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Oberhavel Max und Moritz sind die Chefs auf dem Feld
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21:07 01.03.2016
Moritz Hagedorn (l.) und Max Ritter sind seit einem halben Jahr beim Handball ein Schiedsrichterteam und spielen in der B-Jugend des OHC. Quelle: Robert Roeske
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Oranienburg

Max und Moritz, diese beiden – nein, sie haben keinen neuen Streich ausgeheckt. Auch wenn das Gespann immer mal wieder auf die beiden Figuren aus der Wilhelm-Busch-Geschichte angesprochen wird: Ihnen geht es nicht um Streiche. Ganz im Gegenteil, in gewisser Hinsicht wollen sie Streiche eher verhindern. Oder eher: Regelverstöße. Seit zwei Jahren arbeiten Max Ritter (15) und Moritz Hagedorn (16) als Schiedsrichter beim Oranienburger Handballclub, seit einem halben Jahr als Team.

Wenn sie auf dem Feld stehen, dann verstehen sich ohne Worte. Gesten und Zeichen reichen. „Das funktioniert“, sagt Moritz. Klopft der eine auf die Brusttasche, dann könnte eine „Gelbe Karte“ ins Spiel kommen. Dauert ein Angriff zu lange, nehmen sie Augenkontakt auf, einer klopft auf die Uhr.

„Im Spiel hat ja jeder von uns seine Aufgabe“, sagt Max. Einer ist Tor-, der andere Feldschiedsrichter. Da wechseln sie sich auch schon mal ab. Und wenn sie sich nicht sicher sind, „dann halten wir das Spiel an, reden kurz und treffen eine Absprache.“ Moritz nickt: „Wir sind ja auch bloß Menschen.“

Max und Moritz spielen auch selbst Handball in der B-Jugend des OHC und kennen dementsprechend auch die andere Seite.

Vor zwei Jahren fing alles an

Vor zwei Jahren fing es an mit dem Pfeifen: „Es wurde Werbung für einen Schirikurs gemacht“, erzählt Max, der auf das Runge-Gymnasium geht. „Ich wurde gefragt, ob ich Interesse habe.“ Und er hatte, ebenso wie Moritz, Schüler am Louise-Henriette-Gymnasium. Ein Wochenende lang ging es zu einem Lehrgang, dort mussten sie auch eine Prüfung absolvieren. Später mussten sie mehrere Spiele gemeinsam mit einem erfahrenen Schiedsrichterwart und später mit weiteren erfahrenen Schiris pfeifen. „Dann bekommt man einen Schein“, so Moritz.

„Man fängt bei den Kleinen an“, erzählt er weiter. „Man braucht ja Selbstsicherheit, und am Anfang stand ich völlig unter Adrenalin.“ Wichtig war: runter kommen, der Herr auf dem Feld zu sein. Grundgelassenheit sei notwendig, dann sei vieles einfacher.

Das ist auch deshalb nötig, weil sich viele Zuschauer in der Halle ebenfalls als Schiri sehen. „Da gibt es drei Stufen“, sagt Max. „Bis zur D-Jugend sind die Zuschauer ziemlich aktiv und rufen viel rein.“ Von der A- bis zur C-Jugend gestalte sich das ruhiger. Bei den großen Spielen werde das dann wieder härter. „Dort gibt es dann mehr Beschwerden von außerhalb“, so Max weiter. „Aber man muss lernen, das auszublenden.“ Beide kritisieren, dass man in den Schirikursen zwar die Regelkunde lerne, „aber nicht den Umgang mit dem Publikum“, sagt Moritz. Es werde ihnen auch nicht beigebracht, wie man in besonders schwierigen Situationen mit den Trainern reden könne.

Spektakulär: Ein Spiel der 1. Männer-Mannschaft

Auf Kreisebene dürfen Max Ritter und Moritz Hagedorn alle Spiele pfeifen. „Sehr spektakulär war ein Testspiel der ersten Männermannschaft, das wir pfeifen durften“, sagt Moritz. „Da merkt man dann auch, wie hart sie spielen.“ Max ergänzt: „Es ist toll zu sehen, wie das im Profibereich abläuft.“

Ihr Ziel: „Man strebt schon die erste Bundesliga an – und natürlich die WM“, sagt Max. Was man können muss? „Man braucht Durchsetzungsvermögen, sollte aber nicht autoritär sein“, erzählt Moritz. „Man sollte sympathisch rüber kommen, nicht zu ernst.“ Max nickt: „Und Konzentrationsfähigkeit ist gefordert, um richtige Entscheidungen zu treffen.“

Der Handball spielt im Leben der beiden die größte Rolle. Max möchte später vielleicht Lehrer oder Erzieher werden. „Mit Kindern zu arbeiten, macht mir Spaß.“ Moritz spielt nebenher Gitarre und liest gern. Jetzt aber wollen sie erst mal am Ball bleiben – im wahrsten Sinne des Wortes. „Der Spaß am Handball lässt einen nie los ist“, sagt Moritz. Sein Schirikollege Max nickt nur und lächelt.

Von Robert Tiesler

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