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Fläminger Judo-Routinier wiederholt WM-Bronze

Judo Fläminger Judo-Routinier wiederholt WM-Bronze

Der Senioren-Kämpfer des Judoclub Bad Belzig 93, Michael Traus, trumpft bei den Weltmeisterschaften für Veteranen auf der italienischen Insel Sardinien bei einem starken Teilnehmerfeld auf und sichert sich wie vor zwei Jahren bei der WM in den Niederlanden den dritten Platz.

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Der JCBB-Kämper (re.) zusammen mit seinen drei WM-Konkurrenten bei der Siegerehrung.

Quelle: privat

Olbia. Ein großes Geschenk zu seinem in wenigen Tagen anstehenden 62. Geburtstag brachte sich Michael Traus vom Judoclub Bad Belzig 93 kürzlich aus Italien mit. Bei den Weltmeisterschaften der Judo-Veteranen auf Sardinien erkämpfte er sich die Bronzemedaille.

Traus bereitet sich intensiv vor

Die lange und intensive Vorbereitung auf die WM hat sich für den Judo-Routinier vollends ausgezahlt. Traus trainierte mehrmals in der Woche, nicht nur in seiner Heimtrainingsstätte in der Bad Belziger Puschkinhalle. Auch fuhr er zum Training zu mehreren Vereinen nach Berlin, so dass er topvorbereitet die Anreise auf die italienische Insel in Angriff nahm „Nachdem ich vor zwei Jahren zur WM nach Amsterdam noch mit dem Fahrrad unterwegs war und diese lange Strecke mit in meinen Fitnessplan einbaute, war diesmal die Anreise mit dem Flugzeug weitaus bequemer“, erzählt er mit einem Schmunzeln. Bei der Akkreditierung traf Michael Traus dann auf viele alte Bekannte von vorigen Europa- und Weltmeisterschaften. Diesmal waren in seiner Altersklasse M7 (60 bis 64 Jahre und Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm acht Kämpfer vor Ort. Gegen einige von ihnen ist er schon einmal angetreten und so wusste der Fläminger, dass es diesmal gar nicht leicht werden würde. Erschwerend kam hinzu, dass im Doppel-K.o.-System gekämpft wurde und bereits der erste Kampf bei der Vergabe des WM-Titels entscheidend war.

Übermotiviert in den ersten Kampf

Seine erste Auseinandersetzung war dann auch gleich eine Hausnummer. Er traf auf den amtierenden Europameister, Hans Nessensohn aus der Schweiz. Diesen Kampf wollte er unbedingt gewinnen und ging übermotiviert auf die Tatami. Der Eidgenosse nutzte das aus und gewann. „Nun ist alles vorbei“, dachte Michael Traus und rutschte in die Trostrunde im Kampf um Platz drei. „Es war gar nicht mal so einfach, wieder Mut zu schöpfen“, erinnert sich der 61-Jährige, als er sah, dass es nun gegen einen alten bekannten Türken ging. Gegen Ahmet Ozdemir hatte Traus bei der EM noch verloren und sein Kampfstilist ist in den Augen des JCBB-Kämpfers äußerst gewöhnungsbedürftig. Beide Kämpfer schenkten sich nichts, konnten aber auch nicht punkten. Eine Entscheidung im „Golden Score“ wurde auch nicht herbeigeführt, so dass ein Kampfrichterentscheid anstand. Die Kampfrichter entschieden sich eindeutig für Michael Traus, der in ihren Augen der aktivere Kämpfer war und immer wieder versucht hatte, seine Techniken durchzusetzen.

Den Gegner durchschaut

Damit bestand für den sichtlich erleichterten Fläminger die Chance auf WM-Bronze. Und die wollte er sich nicht nehmen lassen. Sein Gegner war der Spanier Vincente Ramos, den er schon in vielen Kämpfen beobachtet hatte und wusste, dass der die Technik Ippon Seoi Nage (Punkt-Schulterwurf) oft anwendet. Als der Spanier prompt versuchte, ihn damit zu bewältigen, wurde er eines besseren belehrt. Denn Michael Traus wusste genau, wie er kontern musste, klemmte dem Spanier den Arm ein, so dass er von seiner Technik ablassen musste. Anschließend besiegte er ihn mit Ko Uchi Gari (Kleine Innensichel). Das bedeutete Ippon und WM-Bronze, worüber er sichtlich gerührt war.

Nachdem Michael Traus wieder in den Fläming zurück gekehrt ist, wurde er von seinen Vereinskameraden innig beglückwünscht. Der JCBB ist mächtig stolz auf ihn und wünscht ihm weiterhin viel Erfolg.

Von Diana Grund

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