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Oberhavel Hüseyin Öksüz – ein Mann setzt sich etwas in den Kopf
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02:21 26.03.2018
Hüseyin Öksüz (l.) fühlt sich pudelwohl beim Oranienburger HC und hofft auf einen Sieg gegen den TSV Altenholz. Quelle: Robert Roeske
Oranienburg

Er setzte es sich irgendwann einmal in den Kopf – und zog es durch: in Deutschland Handball spielen. Hüseyin Öksüz verknüpfte diesen Wunsch mit einem Studium. Aus diesen beiden Gründen kam er 2015 nach Deutschland und fand im Herbst desselben Jahres den Weg zum Oranienburger HC. Allerdings musste er fast ein Jahr auf seine Spielberechtigung warten, am 22. September 2016 kam sie. Seitdem gilt er offiziell als Spieler der Drittliga-Mannschaft des OHC. „Ich fühle mich hier sehr wohl. Alle zeigten von Anfang an, dass ich zur OHC-Familie gehöre. Das hatte sich so nicht unbedingt erwartet. Ich wurde mit offenen Armen empfangen.“ In der Türkei, seinem Heimatland, wäre das nicht so schnell gegangen, sagt er. Er sagt, beim OHC habe er wesentlich die deutsche Kultur und den deutschen Lebensstil gelernt.

„Hier geht alles viel schneller und kraftvoller zu“

Unterschiede gebe es auch auf handballerischer Ebene. „Hier in Deutschland geht alles viel schneller und kraftvoller zu. Die Sportkulturen beider Länder sind schwer zu vergleichen.“ In der Türkei sei Handball noch ein Baby, würde nur wenig unterstützt. In Deutschland sei die Qualität sehr hoch; beim OHC sehe man das auch vom ersten bis zum letzten Spieler.

Diese Qualität brauchen die Oranienburger, um am Sonnabend in der 3. Liga zu bestehen. Dann reist der Tabellenzweite TSV Altenholz an. Hüseyin Öksüz war im Hinspiel (26:28-Niederlage) dabei, musste aber verletzungsbedingt von außen zusehen. „Die haben eine gute Mannschaft und einen breiten Kader. Aber wir waren nah dran am Punktgewinn“, erinnert sich der 29-Jährige. Die gute Abwehr habe es den offensivstarken Altenholzern schwer gemacht. Der Oranienburger Trainer Christian Pahl sieht die Altenholzer gemeinsam mit Spitzenreiter HSV Hamburg und auch den Mecklenburger Stieren in einer eigenen Liga spielen. „Das Umschaltverhalten praktizieren sie wie kein anderes Team der Liga. Altenholz erzielt unheimlich viele Tore im direkten oder erweiterten Gegenstoß“, so der Coach. Der ehemalige Trainer Mannhard Beche (jetzt Schwerin) habe diese Spielweise zementiert.

Personelle Lage ein Luxusproblem

Dennoch hat es der OHC hinbekommen, den TSV im Hinspiel zu ärgern. „Da konnten wir die Spieler stellen, deshalb hielten wir die Begegnung 60 Minuten lang offen“, erinnert sich Christian Pahl. Das wird auch am Sonnabend ab 18.30 Uhr in der MBS-Arena das Ziel sein.

Die Chancen, dass Rückraumspieler Hüseyin Öksüz auf der Platte stehen wird, stehen nicht so schlecht. Alle 18 Spieler sind einsatzbereit. Aus dem Kader gestrichen wurden für die Partie Christian Riedel, Stephan Kleinert und Eike Wertz. Somit werden 15 Spielernamen das Protokoll zieren. Die personelle Lage bezeichnet der Rechtshänder „als Luxusproblem“ – für Trainer und Spieler. „So macht es natürlich mehr Spaß. Und jeder muss immer kämpfen, muss 100 Prozent geben“, so der 29-Jährige. Er findet es durchaus ärgerlich, wenn er nicht spielt, „aber ich sage immer: Wenn mich die Mannschaft braucht, bin ich da. Und wenn ich nicht spiele, akzeptiere ich das“, so der Mann mit der Trikotnummer 28 auf dem Rücken, der das Handball-Abc in der Türkei lernte.

„Ich möchte später Trainer werden“

Als Zehnjähriger fing er an, spielte für sechs Clubs. Der größte: Besiktas Istanbul, das war damals in der ersten türkischen Liga. Ein paar Jahre später landete er in Deutschland. Der OHC ist sein siebter und soll möglichst sein letzter Verein als Spieler sein. „Im Moment verkörpert er wie kein anderer im Team den Oranienburger HC. Er geht im Training immer ans Limit, agiert fehlerfrei. Wenn er das auch in den Spielen zeigen würde, bekäme er mehr Einsatzzeiten“, beschreibt Pahl den freundlich und besonnen auftretenden Hüseyin. Wenn der mal nicht mehr auf dem Spielfeld steht, würde er gern den Platz daneben einnehmen. „Ich möchte später Trainer werden“, sagt er mit einem weiten Blick voraus. Vorher steht aber noch ein ganz anderes Stück Arbeit an: den TSV Altenholz aus dem Weg räumen.

Von Stefan Blumberg

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