Feige bei den Europameisterschaften am Berliner Breitscheidplatz antritt, kennt die Vorbehalte und genügend billige Witze. Sie erklärt für die MAZ die Technik.

Denn im Gegensatz zum Laufen darf es beim Gehen zu keiner Zeit den Verlust des Bodenkontaktes geben, das heißt, ein Fuß – oder besser dessen Ferse beziehungsweise Zehenspitze – muss immer auf dem Boden sein. Das ist angesichts der Geschwindigkeit von etwa 15 km/h mit dem menschlichen Auge kaum sichtbar. Das macht den Job für die Gehrichter, die ohne technische Hilfsmittel wie etwa eine TV-Zeitlupe auskommen müssen, nicht gerade einfacher. Dazu muss das vordere Bein beim Aufsetzen auf den Boden gestreckt sein, das heißt, das Knie darf nicht gebeugt werden.

Auf die Kniestreckung kommt es an

Was so kompliziert klingt, hat sich für Teresa Zurek fast von selbst ergeben. „Mein Bruder Robert war Geher, da habe ich es schon immer gesehen. Zum Spaß habe ich es dann einfach auch probiert“, erzählt die gerade 20 Jahre alt gewordene EM-Debütantin. Ihrer Trainerin Manja Berger sei sofort die gute Knieüberstreckung aufgefallen.

Die drei Phasen beim Gehen sind: 1. Abdruckphase, 2. Schwungphase und 3. Streckphase. „Beim Abdruck kommt es darauf an, sich nach vorn zu schieben und nicht nach oben wie etwa beim Laufen“, erläutert Teresa Zurek. „Man darf auch keine Trippelschritte machen. Mit einem kräftigen Abdruck wird das sogenannte Schwungbein mit leicht eingeknickter Hüfte unter dem Körper hindurchgezogen und nach vorn ausgestreckt. Dabei muss man darauf achten, dass das Bein beim Aufsetzen ein durchgestrecktes Knie hat, möglichst sollte man sogar überstrecken. Das Bein nimmt dann ein wenig die Form einer Sichel an.“

Gelbe Kelle mit schwarzer Schlangenlinie

Sobald der eine Fuß aufsetzt – und erst dann – darf der andere regelkonform abheben. Ist das nicht der Fall, wenn der Geher also „springt“, dann wird er vom Gehrichter mit einer gelben Kelle ermahnt. Darauf finden sich als Symbol eine schwarze Schlangenlinie. Das signalisiert dem Geher den fehlenden Bodenkontakt. Der Geher muss also immer schön auf dem Teppich bleiben. Eine Ermahnung kann es auch geben, wenn beim Aufsetzen des Beines das Knie nicht durchgestreckt ist. Dann hat die Kelle das Symbol einer Pfeilspitze.

Teresa Zurek hat in ihrer Karriere schon Disqualifikationen erlebt. Die Zweite der U20-EM von 2017 sagt: „Das ist natürlich ärgerlich. Man will ja gern ins Ziel kommen. Das Problem ist, wenn man den ersten und dann noch einen zweiten Antrag auf Disqualifikation erhält, also die rote Kelle, fängt man an zu grübeln. Dann rattert es richtig im Kopf. Dann geht man zwar automatisch langsamer, aber das heißt nicht, dass man technisch sauberer wird.“ Die dritte rote Kelle, also die dritte Verwarnung, bedeutet automatisch den Wettkampf-Ausschluss.

Die ebenfalls erst 20 Jahre alte Saska Feige ergänzt: „Die Bewegungen sind bei uns Automatismen geworden. Wichtig ist es auch, die Arme gut mitzunehmen. Denn das unterstützt den Zug nach vorn.“ Mit dem richtigen Hüftschwung soll es auf der EM-Strecke mit Stil vorwärts gehen.

Neue Regel: Zeitstrafe bei Roter Karte

Bei der Team-WM im Mai in China wurde erstmals die „Pit Lane Rule“ eingesetzt, die bei der EM aber nicht angewendet wird.

Wenn ein Athlet drei rote Karten erhält, wird er nicht sofort disqualifiziert. Er muss in eine Boxengasse, wo er eine Zeitstrafe in Abhängigkeit von der Distanz erhält (eine Minute bei 10 km, zwei Minuten bei 20 km Rennen und fünf Minuten bei 50 km).

Der Athlet kann danach den Wettkampf fortsetzen. Erhält er eine vierte rote Karte, führt dies zur Disqualifikation.

In der Diskussion ist auch die Einführung einer kleinen Strafrunde, ähnlich wie beim Biathlon.

Von Peter Stein

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