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Sportbuzzer Goldmedaille mit acht Jahren Verspätung
Sportbuzzer Goldmedaille mit acht Jahren Verspätung
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18:19 13.08.2018
Nachträglich EM-Gold für die 4 x 400 Meter Staffel von 2010 mit Fabienne Kohlmann, Esther Cremer, Janin Lindenberg und Claudia Grunwald (v.l.) auf der Europäischen Meile am Breitscheidplatz in Berlin. Quelle: foto: Hendrik Schmidt/dpa
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Berlin

Vor acht Jahren war Claudia Grunwald – damals noch unter ihrem Geburtsnamen Hoffmann – vom SC Potsdam mit Janin Lindenberg (SC Magdeburg), Esther Cremer (TV Wattenscheid 01) und Fabienne Kohlmann (LG Karlstadt-Gambach-Lohr)

Claudia HOFFMANN, Esther CREMER, Janin LINDENBERG, Fabienne KOHLMANN (v.l.) mit der Silbermedaille Siegerehrung 4x400m Staffel Frauen Leichtathletik Europameisterschaft 2010 in Barcelona, Spanien am 01.08.2010. Quelle: Annegret Hilse/DPA

bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Barcelona über 4 x 400 Meter zur Silbermedaille gelaufen. Gold ging damals an das russische Quartett, das nachträglich vom Europäischen Leichtathletik-Verband EAA wegen Dopings disqualifiziert wurde. Während der EM in Berlin gab es nun eine Extra-Siegerehrung für das deutsche Quartett. Wie Zehnkämpfer Arthur Abele oder Speerwerfer Thomas Röhler durften sich die Potsdamerin Claudia Grunwald und ihre drei Staffelkameradinnen von 2010 auf dem Breitscheidplatz vor 10 000 Fans als Europameisterinnen feiern lassen. Sogar die Nationalhymne wurde gespielt.

„Das war unbeschreiblich, Gänsehaut pur. Schöner hätte ich es mir nicht vorstellen können. Wir hatten alle Tränen in den Augen, so gerührt waren wir“, schilderte die 35-Jährige ihre Eindrücke.

Zieleinlauf: Schlussläuferin Claudia HOFFMANN (GER) jubelt. 4x400m Staffel Frauen Finale Leichtathletik Europameisterschaft 2010 in Barcelona, Spanien am 01.08.2010 Quelle: Annegret Hilse/DPA

„Als ich Anfang Juni von der Ergebniskorrektur erfahren habe, konnte ich mir das kaum vorstellen, wie das nach so langer Zeit noch geschehen soll. Ich konnte nichts so richtig damit anfangen. Aber die feierliche Zeremonie hat alle meine Erwartungen übertroffen. Ich habe die Mädels noch mal zusammengetrommelt und wir hatten eine schöne Zeit in Berlin“, erzählte Claudia Grunwald noch immer ergriffen. „Wir sind nicht nur durch das Zuschauerspalier einmarschiert mit Abklatschen und so. Ganz besonders schön fand ich, dass meine Familie mit meinem Mann David und den beiden Kindern sowie mein ehemaliger Trainer Frank Möller ganz vorn mit dabei waren. Das war emotional nicht zu toppen.“

Nun zwei Medaillen von einer EM

Claudia Grunwald, die im Potsdamer Ortsteil Fahrland wohnt und deren Kinder Max und Victoria fünf beziehungsweise zwei Jahre alt sind, arbeitet im Qualitätsmanagement der Havellandkliniken in ihrer Geburtsstadt Nauen. Die Goldmedaille, die die originale Schleifenform jener Plakette von 2010 hat, werde sie neben die Silbermedaille legen. „Da hängt ja jetzt eine besondere Geschichte dran“, spielt die Potsdamerin auf die leider zur Regel gewordenen nachträglichen Korrekturen aufgrund von Dopingvergehen an. „Das zeigt aber auch, dass dagegen angekämpft wird und Betrüger bestraft werden.“ Dann erinnerte sie sich noch: „Wir haben damals die Silbermedaille in Barcelona auch ordentlich gefeiert.“

Die Schlussläuferin von 2010 verweist darauf, dass ihre damalige Zeit von 3:24,07 Minuten auch in Berlin 2018 zu EM-Gold gereicht hätte. Das deutsche Quartett wurde heuer nur Sechster. „Auch die heutigen Zeiten der Athleten in den einzelnen Disziplinen zeigen mir, dass der Sport sauberer geworden ist“, meinte sie noch abschließend.

Wenn das Leichtathletikherz höher schlägt

Dass die Leichtathletik so begeisterte und am Samstagabend über 60 000 Zuschauer ins Olympiastadion lockte, fand sie super. „Das zeigt nach wie vor die Attraktivität der Sportart. Das lässt mein Leichtathletikherz höher schlagen. Auch die Europäische Meile in der Berliner City war ein Erfolg. Die Zuschauer haben das super angenommen und die Sportler offenbar auch.“ Dann stellte Claudia Grundwald noch mal klar, für die das nunmehrige EM-Gold der größte Erfolg ihrer Karriere ist, die sie 2012 beendet hatte: „Die Siegerehrung in Berlin hat die von Barcelona vor acht Jahren emotional noch mal übertroffen, vor allem weil meine Kinder dabei waren. Das bedeutet mir sehr viel. Nun kann ich noch zufriedener einen Schlussstrich unter meine sportliche Laufbahn ziehen.“

Von Peter Stein

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