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Philipp Walsleben beendet Karriere als Radcrossprofi

Radsport Philipp Walsleben beendet Karriere als Radcrossprofi

Der frühere U23-Weltmeister und WM-Fünfte Philipp Walsleben aus Kleinmachnow beendet seine Karriere als Profi im Crosssport. Er habe keine Motivation mehr für diese Rennen, sagte der 30-Jährige.

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Philipp Walsleben wurde sechs Mal deutscher Meister im Radcross bei der Männer-Elite.

Quelle: Foto: privat

Kleinmachnow. Philipp Walsleben hat lange mit sich gerungen. Irgendwann sah er bei aller Grübelei kein Licht am Ende des Tunnels. „Ich beende meine Profikarriere im Radcross“, teilt er seinen Entschluss mit. „In den letzten Jahren standen Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis mehr. Die Ergebnisse, die ich erwartet hatte, kamen einfach nicht mehr. Die Leistungen stagnierten. Spaß und Motivation ließen immer mehr nach. Ob ich am Ende 14. oder 18. wurde, war fast egal“, erzählt einer, der sich beim im Cross üblichen Rundenfahren wie im Hamsterrad fühlte. Auf Neudeutsch würde man Burnout dazu sagen. Walsleben einigte sich mit seinem belgischen Team Beobank-Corendon auf eine vorzeitige Vertragsauflösung.

Sechs deutsche Meistertitel in der Elite

Seit 2008 war Walsleben, der seine Karriere in seinem Heimatort beim RC Kleinmachnow begann und bereits als Junior deutscher Meister wurde, als Profi in Diensten belgischer Teams, wohnte auch dort. 2009 wurde er U23-Weltmeister. Die Querfeldein-Karriere ging zunächst geradeaus weiter. 2013/14 hatte er wohl seine erfolgreichste Saison. Er holte etliche Podiumsplätze im Weltcup, wurde am Ende Weltcup-Gesamtzweiter und WM-Fünfter. Der Traum von einer WM-Medaille im Elitebereich erfüllte sich für den sechsmaligen deutschen Meister nicht. Stattdessen holte sein Teamkollege Mathieu van der Poel 2015 das Regenbogentrikot des Weltmeisters. „Wenn dein Teamkollege gewinnt und du hinterher fährst, zehrt das am Selbstvertrauen“, sagt Walsleben. „Das habe ich mir zu sehr zu Herzen genommen, das normale Leben litt darunter.“ Zumal ihn oft Verletzungen oder Erkältungen zurückwarfen.

Zehn Jahre in Belgien

Denn die Radcross-Saison in Belgien war stets lang und hart, oft mit drei, vier Rennen pro Woche, rund 40 Veranstaltungen von September bis Februar. „Ich will nicht klagen. Es hat sich auch gelohnt. Ich war Teil des Ganzen, nehme viele Erfahrungen mit“, resümiert der 30-Jährige, der mittlerweile auch seinen Wohnsitz wieder von Belgien nach Stahnsdorf verlegt hat. Doch so ganz will er sich noch nicht vom schmalen Rennsattel verabschieden.

Hoffen auf einen Vertrag als Straßenprofi

Philipp Walsleben liebäugelt mit einem Vertrag in einem Straßenteam, denn in den letzten Jahren konnte er im Sommer bei der Vorbereitung auf die Cross-Saison auch auf der Straße den einen oder anderen Erfolg feiern. In diesem Jahr gewann er die Bergwertung der Tour du Limousin. „Ich weiß, ich bin spät dran und die Profiteams sind meist voll. Aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben“, hegt er einen Weihnachtswunsch.

Er trainiert derzeit jedenfalls weiter. Auch einen Wechsel der Seiten als sportlicher Leiter eines Teams könne er sich vorstellen.

Radcross-Nacht im Luftschiffhafen

Am Samstag findet ein Radcross-Rennen unter Flutlicht im Sportpark Luftschiffhafen statt. Der Kurs für die „Shop4cross Night Challenge“ wurde von Ex-Profi Paul Voß – mit Karsten Niemann Ausrichter – und Philipp Walsleben gestaltet.

Prominentester Starter ist Radprofi und Giro-Etappensieger Roger Kluge (Start Männer-Elite 20.20 Uhr). Bei den Frauen ist die deutsche Meisterin Jessica Walsleben (16.20 Uhr) dabei.

Erster Start 15.30 Uhr für die Masters; Hobbyfahrer: 18.20 Uhr.

Von Peter Stein

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