Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 0 ° Schneeschauer

Navigation:
Velten: Marco Schulze im Schatten des Gürtels

Vom Boxer zum Geschäftsmann Velten: Marco Schulze im Schatten des Gürtels

Der Ex-Profiboxer Marco Schulze ist mittlerweile Geschäftsführer vom Friseursalon „Hairstyle by Katja“ und der Kantine im Postverteilungszentrum in Börnicke. 2015 verließ er endgültig den Ring – und wird jetzt zum zweiten Mal Vater.

Velten 52.6855564 13.1828063
Google Map of 52.6855564,13.1828063
Velten Mehr Infos
Nächster Artikel
Robert Hiersemann trifft die Fußballstars

Der Veltener Marco Schulze (vorn) mit seinem Team im Friseursalon: (v.l.): Kathrin Klunter, Montree Pluempreedewong-Siudzinski, Katja Rathnow, Jessica Hoffmann und Jessica Bartel.

Quelle: Robert Roeske

Velten. Marco Schulze breitet die Arme aus und nimmt Tochter Luisa (7) fest in den Arm. Zur Begrüßung bekommt der Papa eine dicke Umarmung und noch ein Küsschen. „Schulle“ Schulze, der 13 Jahre als Profiboxer die Hallen gefüllt hat, genießt den Moment. „Das ist mein kleiner Engel“ sagt er und schüttet der Kleinen Apfelsaft in ein Glas. Die Familie steht mittlerweile an erster Stelle. Das betont Marco Schulze beim Besuch im Friseursalon „Hairstyle by Katja“ in Velten immer wieder. Der Laden in der Viktoriastraße gehört seiner Freundin Katja Rathnow. Dort ist der 39-Jährige Geschäftsführer.

Marco Schulze ist nach seinem Sportlerleben nicht auf die Bretter gegangen. Im Gegenteil: Schon während seiner Zeit als Boxer hatte er sich immer wieder nach Alternativen umgeschaut. Was kommt nach der Karriere? In Börnicke im Paketzentrum hat der Mann aus der Ofenstadt schließlich Fuß gefasst und als Fahrer angefangen zu arbeiten. Mit Ehrgeiz wie im Ring. Heute ist er mittlerweile Fahrdienstleiter (Transportaufsicht) und sorgt dafür, dass die LKWs richtig beladen werden und dort hinrollen, wo sie hin sollen. Zudem hat er das Sagen in der Kantine. „Vier Mitarbeiter habe ich dort“, plaudert Schulze.

Wohnzimmer Ofenstadthalle

Der Veltener überlässt nichts dem Zufall. Wie auch 2013, als er sich gegen den Tschechen Bronislav Kubin die Weltmeisterschaft-Krone der GBU im Supermittelgewicht aufsetzte. Bereits zum zweiten Mal. Er wirkt nachdenklich, wenn er über alte Zeiten plaudert. „Wir haben schon eine Menge erlebt“, findet er. Dabei spricht er immer wieder vom Duell gegen Douglas Bellini. Das war 2005. Das Fernsehen übertrug den Kampf aus Velten live. „Ich wollte immer das Fernsehen nach Velten in mein Wohnzimmer Ofenstadthalle holen.“ In seinem 18. Fight ging es für Schulze um den vakanten International-Gürtel der IBF. „Es war mein Einstand auf der Weltbühne. Vom Gefühl her war das mein schwerster Kampf, weil Bellini sehr beweglich war“, erinnert sich Schulze. Den Kampf könne er nicht vergessen, weil er in der siebten Runde durch K.o. gewann.

7 – das ist seine Glückszahl. Auch, weil er am 7. Juli Geburtstag hat. Noch immer steht auf dem Nummernschild seines Autos „OHV-KO 7“. „Das bleibt so.“

2015 stand Marco Schulze ein letztes Mal im Boxring

2015 stand Marco Schulze ein letztes Mal im Boxring.

Quelle: Detlev Scheerbarth

Denn boxen wird er nicht mehr. Der Lokalmatador verließ 2015 nach einer Nasen-Operation endgütig den Ring. „Die Nase lasse ich mir nicht mehr kaputt machen“, meinte Schulze. Sein Bruder Ronny und Vater Manfred, der 2007 nach schwerer Krankheit verstarb, hatten ihm stets die Kraft gegeben, die er für seine Aufgaben brauchte. Trainer wie Werner Papke, Thorsten Schmitz oder Dirk Dzemski hat er viel zu verdanken. „Und meine Manager Jörg Carda und Dorothea Ring – und natürlich Peter Heydenbluth und Frank Kaubek.“

Rückkehr in den Ring ausgeschlossen

In den Rückspiegel schaut Schulze gern. Doch viel lieber spricht er über seine Pläne. Freundin Katja ist im 7. Monat schwanger. „Es wird ein Junge, Paul“, freut sich Schulze, der sich zuletzt mit seiner Freundin im Dubai-Urlaub eine Auszeit nahm. Spannende Wochen stehen bevor. „Ich möchte wieder mehr trainieren. Im Fitnessstudio“, sagt der Veltener. „Ich habe 20 Kilogramm zugenommen. Ich werde versuchen, dreimal in der Woche zu laufen oder an den Sandsack zu gehen.“ Eine Rückkehr in den Ring sei aber ausgeschlossen.

Der Job bei der Post, der Laden in Velten und die Kantine in Börnicke verlangen ihm alles ab. Auch der Hausbau geht voran. Die Zeit, die bleibt, möchte er unbedingt mit der Familie verbringen – und so oft es geht Tochter Luisa und bald auch Sohn Paul in den Arm nehmen.

Von Sebastian Morgner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel
MAZ Sportbuzzer
Finde Bundesliga-Wettquoten und mehr exklusiv bei SmartBets.