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40 Jahre mit der Ringermatte auf Du und Du

Ringen 40 Jahre mit der Ringermatte auf Du und Du

Bernd Brennert hat sich seit seinem sechsten Lebensjahr dem Ringersport verschrieben – heute ist der 52-Jährige Vereinschef des 1. Hennigsdorfer RV und wird in der MAZ-Serie „Treue Seele“ porträtiert.

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Bernd Brennert (r.) in seinem Element.

Quelle: Maz

Hennigsdorf. Bernd Brennert ist ein Ringer mit Leib und Seele. Seit 46 Jahren hat sich der Hennigsdorfer dem Sport und vor allem dem Ringerstandort Hennigsdorf verschrieben.

An seine Anfänge kann sich der heutige Vereinschef des 1. Hennigsdorfer Ringervereins noch gut erinnern: „In der 1. Klasse wurde ich gesichtet und anschließend von Klaus Bartsch trainiert. Ich habe zwar anfänglich noch nebenbei Handball gespielt, mich aber dann recht schnell für das Ringen entschieden.“ Und das nicht ohne Grund. Brennert war talentiert und sammelte im Juniorensektor zahlreiche Erfolge. Brennert stand im Leistungskader der DDR. An einen besonderen Titelgewinn erinnert sich der 52-Jährige noch ganz genau – aus kulinarischem Grund: „1982 holte ich meinen ersten Bestentitel in Halle. Als Belohnung durfte ich auf der Rückfahrt im Zug in der ,Mitropa’ meinen ersten Broiler verspeisen, das war sensationell“, erinnert sich Bernd Brennert.

Die Sportförderung in der DDR sieht Brennert als großen Unterschied zur heutigen Zeit, sie war seiner Meinung nach zu damaliger Zeit effektiver. „Allein Förderung und Sichtung waren viel intensiver, der Stellenwert ein ganz anderer als heute. Ich wurde schon zu Kindeszeiten von absoluten Top-Trainern trainiert. Heute geht wahnsinnig viel über Eigenverantwortung, vor allem in finanziellen Dingen. Da sind die Eltern extrem gefragt.“ Durch diese Problemfelder sieht Brennert auch viele Talente durchs Raster fallen. „Da, wo man Erfolg hat, will man doch auch bleiben. Das war bei mir als Kind auch so. Ich habe auch gerne Handball gespielt, aber dann einfach die Erfolge beim Ringen genossen. Um da heutzutage hinzukommen, bedarf es vieler Wege, die oft nicht immer etwas mit dem Sport zu tun haben.“

Auch nach über 40 Jahren liebt Bernd Brennert seinen Sport: „Ich mag das Ringen einfach. Es gibt nur dich, deinen Gegner und dann offenes Visier.“ Seine Heimat ist dabei immer Hennigsdorf geblieben. Seit 1972 ist Brennert Mitglied im Hennigsdorfer Verein und das über Jahrzehnte hinweg auch immer geblieben. Auch in schweren Zeiten stand er zur Stahlarbeiterstadt.

An einen der dunkelsten Momente kann sich der Hennigsdorfer noch genau erinnern. 1995 wurde die alte Ringerhalle auf dem Stahl-Sportplatzgelände abgerissen, für Brennert ein Tiefpunkt. „Daran hat der Ringerstandort Hennigsdorf zehn Jahre lang zu knabbern gehabt. Der Hallenabriss war ein tiefer Schlag in die Magengrube und eigentlich stand das Ringen in Hennigsdorf vor dem Aus. Wir haben viele Ringer damals verloren“, bedauert Brennert. 1999 entstand dann in Nieder Neuendorf eine neue Halle – sie ist bis heute die Heimat des HRV. Seit 2000 ist Brennert Vereinsvorsitzender. „Ich bin total stolz darauf, was wir in den letzten 17 Jahren erreicht haben. Es gab viele wichtige Menschen in dieser Zeit, wie zum Beispiel Michael Meseck, Steffen Bott oder Wesselin Rusev, um nur einige zu nennen.“

Um den Ist-Zustand bei seinem Verein macht sich Brennert keine Sorgen, er sieht der Zukunft positiv entgegen. „Wir haben aktuell glücklicherweise einen großen Zulauf, besonders im Nachwuchsbereich. Das ist schön zu sehen.“ Wie lange er den Posten des Vereinsvorsitzenden noch ausübt, weiß er nicht. „Wir sind vorstandsmäßig gut aufgestellt. Mit Michael Martinke, Alex Kebernik oder meinem Sohn Norman haben wir junge Leute mit tollen Ideen.“ Für die nähere Zukunft hat Bernd Brennert zwei Wünsche: „Natürlich, über allem steht die Gesundheit. Für meinen Verein würde ich mir ein eigenes Vereinsheim wünschen, das fehlt uns.“

Von Knut Hagedorn

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