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Oberhavel Der Mann, der immer einen Schritt nach vorn geht
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14:20 29.09.2017
David Sauß im Vorwärtsgang. Quelle: Robert Roeske
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Oranienburg

Es ging immer irgendwie vorwärts bei David Sauß. Mit jedem Verein, dessen Trikot er überzog, stiegen die Herausforderungen. Er wollte das so. Inzwischen gilt er bei seinem vierten Verein, dem Oranienburger HC, längst als feste Größe. Für das Oberhavelteam ging er gerade in seine dritte Saison. Am kommenden Sonnabend bestreitet er sein 66. Punktspiel für die Oranienburger in der 3. Liga. „Es war immer notwendig“, sagt er zu seinen bisherigen Vereinswechseln. Beim MTV Gifhorn strich er als C-Jugendlicher die Segel, weil die Gegenwehr der Gegner nicht ausreichte, um als Mannschaft gefordert zu werden. „Wir waren damals ein recht guter Jahrgang und sind dann zu fünft zum MTV Braunschweig gegangen. In Braunschweig hatten wir in der B- und A-Jugend-Oberliga eine gute Zeit.“ Das erste Männerteam des MTV spielte damals noch in der 5. Liga. Als der Aufbruch im Verein unter dem einstigen Bundesligatrainer Volker Mudrow (u. a. Lemgo und Wetzlar) begann, war David Sauß bereits weg. Er heute beim HSV Hannover an. Dessen Trainer Stephan Lux hatte ihn in die niedersächsische Landeshauptstadt geholt; beide kannten sich von der Landesauswahl, die Lux betreute.

Als A-Jugendlicher auf der Linksaußenposition

Als A-Jugendlicher bekam er die Chance, im Drittligateam mitzumischen. „In dem Jahr wurde ich auf die Linksaußenposition gesetzt, war dort nur dritter Mann. Ich hatte fünf Einsätze“, erinnert er sich. Auch im zweiten Jahr bei den HSV-Männern spielte er als Außen. Danach rutschte er in den Rückraum, mal links, mal rechts - und machte auf sich aufmerksam. Seine Qualitäten blieben auch den Machern des Oranienburger HC nicht verborgen. Als David Sauß 2015 Trainer Christian Pahl anrief, brauchte der nur wenige Minuten, um dem wurfgewaltigen Rechtshänder nach kurzer Rücksprache eine Einladung zum Training auszusprechen. „Nicht zum Probetraining, sondern zum Kennenlernen“, sagt sein Coach. Wer in der 3. Liga dabei ist, muss nicht vorspielen.“

„Ich wollte damals einen Tapetenwechsel. Es gab einen Kontakt nach Burgdorf, zu Trainer Heidmar Felixsson, daraus wurde aber nichts. Und dann gab es nur noch den OHC, zu dem ich Verbindung aufnahm. Ich bin wegen des Handballs hier.“ Eine glückliche Fügung für ihn und den OHC: in Berlin studierte er weiter. Seine Schwester wohnt auch in der Hauptstadt. Und der Verein bekam einen Shooter für den Rückraum. In seinem zweiten Jahr avancierte er zum besten Werfer des OHC (142 Tore). „Da fühle ich mich auch wohler als auf der Linksaußenposition. Ich glaube, auf Außen könnte ich nicht mehr spielen, da macht mein Handgelenk gar nicht mehr mit.“

„Wir brauchen uns nicht zu verstecken“

Am Sonnabend um 18.30 Uhr stehen die Oranienburger Handballer vor einer schwierigen Prüfung. Gegen die Mecklenburger Stiere sollen die nächsten Punkte geholt werden. „Wir sind als Mannschaft mit den Neuzugängen recht breit aufgestellt, brauchen uns nicht zu verstecken. Ich glaube, wenn wir Geduld haben und die Abläufe noch verbessern, können wir wieder eine gute Rolle spielen in dieser Saison.“ Die Schweriner hätten eine gute Truppe mit starken Einzelspielern beisammen; so die beiden Außen. Im Sommer gewannen sie das Turnier in Oranienburg. „In den beiden Jahren zuvor war es so, dass die Sieger jeweils in die 2. Liga aufgestiegen sind.“

Trainer Christian Pahl: „Bin froh, dass wir ihn haben“

Oranienburgs Trainer Christian Pahl hat sich die bisherigen Partien der Schweriner angesehen. „Kurios“, sagt er über die Spielverläufe, weil die Mecklenburger zweimal große Rückstände aufholten. Er glaubt, dass sie sich gegenüber dem Vorjahr punktuell verstärkt hätten (Torhüter, Kreis, Rückraum) und Linksaußen Christian Zufelde, einst Bundesligaspieler beim VfL Gummersbach, wieder richtig fit sei. „Generell gibt es wenige Geheimnisse voreinander. Wir können die Mannschaft bespielen, wir müssen dabei die ‚Knackpunktpositionen‘ gewinnen.“ Die Partie beim Matthäi-Cup im Sommer ging klar an Schwerin. „Aber wir haben uns seitdem weiterentwickelt“, so der Coach, der am Sonnabend auf alle Spieler zurückgreifen kann, die auch am vorigen Wochenende aufliefen. Janis Bohle ist wieder zurück. Und natürlich ist David Sauß dabei. „Er hat sich in seiner Zeit bei uns sehr gut entwickelt und ist zu einem Leistungsträger geworden. Er fehlt beim Training nie, gibt immer Gas.“, sagt sein Trainer über ihn. Und: „Was fehlt, ist die Konstanz. Ich glaube, er weiß gar nicht, welches Potenzial er hat. Ich bin sehr froh und stolz, dass wir ihn haben und er sich damals für uns entschieden hat.“

Am Sonnabend ertönt der Anpfiff in der MBS-Arena um 18.30 Uhr. David Sauß: „Ich glaube, dass die vor uns gewarnt sind. Auch deshalb, weil wir in der vorigen Saison zweimal gegen sie gewonnen haben.“

Von Stefan Blumberg

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