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Potsdam-Mittelmark Klaus-Dieter Bartsch führt seit 25 Jahren den Stadtsportbund in Werder/Havel
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17:35 22.12.2017
Setzt sich seit Jahrzehnten mit Herz und Leidenschaft für den Sport in Werder ein: Klaus-Dieter Bartsch. Quelle: Foto: Friedrich Bungert
Werder/Havel

In diesen Tagen ist Klaus-Dieter Bartsch kaum zu erreichen. Der 59-Jährige wuselt durch Werder/Havel und Umgebung. Dabei versteckt er sich unter einem roten Mantel und einem schlohweißen Rauschebart.

Klaus-Dieter Bartsch als Weihnachtsmann. Quelle: privat

Bartsch mimt den Weihnachtsmann, beglückt die Jüngsten in vielen Kindertagesstätten und wird auch am Heiligabend ausgebucht sein. „Die leuchtenden Kinderaugen zu sehen, ist für mich das größte Weihnachtsgeschenk. Das macht mir einfach Spaß“, sagt Bartsch. Er ist Single und kinderlos, seine Familie sind die Sportler in Werder. Denn „Bartschi“, wie er nur genannt wird, ist seit 25 Jahren Vorsitzender des Stadtsportbundes in der Blütenstadt, in der er seit seinem vierten Lebensjahr lebt.

Vorsitzender beim Werderaner FC Viktoria

Bis er zwölf Jahre alt war, habe er Fußball gespielt. Besonders talentiert sei er nicht gewesen. So widmete er sich dem Schiedsrichterwesen. In den Wendezeiten, die Fußballer von der BSG Einheit spielten zu DDR-Zeiten in der Bezirksliga, war er auch Trainer der ersten und zweiten Männer-Mannschaft. Weil er als Coach nicht so erfolgreich gewesen sei, habe er das Amt wieder abgegeben, zumal er inzwischen den Vereinsvorsitz beim Werderaner FC Viktoria übernommen hatte. „Klar schlägt mein Herz für den Verein“, meint der Vorsitzende, der ein turbulentes Jahr 2017 mit zwei Trainerwechseln beim Brandenburgligisten hinter sich hat.

Boomende Stadt

Aber einer wie Bartsch findet immer eine Lösung. Er gilt nicht nur als Weihnachtsmann für alle Fälle, sondern auch als Hansdampf in allen Gassen der Inselstadt sowie der Ortsteile. Denn so rasant wie sich die Stadt mit ihren nunmehr über 25 000 Einwohnern entwickelte, so wuchs auch der Sport. Als Bartsch vor 25 Jahren den Stadtsportbund mit begründete und gleich den ehrenamtlichen Vorsitz übernahm, konnte er die Zahl der Sportvereine an den Fingern seiner beiden Hände abzählen. Damals sei es darum gegangen, für Fußballer, Handballer, Radballer, Volleyballer, Ruderer, Segler, Angler, Turner, Motorsportler und die Schützen eine Dachorganisation zu schaffen.

Fast 4000 Mitglieder

Inzwischen zählt der Stadtsportbund 43 Vereine und fast 4000 Mitglieder. Die Sportlandschaft hat sich in der boomenden Region verändert, die Angebote sind vielfältiger geworden. Zwar gelten Fußball und Handball auch dank ihrer Tradition nach wie vor als führend, aber auch Schach-, Kegel- und Tischtennisverein gibt es längst. Exoten wie Wakeboard und Kickboxen sind ebenso darunter, selbst Karnevalsverein, Spielmannszug und den Verein für deutsche Schäferhunde.

Bartsch möchte allen gerecht werden. Das sei nicht immer einfach, wenngleich er einen kurzen Draht zu den Verantwortlichen in der Stadt hat, wo er beruflich im Sachgebiet Sport tätig ist. Besonders stolz ist er darauf, dass Werder 2007 „Sportlichste Stadt Brandenburgs“ wurde. „2018 werden wir uns wieder bewerben“, sagt er. Größter Verdienst sei die kostenfreie Nutzung der Sportanlagen inklusive -hallen. Dass diese angesichts des Wachstums der Stadt nicht ausreichen würden, stelle die Vergabe von Hallenzeiten immer wieder vor ein Problem.

Jubiläumsmedaille mit der Nummer 10

Als Werder 2017 seinen 700. Geburtstag feierte, durfte der Sport nicht fehlen. Derzeit läuft in der Galerie des Schützenhauses noch bis zum 7. Januar die Ausstellung zur Geschichte des Sports und seiner Vereine. Viel habe sich getan in den letzten Jahren. Nicht nur die Fußballer des Werderaner FC hätten inklusive Kunstrasenplatz auf der Insel eine schmucke Anlage bekommen. Das Regattahaus in Wurfweite wurde saniert. Derzeit wird das Zielrichterhaus für die Regattastrecke erneuert und in Glindow das Vereinsgebäude saniert. Die Projekte werden von der Stadt unterstützt und Bartsch ist einer, der sich unermüdlich auch um Geldgeber kümmert. Zum 700. von Werder erhielt Bartsch übrigens die Jubiläumsmedaille der Stadt mit der Nummer 10 – nicht ohne Hintergedanken. Der Zehner sei schließlich im Fußball eine zentrale Position. „Ich bin aber auch stolz auf unsere Handballer von Grün-Weiß“, erklärt Bartsch. „Dass sie 2016/17 in der 3. Liga gespielt haben, war eine kleine Sensation“, meint der Stadtsportbundchef. Auch in den Wassersportarten würden die Havelstädter viele Erfolge verzeichnen.

Linkes Karriere begann beim Blütenlauf

Dann erwähnt er Christopher Linke. Der Geher, zuletzt Olympia- und WM-Fünfter, sei ein Sportkind dieser Stadt. „Der hat bei unserem Baumblütenlauf angefangen und auf sein Ausdauertalent aufmerksam gemacht“, erzählt Bartsch, der den Lauf zum traditionellen Baumblütenfest aus der Taufe hob. Das Fest, bei dem er seit zwei Jahrzehnten auch den Umzug zur Eröffnung moderiert, sollte mehr sein als Obstweintrinken und allerlei Rummel. „Wir wollten ein Sportangebot machen“, so Bartsch. 2018 steigen die 25. Auflage das Baumblütenlaufs und weitere Jubiläen.

Ruder-Klub feiert 100-jähriges Bestehen

Der Ruder-Klub feiert sein 100-jähriges Bestehen, richtet mit dem neuen Zielrichterhaus an der Regattastrecke erstmals einen Wettlauf der Ruder-Bundesliga aus. Bartsch selbst wird 60, fühlt sich fit. „Natürlich müsste ich selbst mehr Sport machen. Das hält jung. Ich habe es probiert mit Laufen, aber nicht lange durchgehalten. Man redet sich immer ein, dass die Zeit fehlt. Aber man muss sie sich für den Sport nehmen“, meint er selbstkritisch. Er sprüht weiter vor Ideen. Eine Ferienschule für die Kids soll es in Zusammenarbeit mit den Sportvereinen geben. Und natürlich setzt „Bartschi“ darauf, dass seine WFC-Kicker die Klasse in der Brandenburgliga hält. Jedenfalls ist der Sport in Werder ohne Bartsch kaum vorstellbar, genauso wie die Stadt ohne Baumblütenfest.

Von Peter Stein

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