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Oberhavel Profi-Boxer Marco Schulze verlässt den Ring
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21:27 18.11.2014
Marco "Schulle" Schulze bei einem Kampf im Juni 2013 in Velten. Quelle: Detlev Scheerbarth
Velten

Der Lokalmatador tritt ab: Profi-Boxer Marco Schulze aus Velten (Oberhavel) hat seinen Rücktritt bekanntgegeben. „Nach 12 Jahren ist Schluss“, sagt der 37 Jahre alte Sportler. „Ich möchte mich von den Fans, Sponsoren und allen Freunden würdig verabschieden.“ Geplant ist im Oktober 2015 ein letzter Kampf um die WM-Krone. „Diesmal im Mittelgewicht. Ich möchte als dreifacher WM-Champion in meinem Wohnzimmer die Laufbahn beenden.“

Schulze elektrisiert seit Jahren eine ganze Region. Die Ofenstadthalle platzt bei seinen Kämpfen aus allen Nähten. Nicht nur bei seinen WM-Siegen 2011 und 2013 kochte die Atmosphäre wie in einem Fußballstadion. Doch nun verlässt der Lokalmatador den Ring. „Immer wenn ich mit jemandem über Boxen spreche, kommt die Frage, was eigentlich mit mir ist“, so „Schulle“, der im Juni 2013 letztmals die Fäuste hob und gegen Bronislav Kubin die WM gewann. „Ich habe beschlossen, einen Schlusspunkt zu setzen.“

Und der soll – wie für Schulze üblich – mit einem lauten Knall passieren. „Alle haben es verdient, dass mein Abschied vom Boxer-Leben spektakulär wird“, meint der gelernte Fliesenleger. „Die Entscheidung fiel spontan. In einem Jahr möchte ich es noch einmal wissen.“ Zuvor sollen zwei Aufbaukämpfe über sechs oder acht Runden stattfinden. „Ich muss wissen, wie fit ich bin.“ Denn einfach wird es für Schulze nicht. Zurzeit wiegt der 1,72 Meter große Mann noch 90 Kilogramm. Um im Mittelgewicht starten zu dürfen, muss er auf 72,5 Kilogramm abspecken. „Der Ehrgeiz hat mich noch einmal gepackt. Das schaffe ich“, ist sich der Mitarbeiter bei der deutschen Post sicher. Nach seinen Schichten wird er für die letzte Aufgabe knüppeln.

Ehrgeizig war Schulze schon immer. Seine Laufbahn begann der Veltener 2002. Im sächsischen Torgau bestritt er seinen ersten Kampf als Profi. „Ich war aufgeregt wie Sau.“ Unter den 400 Zuschauern waren so 25 Fans aus Velten – und Ralf Rocchigiani als Ehrengast. Gegen Peter Abel – der große Schlachten als Amateur geschlagen hat – gewann der damals 24-jährige Schulze nach Punkten. „Damit war ich Profi. Für den Sieg habe ich einen Blumenstrauß bekommen.“ Der erste Kampf in Velten fand im Oktober 2002 statt. In seinem fünften Profifight besiegte Schulze Grzegorz Lewandowski vorzeitig. „Die Halle war nicht ausverkauft“, erinnert sich der spätere Lokalmatador.

Ein Jahr darauf der erste Titelkampf: Am 10. November 2003 ging es für Schulze um den vakanten Titel des Bundes deutscher Berufsboxer (BDB). Gegner Danny Thiele galt als Favorit. „Er hatte weitaus mehr Kämpfe bestritten, auch als Amateur“, so Schulze, der vorzeitig gewann. „Deutscher Meister zu sein, war dann mein Durchbruch.“ Nach der erfolgreichen Titelverteidigung gegen Norman Schuster wurde ein erster „Traum wahr“: Das Fernsehen übertrug einen Kampf aus Velten live. In seinem 18.Fight ging es für Schulze 2005 um den vakanten International-Gürtel der IBF. Gegner war in Velten der Belgier Douglas Bellini. „Es war mein Einstand auf der Weltbühne. Vom Gefühl her war das mein schwerster Kampf, weil Bellini sehr beweglich war“, erinnert sich Schulze. Den Kampf könne er nicht vergessen, weil er in der siebten Runde durch K.o. gewann.

Seitdem trägt sein Auto das Nummernschild „OHV-KO 7“. 7– das war schon immer seine Glückszahl. Er ist am 7.Juli geboren. Die bitterste Niederlage folgte nur drei Monate später. László Buranyi entriss ihm in Magdeburg den International-Titel. „Gegen Buranyi habe ich zu spüren bekommen, wie ungerecht Boxen sein kann. Alle drei Punktrichter haben den Kampf mit 114:115 gewertet.“ Doch Schulze blieb ehrgeizig. Er erlebte heiße Fights. Wie 2009, als Schulze vor 30000 Fans in Prag auf Krisztian Erdei traf. „Jeder Schwinger von ihm wurde wie ein Treffer gefeiert.“ Schulze gewann den Kampf vorzeitig. Die WM-Triumphe der WBU und GBU gegen Omar Siala und Bronislav Kubin folgten.

Trainer hatte Schulze viele: Werner Papke, Thorsten Schmitz, Dieter Donath oder aktuell Hartmut Schröder. Gemanagt wurde er einst von Dorothea Ring. Lange stand ihm Jörg Carda zur Seite – auch als Freund. „Die IBF-Titel waren ordentliche Erfolge“, so Carda. „Ich denke, wenn Marco noch etwas disziplinierter und zielstrebiger gewesen wäre, hätte es vielleicht auch zu etwas mehr gereicht.“ Schulzes Bruder Ronny und Vater Manfred, der 2007 nach schwerer Krankheit verstarb, gaben „Schulle“ Kraft.

Das Boxen ist mittlerweile zweitrangig geworden. Tochter Luisa-Marie (5Jahre), Freundin Katja Rathnow mit ihrem Friseur-Geschäft und sein Beruf geben den Takt in seinem Leben vor. Das Abschieds-Duell soll ein Ende mit Tamtam werden. In einem Jahr wird Oberhavel wieder kopfstehen – und die Ofenstadthalle beim 42. Kampf kochen.

Von Sebastian Morgner

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