Volltextsuche über das Angebot:

0 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Sportland Oberhavel: Kleine Sorgen und große Nöte

Breitensport Sportland Oberhavel: Kleine Sorgen und große Nöte

Stahl Hennigsdorf ist mit 1330 Mitgliedern der größte Verein im Kreis. Doch die Sportfamilie im Landkreis Oberhavel hat auch viele kleinere Vereine zu bieten, so auch zum Beispiel den Pferdesportclub Leegebruch – mit drei Mitgliedern.

Voriger Artikel
Eine Reise durch die Sportarten
Nächster Artikel
„Er ist der Spieler mit den stabilsten Leistungen“

Der SV Stahl Hennigsdorf ist der Mitgliederstärkste Verein in Oberhavel. Quelle: Verein

Oberhavel. Der Landkreis Oberhavel hat sportlich viel zu bieten. Das Sportangebot erstreckt sich über die gängigen Sportarten wie Fußball, Handball, Tennis, Volleyball oder Leichtathletik – aber auch Reitsportfreunde, Sportschützen oder Wassersportbegeisterte finden in Oberhavel ein Zuhause.

Als großer Dachverband der Sportvereine fungiert seit vielen Jahren der Kreissportbund Oberhavel, der mittlerweile 217 Sportvereine vertritt. Allerdings ist die Anzahl der Vereine in Oberhavel sogar noch ein Stück weit höher, da diverse Sportvereine gar nicht im Kreissportbund vertreten sind. Frank Müller, Vorsitzender des KSB, ist dennoch immer wieder begeistert über die Vielfalt im Landkreis. „Oberhavel ist weit gestreut was das sportliche Angebot betrifft. Viele Vereine versuchen auch, Trends zu folgen und bieten neue Sportarten an, das belebt die Sportszene im Allgemeinen. Wir als Dachverband versuchen, Vereine zu fördern und zu unterstützen. Allerdings auch nur in dem Rahmen, der es uns zulässt.“ Und die Sorgen und Nöte der Vereine sind vielfältiger Natur. Ob nun bürokratischer Schriftverkehr, Satzungsänderungen, Förderrichtlinien – das Aufgabengebiet der Vorstände ist groß. Der Kreissportbund versucht, dabei allen seinen Mitgliedern zur Seite zu stehen, auch wenn die Probleme oftmals unterschiedlicher kaum sein können. „Uns ist bewusst, dass sich vor allem die mitgliederstarken Vereine alleine tragen und nahezu keine Hilfestellung benötigen, aber gerade den kleineren Vereinen stehen wir immer tatkräftig zur Seite“, so Müller.

Und die Unterschiede in der Vereinslandschaft in Oberhavel sind groß. Von den 217 angemeldeten Vereinen beim KSB sticht der SV Stahl Hennigsdorf mit 1330 Mitgliedern (Stand 2017) als mitgliederstärkster Verein hervor, der in zwölf Abteilungen ein vielfältiges Sportangebot aufstellt. Auch der Familien-Sport-Verein Oberhavel (1001 Mitglieder) und der SV Glienicke/Nordbahn (872 Mitglieder) zählen zu den drei großen Vereinen im Landkreis Oberhavel.

Für Bernd Götze, den Vereinsvorsitzenden des SV Stahl Hennigsdorf, ist das eine Mammutaufgabe: „Es ist schon ein sehr großer Aufwand, den wir betreiben müssen. Wir sind daher auch gerade dabei, unsere Geschäftsstelle effizienter aufzustellen und werden uns da auch personell breiter aufstellen. Sonst verlieren wir einfach bei der Anzahl an Mitgliedern den Überblick.“ Götze sieht darin auch die Gefahr, das Miteinander zu verlieren. „Mitgliederstarke Vereine kann man nicht mit kleineren vergleichen. Es läuft fast ab wie in einer Firma, vieles muss genau koordiniert werden. Wir versuchen aber, alle in ein Boot zu bekommen und allen gerecht zu werden. Wir arbeiten auch seit einigen Jahren sehr akribisch daran, das familiäre Flair nicht zu verlieren. Das ist uns sehr wichtig“, so Bernd Götze. Einen Mitgliederstopp sieht Götze aber nicht für notwendig an: „Nein, da haben wir noch Kapazitäten. Wenn man nach Falkensee schaut, da sind fast 3000 Mitglieder involviert. Aber wir werden auch nichts überstürzen und machen alles in Ruhe und mit Sorgfalt.“

Mit Ruhe und Sorgfalt arbeitet man auch beim Reit- und Fahrverein Wentow, einem Ortsteil von Gransee. Vier Mitglieder umfasst der Verein aus dem Norden des Kreises, der damit zu den kleinsten in Oberhavel zählt. Nur der Pferdesportclub Leegebruch hat mit drei Mitgliedern noch weniger. „Klar hätten auch wir gerne mehr Mitglieder, aber unser Umfeld gibt einfach nicht viel mehr her“, erklärt Rolf Manthey, der 1. Vorsitzender in Wentow. Für Manthey sind vor allem finanzielle Aspekte relevant, da nimmt er auch den Kreissportbund und die zuständigen Gremien in die Pflicht. „Ich finde schon, dass es früher besser geregelt war. Da hat der Kreissportbund zum Beispiel die Versicherungen übernommen, was für uns sehr wichtig war. Das ist uns schon ein großer Dorn im Auge. Heute sind viele Hürden zu überspringen, ehe man seinem Hobby nachgehen kann“, bedauert Rolf Manthey.

Von Knut Hagedorn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel
MAZ Sportbuzzer
Finde Bundesliga-Wettquoten und mehr exklusiv bei SmartBets.