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Oberhavel OHC dreht nach der Pause auf
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20:24 24.09.2017
Hüseyin Öksüz spielte stark (großes Bild). Quelle: Robert Roeske
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Oranienburger HC – DHK Flensborg 30:21 (15:14)

Einen eindrucksvollen Auftritt lieferte der Oranienburger HC am Sonnabendabend ab. Die Fans jubelten vor Begeisterung – vor allem wegen des Verlaufes der zweiten Halbzeit. Da nahm der OHC die Norddeutschen regelrecht auseinander – und nicht nur, weil Torwart Simon Herold innerhalb weniger Minuten eine Leistungsexplosion erlebte. Dabei hatte das Trainerteam schon fast an einen Torwarttausch gedacht. Die Geduld zahlte sich aus. In der zweiten Halbzeit glich er für die Flensborger Spieler einer Wand. „Ich hatte nicht gedacht, dass es so einen deutlichen Endstand gegen diese Mannschaft geben würde“, sagte Oranienburgs Trainer Christian Pahl. „Ich bin stolz auf die Mannschaft.“ Auch deshalb, weil dem Erfolg eine katastrophale Trainingswoche vorausgegangen war.

Eine Halbzeit lang Probleme mit dem Angriff der Gäste

Mühsam arbeitete sich der OHC durch Abschnitt eins. „Wir haben deren zweite und dritte Welle nicht unterbinden können“, sagte OHC-Rückraumspieler Hüseyin Öksüz. Kaum hatte der OHC einen Treffer erzielt, landete auch schon wieder ein Ball der Gäste im Oranienburger Gehäuse. Die Abwehr machte es dem DHK zu leicht, allerdings war dessen Angriffseffektivität in den ersten 30 Minuten auch sehr hoch. Die Gäste lagen vorn (2:1, 4:3, 7:4) und ließen maximal einen Gleichstand zu (2:2, 4:4, 7:7). Erst kurz vor dem Wechsel gelang es dem besten Oranienburger Werfer, Dennis Schmöker (neun Tore), die erste Führung für den Gastgeber zu erzielen (14:13). Der Vorsprung hielt bis zur Pause (15:14). Eine Aktie daran hatte Per Kohnagel (konnte in der Woche gar nicht trainieren), der zunächst auf der Bank Platz genommen hatte, nach knapp 20 Minuten das Parkett betrat und für mehr Belebung im bis dato etwas statischen Angriffsspiel sorgte. Allerdings lässt die Zahl der bis zur Pause erzielten Tore wenig Spielraum für Kritik.

Tjark Desler erklärt den Schiedsrichtern, dass der Ball von ihm nicht im Tor war. Quelle: AM

Sechs Tore am Stück – die Vorentscheidung

Nur noch kurz hielten die Flensborger nach dem Wiederanpfiff gegen. Sie konnten gegen den Tempohandball des OHC nichts mehr ausrichten. Vom 18:17 setzte sich die Mannschaft in einem wahren Sturmlauf auf 24:17 ab. „Jetzt lief alles besser – sowohl in der Abwehr als auch im Angriff. Simon Herold hielt hervorragend“, so Hüseyin Öksüz, der selbst stark spielte. In dieser Phase – beim Stand von 20:17 – zeigte Gästespieler Tjark Desler eine ganz große sportliche Geste. Einen Wurf von ihm sahen die Schiedsrichter im Tor und gaben den Treffer. Erst als Desler den Schiris sagte, dass der Ball nicht drin war, nahmen sie das Tor zurück. „Ich habe erst gar nicht mitbekommen, worüber diskutiert wurde. Deshalb bin ich etwas später zu den Schiedsrichtern gegangen. Ich finde, dass ist jetzt kein großes Ding, da muss man nicht drüber reden. Auch wenn man sich 60 Minuten beharkt, sollte es fair zugehen“, so der Rückraumspieler. OHC-Coach Christian Pahl findet das „eine überragende Geste, ich habe großen Respekt davor“.

Die Oranienburger waren vom Sieg nicht mehr abzubringen. Dominic Kehl löste seine Tor-Blockade und warf am Sonnabend seine ersten vier Saisontore. Und Youngster Nico Hecht, der in den verbleibenden Minuten aufs Spielfeld ging, war es auch vergönnt, einzunetzen. Es war sein erster Pflichtspieltreffen. „Jetzt kann ich gut schlafen“, sagte er.

Von Stefan Blumberg

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