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Oberhavel Oranienburger HC wird in Hamburg überrannt
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13:11 05.11.2017
Trainer im Dialog: OHC-Coach Christian Pahl (l.) und HSV-Trainer „Toto“ Jansen, Weltmeister von 2007. Quelle: Blumberg
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Hamburg


3. Handball-Liga Nord. HSV Hamburg – Oranienburger HC 31:21 (15:7). Die Oranienburger Spieler hatten am Sonnabend keinen Grund zum Lachen. Vorm Anpfiff war ihnen die Anspannung anzusehen, in der Halbzeit gab es ernsthaften Redebedarf, nach der Schlusssirene gingen die Mundwinkel aus gutem Grund nicht nach oben: Die Mannschaft holte sich beim HSV – wie schon im vergangenen Jahr (21:29) – eine Packung ab.

„Ich weiß gar nicht, warum wir mit so viel Respekt hier antreten. Eine Woche zuvor liefern wir in Altenholz ein wirklich gutes Spiel ab. Und nun in Hamburg sind viele Hemmungen dabei. Die haben doch eine sehr junge Mannschaft, vor der wir uns nicht verstecken müssen“, resümierte Routinier Christian Riedel. Der Rechtsaußen brachte in der 2. Hälfte frischen Wind in die Mannschaft, marschierte mutig vornweg und erzielte zugleich fünf Treffer.

Christian Riedel mit fünf Treffern

Zu dem Zeitpunkt war theoretisch schon alles gelaufen. Der HSV führte nach den ersten 30 Minuten schon 15:7. Lediglich die Anfangsphase konnte der OHC offen gestalten (4:3). Schnelle Gegenstöße, die die 7:3-Führung des HSV bedeuteten, ließen schon ahnen, wo der Hamburg-Ausflug enden würde. Das zwischenzeitliche 8:6 änderte nichts daran. Denn die Hamburger traten sehr dynamisch, variantenreich und effektiv auf. Sie überrannten den OHC geradezu. „Dabei hatten wir Leute wie Rückraumspieler Jan Forstbauer und Kreisspieler Niklas Weller sehr gut unter Kontrolle. Trotzdem fehlte der Zugriff in der Abwehr. Dann haben die Hamburger eben die Qualität, um von den anderen Positionen gefährlich zu werden“, schätzte OHC-Trainer Christian Pahl nüchtern ein. Binnen weniger Minuten erhöhte der HSV vor 2876 Zuschauern auf 12:6; das Team übte einen ungeheuren Druck auf die OHC-Defensive aus, dem auch Torwart Ivan Szabo nicht gewachsen war.

Im Angriff konnte der Gast genauso wenig mit den Hanseaten mithalten. „Wir sind zu wenig draufgegangen, nahmen uns Würfe, die gar nicht richtig vorbereitet waren, so dass der HSV zu Tempogegenstößen kam. Uns sind in der Vorwärtsbewegung viel zu viele gravierende Fehler unterlaufen, dadurch kassierten wir einfache Gegentore“, so der Coach. Bis zur Pause lagen die Hamburger bereits 15:7 vorn – in so einer Halle und gegen solch einen stark auftretenden Gegner schier unmöglich, „das Ding“ umzudrehen. So kam es dann auch. Die Hamburger machten genauso weiter wie vor dem Wechsel, wurden lediglich von Christian Riedel „gestört“, der unbeeindruckt fünfmal einnetzte. Aber nach 43 Minuten stellte der HSV erstmals den Zehn-Tore-Abstand her (23:13). Beim 28:16 waren es sogar mal zwölf Treffer. Und der HSV ließ kaum nach. Der 31:21-Endstand war nur folgerichtig Leistungsgerecht.

Von Stefan Blumberg

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