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Havelland Holzkleiderbügel von überall her
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01:15 17.08.2018
Sammler Hartmut Müller gibt den Paneelen an der Decke im Flur eine persönliche Note. Quelle: Andreas Kaatz
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Nauen

Als Hartmut Müller vor vielen Jahren den ersten Holzkleiderbügel geschenkt bekam, wusste er noch nicht, was dies mal für Folgen haben wird. Damals arbeitete er noch bei Schwarze Pumpe in Hoyerswerda, und ein Kollege hatte ihm aus Geck für seine Arbeitsklamotten einen Bügel mit eingebrannter Inschrift geschenkt – von einem früheren Bekleidungsgeschäft in Sorau, in der polnischen Niederlausitz.

„Heute habe ich etwa 250 Bügel“, sagt Hartmut Müller. So richtig entflammte die Sammelleidenschaft des Naueners aber erst in Falkensee. Vor etwa 25 Jahren war er als Kundenbetreuer einer Krankenkasse unterwegs und hatte dabei auch in Engels Trödelhalle zu tun. „Da hing eine ganze Batterie von Holzkleiderbügeln mit schwarzen Inschriften. Die konnte ich doch da nicht hängen lassen. Das ging nicht. Also nahm ich sie mit“, sagt er schmunzelnd.

Bügel werden aufgeschraubt

Doch wohin damit? Um ihr Dasein auf irgendwelchen Kleiderstangen zu fristen, waren sie ihm zu schade. Da fiel sein Blick auf die Paneele Decke. Alles sah irgendwie gleich und monoton aus. Das störte ihn. Also kam Hartmut Müller auf die Idee, der Decke im Flur eine persönliche Note zu geben. So brachte er dort Leisten an und schraubte darauf die Bügel. Die hatte er vorher von Haken und Hosensteg befreit und mit Lack aufgehübscht.

Da hängen sie nun, die Bügel – ob von Herren-Moden Leese & Wolff aus Berlin, Fritz Keller aus Biberach, von der Städtischen Bühne Heidelberg, Firma Armbrecht in Helmstedt oder Theodor Scheuler aus Greifswald. „Für mich sind es vergangene Welten, weil die Firmen zu 90 Prozent nicht mehr existieren. So stellt es auch ein Stück Geschichte dar“, sagt der Nauener.

Auf der Suche nach Cassel

Und manchmal ist so ein Bügel für ihn auch ein Grund, um mal nachzuforschen, wo sich die jeweiligen Orte befinden. So kommt ein Kleiderbügel aus Cassel, Untere Königstraße. Manch andere Bügel stammen aus dem heutigen Polen. Die hatten die Besitzer einst auf der Flucht zum Kriegsende mitgebracht.

Außer, dass sie nicht doppelt sein dürfen, kommt es dem Sammler aber sonst nicht auf bestimmte Inschriften an. „Die Bügel müssen von der Form her in die Sammlung passen, müssen eine bestimmte Rundung haben, damit ich sie an die Decke bringen kann“, sagt er. Außerdem müssen sie optisch etwas hermachen und echt sein.

Weitere Bügel sind gern gesehen

Gern nimmt Hartmut Müller auch noch weitere Bügel. Die bekommt er von Kumpels oder auch aus Haushaltsauflösungen. Manche Bügel findet er auf Trödelmärkten. „Einen Euro oder 1,50 Euro gebe ich für einen Bügel aus, aber keine vier Euro wie es manchmal der Fall ist.“ Über Ebay versucht es der humorvolle Nauener erst gar nicht. „Dann ist es kein Sammeln mehr.“

Dass so mancher innerlich den Kopf schüttelt über sein spezielles Hobby, ist ihm durchaus bewusst. Für ihn aber kein Problem. „Ich sehe das locker und lache auch über mich selbst. Man darf sich selber nicht allzu ernst nehmen “, meint Müller, der sich als positiv Verrückten bezeichnet.

Noch ist im Flur genug Platz

Seine Frau Erika toleriert das Hobby. „Sie lacht darüber und geht mir auch zur Hand“, sagt er. Allerdings gibt es für sie auch Grenzen. „Manchmal ist es schon anstrengend. Ins Wohnzimmer kommen die Bügel jedenfalls nicht“, sagt Erika Müller lächelnd. Aber noch ist ja im Flur genug Platz, um die Bügel an der Decke zu platzieren.

Von Andreas Kaatz

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