Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Seit über 42 Jahren für die Volleyballer engagiert

Volleyball Seit über 42 Jahren für die Volleyballer engagiert

Der Kyritzer Volleyball hat in der Region einen guten Ruf, Die Männer spielten vier Jahre sogar in der 2. Bundesliga um Punkte, auch die Frauen und der nachwuchs sorgte immer wieder für Furore. Auch zu verdanken haben dies die Volleyballer Gerd Jastrow, der sich seit 1975 im Kyritzer Volleyballverein engagiert

Voriger Artikel
Wichtiger Auswärtssieg des MSV Neuruppin
Nächster Artikel
SV Lindow-Gransee mit einem Arbeitssieg

Der 66-jährige Gerd Jastrow engagiert sich seit über 42 Jahren für den Kyritzer Volleyball, bei Heimspielen hat er die Kamera immer dabei.

Quelle: Möller

Kyritz. 1990 saß der Vorstand der BSG Motor Kyritz zusammen, es ging um die Zukunft des Vereins. „Es sollte weiter gehen, aber wie. Bei Motor gab es mit Volleyball, Kegeln und Tischtennis drei Abteilungen. Die Frage war, geht es gemeinsam weiter oder jeder allein“, erinnert sich der heutige Vereinsvorsitzende des VC Fortuna Kyritz Gerd Jastrow. Die Volleyballer entschieden sich für einen eigenen Verein. „Da wir einen Neuanfang wollten, brauchten wir einen neuen Namen“, so Jastrow weiter. Er hatte sich seine Gedanken gemacht, schlug VC Fortuna Kyritz vor und der Name kam an.

Gerd Jastrow war schon bei der Gründung der BSG Motor dabei

Jastrow war im Vorstand der BSG und wurde in den Fortuna-Vorstand gewählt. Für ihn war es eigentlich schon die zweite Vereinsgründung. Er war auch am 1. Juli 1975 bei der Gründung der BSG Motor Kyritz maßgeblich beteiligt. Zu DDR-Zeiten mussten die Betriebe Gewinne an den Staat abgeben, so auch der Kreisbetrieb für Landtechnik Kyritz. Unterstützte der Betrieb aber einen Sportverein, konnte er dafür Gelder einbehalten. „Das Geld sollte hier bleiben, also haben wir das auch beim KfL Kyritz gemacht, es entstand die BSG Motor Kyritz, Trägerbetrieb war der KfL“, so Jastrow. Er selbst arbeitete im Vorstand mit, drei Abteilungen (Volleyball Tischtennis, Kegeln) waren zu leiten. Dabei galt sein Augenmerk den Volleyballern. Hier war er selbst aktiv, los ging es in der Kyritzer Kreisklasse. Anfang der 80er war das Team bis in die Bezirksliga aufgestiegen. „Das war eine tolle Truppe, es hat Spaß gemacht“, erinnert sich der gebürtige Kyritzer Jastrow.

1990 gab es viele Veränderungen beruflich und sportlich

Mit der Wende gab es große Veränderungen, nicht nur sportlich auch beruflich. Jastrow machte sich selbstständig, Seit 1992 ist Jastrow Geschäftsführer der Gejatec GmbH. Ein Partner für kleine und mittelständische Unternehmen der Region. Den Verein verlor er nicht aus den Augen, engagierte sich als Vereinsvorsitzender beim VC Fortuna. „Andere Gesetze, neue Satzung, Hallenordnung, Wettspielordnungen, mehr Eigenengagement, alles war neu. Vorher war der KfL der Geldgeber, jetzt brauchte man Sponsoren“, berichtete Jastrow. Durch seine Arbeit hatte er Kontakt zu vielen Betrieben, bei der Sponsorensuche ein Vorteil. Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich auch seit Beginn an auf dem Betriebsgelände. „Die führen wir, na sagen wir mal nebenbei mit“ so Jastrow. Der schriftliche Teil der Vereinsarbeit geht seit Jahren über seinen Tisch. „Das kostet immer einige Zeit, dazu kam die Sponsorensuche“, so Jastrow.

