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Potsdam-Mittelmark Zwischen Giro-Leiden und Vater-Freuden
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18:16 28.05.2018
Christoph Pfingsten jubelt beim Zielsprint vor dem Kolosseum in Rom. Quelle: foto: DPA
Stahnsdorf

Geschafft, aber glücklich kehrte Christoph Pfingsten am Montag heim nach Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) zu seiner Ehefrau Gini. Der Gladiator der Landstraße hatte seine letzte Schlacht am Sonntag am Fuße des Kolosseums in Rom erfolgreich geschlagen. Als Anfahrer hatte er seinem Teamkollegen Sam Bennett von der deutschen Equipe Bora-Hansgrohe zum dritten und abschließenden Etappensieg beim 101. Giro d’Italia verholfen. Schampus für die „After-Show-Party“ war damit genug geordert.

„Die Rundfahrt war mega anstrengend, aber auch mega geil“, sagte Radprofi Pfingsten nach seiner Giro-Premiere. „Ich war ja schon zweimal bei der Vuelta in Spanien dabei, aber die drei Wochen in Italien waren noch mal einen Zacken schärfer. Viele haben gesagt, es sei der schwerste Giro seit langem gewesen. Die 3500 Kilometer mit über 50 000 Höhenmetern hatten es in sich, aber wir haben unsere Ziele übererfüllt. Das macht alle happy“, sprudelte es aus dem 30-Jährigen heraus, der nach der Party-Nacht in Rom gestern noch immer voller Adrenalin steckte.

Schlusssprint am Kolosseum

Aber das mag auch seiner Vorfreude auf Zuhause geschuldet sein. Denn seine Frau erwartet in diesen Tagen das erste gemeinsame Kind. „Es wird ein Junge“, verriet der werdende Vater und jubelte wie am Vorabend beim Schlusssprint am weltberühmten Kolosseum.

Seine Helferdienste auf dem Rad hat er jedenfalls mit Bravour erfüllt und die Bora-Hansgrohe-Bilanz auf dem Stiefel aufpoliert. „Das Ziel war, einen Etappensieg zu landen und einen Fahrer unter die Top Ten zu bringen.“ Nun holte der Ire Bennett drei Sprintsiege und mit dem Österreicher Patrick Konrad als Siebtem sowie dem Italiener Davide Formolo als Zehntem schafften gleich zwei Teamkollegen Spitzenergebnisse in der Gesamtwertung. Pfingsten selbst wurde als 58. zweitbester Deutscher hinter dem Berliner Maximilian Schachmann (31.).

Der Traum Tour de France bleibt

Mit dem Profi aus dem belgischen Quick-Step-Team hatte Pfingsten auf der 18. Etappe sein Giro-Schlüsselerlebnis. Beide gehörten auf der knapp 200 Kilometer langen Etappe zu einer zwölfköpfigen Spitzengruppe, die sich nach fünf Kilometern gebildet hatte und „durchkam“. Während Schachmann – nomen est omen – am langen Schlussanstieg die Gegner in Schach hielt und siegte, kämpfte sich Pfingsten mit 70 Sekunden Rückstand auf Platz vier. „Klar will man immer mehr, aber ich habe wirklich alles gegeben, fuhr auf der letzten Rille“, sagt der Stahnsdorfer. Seine Erkenntnis: „Die Berge werden nicht mehr meine Freunde, aber ich komme hoch.“

Dass der Brite Christopher Froome trotz eines laufenden Dopingverfahrens nach Tour de France und Vuelta nun mit dem Giro seinen dritten Sieg in Folge bei den drei großen Landesrundfahrten über drei Wochen feierte, will Pfingsten nicht kommentieren: „Das kann ich nicht beeinflussen. Das ist Sache des Weltverbandes UCI.“ Dass er in sechs Wochen wie Froome auch bei der Tour de France startet, ist für Pfingsten eher unwahrscheinlich. „Aber die Tour bleibt für mich ein Traum, seit ich Rad fahre ist das ein Ziel von mir“, so der Brandenburger. Nun stünden aber erst mal Vaterfreuden und -pflichten an.

Von Peter Stein

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