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Oberhavel Triathlon statt große Fußballbühne
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15:40 06.03.2018
Jeff Kayser (l.) avancierte in seiner Zeit beim BFC Dynamo zum Publikumsliebling und zum Führungsspieler, hier im Testspiel gegen Hertha BSC im Jahr 2007. Quelle: Dpa
Bärenklau

Einen Einstand nach Maß feierte der 32-jährige Jeff Kayser aus Bärenklau vor zwei Wochen beim Finsterwalder Triathlon „Zweikampf mit Neptun“. Dem Athleten des SV Stahl Hennigsdorf glückte bei seinem ersten Triathlon-Wettkampf ein Sieg. „Ich bin ohne Erwartungen ins Rennen gegangen, fühlte mich gut und konnte das Tempo immer wieder forcieren. Dass es gleich für Platz eins reichen würde, hätte ich nicht erwartet“, zeigte sich Kayser erfreut. Beeindruckend dabei ist die Vita des gebürtigen Berliners, der einst auf dem Sprung zu einer Bundesliga-Karriere im Fußball stand und mit Größen wie Jerome und Kevin-Prince Boateng in einem Team spielte.

„Sport war für mich schon immer etwas Besonderes“, blickt Kayser zurück. Beim Marzahner SV (heute FC Nordost) begann er mit dem Fußballspielen, doch schon früh wurde sein vorhandenes Talent entdeckt. „Ich bin mit neun Jahren zum BFC Dynamo gewechselt, auf die dortige Werner-Seelenbinder-Sportschule. Das war auch das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, es könnte etwas größeres werden“, so der 32-Jährige rückblickend. Einige Jahre später wechselte Kayser dann von Weinrot in Blau-Weiß, der damals als Nachwuchskoordinator amtierende Falko Götz holte den Blondschopf in die Nachwuchsabteilung von Hertha BSC. „Das war eine tolle Zeit. Ich spielte unter anderem mit den Boateng-Brüdern, Ashkan Dejagah und Patrick Ebert in einem Team.“ 2000 wurde Kayser sogar Deutscher Meister mit den B-Junioren. Für Kayser endete aber 2003 das Kapitel Hertha BSC, er zog als 17-Jähriger weiter nach Köpenick zum 1. FC Union Berlin. „Ich war zwar im Dunstkreis der Profimannschaft, merkte aber damals schon, dass es für ganz oben nicht reichen würde. Ich sah bei Union einfach eine bessere Perspektive, um dauerhaft zu spielen.“

Bereits in frühester Kindheit jagte Jeff Kayser dem runden Lederball hinterher. Quelle: Privat

Beim damaligen Regionalligisten reichte es zumindest für zwei Kurzeinsätze, daher kehrte er im Jahr 2005 zurück zum BFC Dynamo. Dort avancierte Kayser schnell zum Führungsspieler und Publikumsliebling in der Oberliga. „Wir hatten zu der Zeit viele Trainerwechsel beim BFC. Der Druck, aufsteigen zu müssen, war sehr groß. Irgendwann war auch ich nicht mehr gefragt und gesetzt“, blickt Kayser zurück. Mit gerade einmal 22 beschloss Kayser seine Fußballkarriere zu beenden. „Der Aufwand war einfach zu groß und ich war realistisch genug zu erkennen, dass es für ganz oben nicht mehr reichte. Also konzentrierte ich mich auf meine berufliche Zukunft.“ Im Jahr 2008 kehrte er aber noch einmal für anderthalb Jahre zurück auf den grünen Rasen und heuerte beim Brandenburgligisten Oranienburger FC Eintracht an. „Frank Rohde lotste mich damals dort hin. Wir hatten mit Dirk Brändike, Ronny Rohde, Sven Hartmann und mir eine super Achse. Der Aufstieg in die Oberliga wäre aber zu viel gewesen.“

Im Sommer 2009 verließ er die Kreisstadt und auch den Fußball. „Ich war komplett in der Findungsphase, wollte natürlich weiterhin Sport treiben“, blickt Kayser zurück. Irgendwann packte den Berliner dann der Fitnesswahn. „Das hat Spaß gemacht. Ich war sehr muskulös zu der Zeit und hab auch nebenbei ein wenig gemodelt. Allerdings merkte ich auch, dass die Wendigkeit mir abging und mir die Ballsportarten fehlten.“ Kayser ging laufen, lief auch den Halbmarathon. Eine Wendepunkt war der Wohnortwechsel im Jahr 2014. „Ich zog nach Leegebruch und lernte erstmals Oberhavel so richtig kennen und war beeindruckend, welch Möglichkeiten es dort landschaftlich gab. So viel Natur, das kannte ich aus Berlin nicht.“ Kayser blieb dem Sport treu, schwamm auch regelmäßig mit Freunden und rückte so in den Blickpunkt der Triathleten. „Ich suchte eine Möglichkeit, um regelmäßig schwimmen zu können. Also trat ich im Dezember des vergangenen Jahres bei Stahl Hennigsdorf ein.“ Dort angekommen entdeckte vor allem Herbert Lange schnell das Talent des 32-Jährigen. „Herbert ist eine Art Mentor für mich. Er pusht und fördert mich. Seine Leistungen sind beeindruckend und eine Motivation für mich.“

Jeff Kayser liebt die Natur in Oberhavel und genießt diese vor allem mit seinem Hund Eddy. Quelle: Privat

Das Triathlonfieber ist geweckt, die Sportart hat den einstigen Kicker elektrisiert. „Fußball war und ist mein Steckenpferd, das kann ich. Aber Triathlon ist faszinierend. Drei verschiedene Sportarten in Einklang zu bringen, ist nicht einfach. Man kann sich selber messen und es gibt keine Ausreden. Ich würde zukünftig gerne Kinder dafür begeistern“, so der inzwischen in Bärenklau wohnhafte Kayser. Zunächst steht eine andere Zielsetzung an: „Ich möchte die EMB-Cup-Läufe als Training mitmachen.“

Man merkt, da ist jemand angekommen und glücklich in seinem neuen Metier.

Von Knut Hagedorn

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