Geschäftsstelle des Vereins befindet sich auf seinem Betriebsgelände

Wie bei vielen Vereinen ging es sportlich mal aufwärts, aber auch mal abwärts. 2000 gelang Fortuna zum zweiten Mal der Aufstieg in die Regionalliga. „Das war eine dufte Truppe, unser Glück war, viele Kyritzern wie die Röhrs-Brüder oder Stefan Knöchel waren im Team“, weiß Jastrow. Zwei Jahre später ging es sogar in die 2. Bundesliga. Der Verein stand vor einer neuen Herausforderung. „Das war eine ganz andere Nummer für unseren kleinen Verein, viel Arbeit. Harald Schmidt hat sich da vor allem um das Bundesligateam gekümmert“, so Jastrow. Für ihn blieb noch genug Arbeit übrig, der Verein bestand ja aus mehr als den Bundesliga-Volleyballern. Sportlich folgten drei tolle Jahre. Bei Heimspielen war die Halle oft ausverkauft, die Stimmung super. „Es war eine tolle Zeit“, sagte Jastrow, der immer in der Heimhalle dabei war.

2012 war sportlich das Tief erreicht, seit dem geht es wieder aufwärts

Dem Hoch folgte ein sportliches Tief, der Abstieg bis in die Landesklasse. Die Mitgliederzahl schmolz, die Anzahl der engagierten Mitarbeiter wurde kleiner. Doch einige, darunter Jastrow hielten dem Verein die Treue. Daher sagt Nachwuchstrainer Frank Kämpfe auch: „Gerd Jastrow ist der Vater des Vereins, er engagierte sich, stellt sich nie in den Vordergrund.“ 2012 war der Tiefpunkt erreicht, es gab nur noch zwei Vereinsmannschaften. Besser wurde es, als sich Frank Kämpfe und Heiko Fünfereck intensiv um den Nachwuchs kümmerten. Es ging wieder aufwärts, immer dabei Jastrow. „Er hat uns sozusagen den Rücken frei gehalten, den Papierkram, Sponsorensuche, das Organisatorische. Die Web-Seite oder der Facebook-Auftritt vom Verein werden von ihm betreut“, erzählt Kämpfe. Beim Besuch von Fortuna-Spielen hat Jastrow auch immer seinen Fotoapparat dabei, „Bilder für die Chronik und die sozialen Medien“ erklärt er.

130 Vereinsmitglieder, davon zwei Drittel Kinder und Jugendliche

Die Anzahl der Mannschaften wuchs, das Nachwuchstraining zahlte sich aus. Zwei Drittel der 130 Vereinsmitglieder sind Kinder und Jugendliche. „Das Problem sind die fehlenden Übungsleiter“, stellte der 66-jährige Jastrow klar. Der Verein schicke zwar niemanden weg, aber offensiv werbe man derzeit auch nicht, so Jastrow. Er hat schon etliche Möglichkeiten durchgespielt, wie sich die personelle Lage bessern könnte. Er sieht nur eine Chance in der noch engeren Zusammenarbeit mit der Schule. „Mit dem Gymnasium Kyritz haben wir ein Kooperationsvertrag, wir wollen das noch ausbauen“, erklärt er.

Gerd Jastrow hat noch viele Ideen, aber es fehlt ihm die Zeit

Zur Zeit läuft es also wieder beim VC Fortuna Kyritz. 130 Mitglieder für einen Volleyballverein seien doch toll, so Jastrow stolz. Auch das Vereinsleben war und ist immer sehr aktiv. „Es macht nach den vielen Jahren immer noch Spaß im Verein zu arbeiten. Ich und meine Mitstreiter haben viele Ideen wie es weiter geht, aber nicht immer die Zeit. Wir brauchen noch mehr Aktive, die sich für den Verein engagieren“, sagte Jastrow.

Von Roland Möller

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
MAZ Sportbuzzer
Finde Bundesliga-Wettquoten und mehr exklusiv bei SmartBets.