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Oberhavel Eric Stadie steht ohne Beach-Partner da
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18:00 15.01.2019
Muss sich nach nur drei Monaten einen neuen Partner für die Beachvolleyball-Saison suchen: Eric Stadie. Quelle: imago/Beautiful Sports
Lindow

Am Sonnabend strahlte Eric Stadie noch über beide Ohren, als der Außenangreifer des SV Lindow-Gransee mit seinem Team das Spitzenspiel der 2. Volleyball-Bundesliga Nord gegen CV Mitteldeutschland mit 3:1 gewann. Zwei Tage später ließ der 22-Jährige, der als Volleyballer auch im Sand aktiv ist, in einem persönlichen Schreiben auf der Facebookseite „Robin Sowa & Eric Stadie – Beachvolleyball“ aber mächtig Luft ab, weil „unser Team vom Verband getrennt wurde“.

Was war passiert? Nach der Deutschen Meisterschaft im Beachvolleyball am Timmendorfer Strand, fanden sich im September alle neuen Teams zusammen. „Grundsätzlich gibt der Verband meist Tipps, mit wem man ein Duo bilden soll. Robin und mir war aber schnell klar, dass wir ein Team bilden werden“, stellten sich bei Stadie, der in Berlin lebt und Sportwissenschaften studiert, sowie dem 19-jährigen Sowa auch schnell Erfolge ein.

Umgang zwischen Entscheidungsträgern und Athleten hinterfragt

Auf der World Tour gewann das Duo in Siofok (Ungarn) Bronze, im slowenischen Ljubljana folgte bei einem Ein-Stern-Turnier ein starker vierter Platz. „Wir haben gut harmoniert, sind auch neben dem Platz befreundet“, so Stadie, der nun der Leidtragende von der Auflösung eines anderen Paares ist, denn Anfang Dezember zog sich Milan Sievers, der mit Lukas Pfretzschner ein Team bildete, vom Beachvolleyball zurück.

Wie Stadie erklärt, erhielt sein Partner Robin Sowa kurze Zeit später erste Anrufe vom Verband. „Ihm wurde schnell klar gemacht, dass er entweder mit Lukas Pfretzschner ein neues Team bilden kann, oder ihm mehrere Steine in seine sportliche Laufbahn gelegt werden“, hinterfragt der Lindower Volleyballer den Umgang zwischen Entscheidungsträgern und Athleten: „Ich distanziere mich von diesem System und bin fassungslos, dass einem jungen Sportler mit Förderungsentzug und weiteren Konsequenzen gedroht wird.“

Verband reagiert mit Kommentar auf Facebook

Während es für Robin Sowa, den laut Stadie keine Schuld trifft und der „bis zum Schluss für uns als Team gekämpft hat“, mit Pfretzschner weitergeht, ist die Zukunft von Eric Stadie nun erst einmal offen. „Ich habe den Bundeskader-Status und wurde bis zum 31. Dezember 2019 verlängert, weshalb mir nicht viel passieren kann. Auch wenn es nicht so oft vorkommt, dass jemand den Mund aufmacht. Ich finde es traurig, dass bis heute niemand vom Verband mit mir gesprochen hat, lediglich Nachwuchs-Bundestrainer Kay Matysik hatte sich etwas Zeit genommen. Die Trennung betrifft nicht nur mich, da hängen auch Sponsoren und viele Leute mit dran“, sagt der 1,90-Meter-Schlaks, zu dessen größten Erfolgen der 2. Platz bei den Deutschen Meisterschaften 2017 und der Weltmeistertitel bei der Studenten-WM 2018 gehören.

Niclas Hildebrand, Sportdirektor Beach- und Snow-Volleyball beim Deutschen Volleyball-Verband, war am Dienstag telefonisch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Dafür antwortete die Seite „Deutsche Volleyball-Nationalmannschaften“ auf den mutigen Facebook-Beitrag, welcher bereits über 200 Mal geteilt wurde: „Hallo Eric, erst einmal Respekt für deine offenen und emotionalen Worte. Wir haben für deine Enttäuschung Verständnis. Nach dem Karriereende von Milan Sievers haben unser Sportdirektor Niclas Hildebrand und die Nachwuchs-Bundestrainer in dem Team Lukas Pfretzschner/Robin Sowa die bestmögliche Perspektive für eine langfristig erfolgreiche Zukunft auf absolutem Spitzenniveau gesehen und dies allen Beteiligten kommuniziert. Dieser Vorgang ist nicht ungewöhnlich im Spitzensport und wurde auch nicht vorangetrieben, weil wir dir Schaden zufügen wollten, sondern weil wir in dem neuen Team die besten Möglichkeiten für den männlichen Beach-Volleyball in der Zukunft gesehen haben.“

Traum von einer Olympia-Teilnahme in weiter Ferne

Im Mai startet die Deutsche Tour, bis dahin sollte Eric Stadie einen neuen Partner gefunden haben. „Ich habe schon mit ein, zwei Leuten gesprochen, muss mir jetzt aber selbst noch Gedanken machen, wie die Zukunft aussieht.“ Anfang Januar war er bereits mit dem Hessen Paul Becker bei einem Vier-Sterne-Turnier in Den Haag (Niederlande) im Einsatz, weitere könnten folgen: „Paul spielt mit seinem Partner nur in Deutschland. Deswegen hat er mir angeboten, vorher noch international, vielleicht in Asien oder auch Sydney, unterwegs zu sein.“

Eine Unterstützung, die jedoch nur ein schwacher Trost ist – auch hinsichtlich des Olympia-Traums: „Davon bin ich im Moment weit entfernt. Und wenn man den Verband gegen sich hat, wird es definitiv nicht leichter.“

Von Marius Böttcher

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