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Die Akte Slawomir G. wird vorerst geschlossen

Motorsport Die Akte Slawomir G. wird vorerst geschlossen

Der ehemalige Geschäftsführer der World-Speedway-League ist nach einer geplatzten Veranstaltung in Wolfslake mit den Eintrittsgeldern verschwunden.

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Der Sport soll auf dem Speedway-Areal Wolfslake zukünftig wieder im Vordergrund stehen.

Quelle: Roeske

Wolfslake. Das Speedway-Team Wolfslake hat in dieser Woche mit der Veröffentlichung eines Schreibens der Staatsanwaltschaft Neuruppin auf der vereinseigenen Facebook-Seite Stellung zu einem Betrugsfall aus dem Jahr 2015 bezogen. In dem Schreiben teilt die Staatsanwaltschaft mit, dass der Beschuldigte, der einstige Geschäftsführer der World-Speedway-League Slawomir G., aktuell nicht polizeilich auffindbar ist.

Slawomir G. wird laut Verein vorgeworfen, eine Veranstaltung auf dem Speedway-Gelände in Wolfslake nicht durchgeführt, aber trotzdem die Eintrittsgelder einbehalten zu haben. Damit sei der Ruf des Motorsportstandortes Wolfslake in Mitleidenschaft gezogen worden, heißt es aus dem Verein. „Genau aus diesem Grund haben wir nun auch den Stand der Dinge mal offengelegt, um allen zu zeigen, dass wir weiterhin sehr daran interessiert sind, den Fall aufzuklären“, erklärt Jürgen Ehmke, Vereinsvorsitzender des Wolfslaker Speedway-Teams, auf MAZ-Nachfrage.

Im März 2015 sollte auf dem Speedwayareal in Wolfslake ein Rennen der besonderen Art stattfinden. Die Speedway-Landesmeister aus Polen, England, Schweden und Dänemark sollten in einer „World Champions League“ den Weltmeister küren. Veranstalter dieses Rennevents war der beschuldigte Slawomir G. aus Polen.

Allerdings kam es zu keinem Rennen, trotz bereits diverser verkaufter Eintrittskarten fand die Veranstaltung nicht statt. Ein zunächst angekündigter Ersatztermin wurde auch nicht eingehalten – summa summarum war Slawomir G. samt der Eintrittsgelder verschwunden. „Natürlich kamen viele Geschädigte anschließend auch zu uns und forderten die Eintrittsgelder zurück. Allerdings hatten wir mit der Finanzierung überhaupt nichts zu tun, wir waren nur Austragungsort und haben selbst finanzielle Einbußen hinnehmen müssen“, beschreibt Ehmke die Situation. „Als Auflage sollten wir zum Beispiel eine zusätzliche Stahlrohrtribüne errichten, auch dieses Geld ist futsch“, so der Vereinschef weiter. Für Ehmke geht es vor allem um den Ruf des eigenen Vereins. „Uns ist es wichtig klarzustellen, dass wir ebenfalls geschädigt sind. Deshalb sind wir sehr darauf bedacht, diesen Fall auch weiter zu verfolgen. Es geht hier auch um den guten Ruf unseres Standortes.“

Solch ein Szenario sei im Vorhinein nicht zu erwarten gewesen, erklärt Ehmke weiter: „Wir hatten uns im Vorfeld natürlich seine Vita angeschaut und hatten eigentlich nur Positives gehört. Er hatte größere Sportereignisse in Polen durchgeführt. Ich glaube aber, dass er die Auflagen des Weltverbandes für den Motorsport kolossal unterschätzt hat und so in finanzielle Schieflage kam“, so Ehmke über den besagten einstigen Geschäftsführer der WSL.

An einen Rückfluss des Geldes und eine rechtliche Aufklärung glaubt der Wolfslaker Vereinschef Jürgen Ehmke nicht wirklich, hat aber für sich selbst schon Lehren aus diesem Fall gezogen: „Wir bleiben weiter am Ball, große Hoffnungen mache ich mir aber nicht, dass der Fall komplett aufgeklärt wird. Momentan ist das Verfahren laut der Staatsanwaltschaft eingestellt, weil Slawomir G. nicht auffindbar ist. Auch seine Firma gibt es seit geraumer Zeit nicht mehr. Für uns ist aber klar, dass wir seit diesem Vorfall nicht mehr in finanzielle Vorleistung gehen werden. Wir sind ein kleiner Verein und müssen mit jedem Euro gewissenhaft umgehen.“

Veranstaltungen dieser Größenordnung möchte man als Verein dennoch auch zukünftig in Wolfslake durchführen, dann aber bei den Vorbereitungen nur mit vorhandenem Geld planen.

Von Knut Hagedorn

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