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Lokalsport Eisbären-Kapitän Rankel: Der Akku ist wieder voll
Sportbuzzer Lokalsport Eisbären-Kapitän Rankel: Der Akku ist wieder voll
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18:03 27.03.2018
Die Nummer 24 ist eine feste Größe im Team der Eisbären: André Rankel (r.). Quelle: dpa
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Berlin

Ein Eisbär im Tierpark Berlin. André Rankel, Kapitän der Eisbären Berlin, nutzte das freie Wochenende für einen Familienausflug. Die Töchter Mira (8) und Nora (5) waren begeistert und der Vater bekam nach dem Playoff-Viertelfinale den Akku im Turboladetempo wieder voll. „Diese freie Zeit mit der Familie genieße ich immer“, sagt Rankel.

Eine Schippe drauflegen

Denn er weiß, Ostern bleibt dafür keine Zeit. Am Donnerstag (19.30 Uhr, Arena am Ostbahnhof) starten die Berliner in das Halbfinale („Best of seven“) der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen die Nürnberg Ice Tigers. „Wenn ich Ostern nicht mehr spiele, dann ist irgendwas schief gelaufen“, hat sich Rankel daran gewöhnt. Seit 15 Jahren trägt er das Eisbärenfell, wurde sieben Mal mit dem Team Meister. Aber der letzte Titel ist fünf Jahre her. Doch der Hauptrundenzweite hat im Duell mit dem -dritten einen schweren Brocken vor sich. Nicht, dass einen Haudegen wie den 32-Jährigen die Saisonbilanz von vier Niederlagen in vier Spielen schrecken würde. „Das ist nur ein Thema für die Presse. Für uns hat das keine Bedeutung“, erklärt Rankel. „Die Playoffs sind eine ganz andere Nummer. Aber natürlich ist Nürnberg eine starke, kompakte Mannschaft, die in der Hauptrunde nur einen Punkt hinter uns war. Aber ich bin jemand, der nicht so sehr auf den Gegner schaut. Wir müssen unsere beste Leistung bringen. Gegen Wolfsburg haben wir gesehen, dass es an der einen oder anderen Stelle noch hapert. Für das Halbfinale müssen wir noch mal eine Schippe drauflegen.“

Rankel mag die Playoffs

Einer wie Rankel, der seit fünf Jahren die Kapitänsrolle inne hat, kann das ganz besonders gut. Weil seine Einstellung immer stimmt, ist er Liebling der Fans, die ihn gern lautstark feiern: „André Rankel – du bist der beste Mann!“ Dem Außenstürmer, der seit Jahren mit seiner Familie am östlichen Stadtrand der Hauptstadt im Brandenburgischen wohnt, macht die fünfte Jahreszeit besonders viel Spaß auf dem Eis. „Da gibt es ein paar Sticheleien und Reibereien mehr. Da geht es um was. Da gibt man einfach alles und oft noch ein bisschen mehr. Das sind im Optimalfall sechs Wochen, die man so richtig durchziehen kann“, schildert er seine Vorlieben.

Berlin will Heimvorteil nutzen

Der Linksschütze, der in diesem Monat auch zum DEL-Rekordtorschützen der Eisbären mit inzwischen 228 Toren vor Legende Sven Felski (224) aufstieg, nimmt aus dem denkwürdigen 7:6-Thriller gegen Wolfsburg nur das Positive mit: „Am Ende haben wir das Spiel gewonnen und sind ins Halbfinale eingezogen. Wir hatten immer eine Antwort parat, haben uns nicht aus dem Konzept bringen lassen“, sagt Rankel. „Natürlich darf man sich eine 5:3-Führung nicht mehr aus der Hand nehmen lassen. Aber ein Sieg in der Verlängerung bringt immer noch einen besonderen Kick mit. Deshalb dürfen wir selbstbewusst in die Serie gegen Nürnberg gehen.“

Dass die Franken im Viertelfinale gegen Köln dreimal auswärts gewannen, spielt für Rankel keine Rolle. „Wir sind nicht Köln, sondern die Eisbären. Wir wollen unseren Heimvorteil nutzen.“ Die Fans werden zu Ostern ganz sicher in Scharen in die Arena strömen, der nächste Tierparkbesuch muss warten.

Von Peter Stein

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