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Ostprignitz-Ruppin Danielle Schneider will den Theo
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00:26 11.04.2015
Danielle Schneider. Quelle: privat
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Neuruppin

Die überraschende Nachricht erreichte Danielle Schneider an dem Tag, als sie als Hostess auf einem Tauchboot in Australien anfing zu arbeiten. „Ich konnte mich kaum auf meine neuen Aufgaben konzentrieren“, sagt die 18-jährige Neuruppinerin. Denn ihre Eltern hatten ihr mitgeteilt, dass die Neuruppinerin für den Theo, den Berlin-Brandenburgischen Preis für junge Literatur, nominiert ist.

Danielle hatte sich zwar darum beworben und extra dafür auch ein Gedicht zum vorgegebenen Thema „10 Sekunden“ verfasst. Aber dass sie es wirklich unter die zwölf schafft, die in die Vorauswahl für den Preis gelangen, daran hatte Danielle Schneider nicht geglaubt – und eigentlich auch keine großen Gedanken verschwendet. Denn die 18-Jährige, die in Pritzwalk geboren wurde und bis 2011 mit ihren Eltern in Gantikow bei Kyritz gelebt hat, befindet sich bereits seit November mit einer Freundin in Australien. „Das war seit vielen Jahren geplant“, sagt Danielle Schneider. Um ihre Tour zu finanzieren, arbeiten die zwei in Down Under beispielsweise als Hostessen auf Tauchbooten. „Wir sorgen für Kaffee und Tee, putzen, waschen ab, schnippeln Gemüse und stehen für alle Wehwehchen, die Asiaten, Backpacker und Co. so haben“, sagt Danielle. Je schneller sie fertig sind mit ihrer Arbeit, desto eher können sie selbst tauchen, schnorcheln oder baden.

Danielle hat schon als Kind Lieder und kurze Geschichten geschrieben. „Aber bewusst und regelmäßig ging es erst nach meinem Umzug nach Neuruppin los, wahrscheinlich, weil ich mein altes Zuhause vermisste und mich an die neue Situation gewöhnen muss-te.“ Trotz des Umzugs blieb Danielle am Kyritzer Gymnasium und legte dort im vergangenen Jahr ihr Abitur ab. Seit ihrem Umzug nach Neuruppin beschäftigte sie sich viel mit Theodor Fontane. „Es interessierte und inspirierte mich sehr, in einer Stadt zu leben, in der ein bekannter Dichter geboren wurde.“

Ab und zu schreibt Danielle zwar auch Kurzgeschichten, aber hauptsächlich Gedichte. „Ich habe das Gefühl, dass die mir am besten liegen.“ Derzeit arbeitet sie nebenbei ebenfalls an einer Idee, die sie gern in einen Roman verwandeln würde. Allerdings steht sie damit noch ganz am Anfang.

Angeregt zu der Buchidee wurde Danielle durch eine spezielle Literaturwoche. An dieser konnte sie im vergangenen August teilnehmen, weil eines ihrer Gedichte von der Jury des Theo-Literaturwettbewerbs zu den 30 besten der eingereichten Texte gekürt wurde. In dem Gedicht ging es um das Thema Exil. Von der Literaturwoche, die vom Verein der Schreibenden Schüler stets in den Sommer- und Winterferien organisiert wird, schwärmt Danielle noch heute. „Das ist für Schreibende wie mich ein Paradies.“ Eine Woche beschäftigte sie sich mit Gleichgesinnten mit Literatur und dem Verfassen von Texten. „Es ist toll, wie man dort kreativ gefordert wird und seinen Stil mit Hilfe erfahrener Autoren weiterentwickeln kann.“ Von ihrer Leidenschaft wissen allerdings nur die wenigsten. „Ich traue mich eher selten, meine Sachen zu veröffentlichen. Da steckt immer viel Persönliches von mir drin“, sagt Danielle. Sie will, wenn sie wieder zurück ist, Germanistik, Journalismus oder Kommunikationswissenschaften studieren. Ihr Traum wäre, neben dem normalen Beruf Schriftstellerin zu werden.

Bei der Preisverleihung am 19. April im Roten Rathaus in Berlin wird Danielle nicht dabei sein. Sie kommt erst Anfang Juli in die Heimat zurück – und freut sich schon jetzt, dass sie im August wieder zur Literaturwoche der Schreibenden Schüler kann.

Von Andreas Vogel

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