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Potsdam-Mittelmark Stahnsdorfer Leichtathleten starten für Berlin
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19:55 09.01.2018
Starke Truppe: die Leichtathleten vom RSV Eintracht auf ihrem Sportplatz in der Stahnsdorfer Zillestraße. Quelle: Foto: verein
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Stahnsdorf

Am Wochenende beim Gerhard-Schlegel-Gedenksportfest im Sportforum Hohenschönhausen war die männliche U20-Staffel über viermal 200 Meter nicht zu schlagen. Nele Schütte (15) siegte im Hochsprung mit 1,66 Meter. Es waren die ersten Erfolge des RSV Eintracht Berlin. Denn die Leichtathleten von der Stahnsdorfer Zillestraße starten seit diesem Jahr für den Berliner Landesverband. Am am nächsten Wochenende bei der Berlin-Brandenburger Hallenmeisterschaften im Potsdamer Luftschiffhafen wird das erneut so sein.

Keine gemeinsame Linie mit Brandenburg

Das ist natürlich ein herber Verlust für den Leichtathletikverband Brandenburg mit seinen 6500 Mitgliedern, wenn eine solch starke Leichtathletik-Abteilung wie beim RSV mit 250 Mitgliedern die Seiten wechselt. Sämtliche Vermittlungsversuche in den letzten Wochen zwischen Landessportbund (LSB), Leichtathletikverband und Kreissportbund schlugen fehl. Andreas Gerlach, LSB-Vorstandsvorsitzender, sagt: „Das ist sehr bedauerlich.“ Jens Buchholz, Geschäftsführer im Leichtathletikverband Brandenburg meint: „Ich halte diesen Schritt des RSV für einen Fehler.“ Und Landestrainer Kai-Uwe Meier ergänzt: „Wir konnten uns nicht einigen. Wenn keine Grundlage für eine Zusammenarbeit vorhanden ist, dann geht es eben nicht.“ Gleichwohl bedauert er den Wechsel nach Berlin.

Ein funktionierendes System beim RSV

Fabian Meister, Abteilungsleiter Leichtathletik beim RSV, ist vom Stahnsdorfer Weg überzeugt. Denn einer der Vorwürfe an die Mittelmärker lautete, dass sie keine Talente an die Sportschule nach Potsdam geben würden. Meister entgegnet: „Wir haben viel mit den Eltern und ihren

Junge Sprinter des RSV Eintracht: Hugo Hübler, Luis Tannebaum, Max Donath und Leon Spiecker (v.l.). Quelle: verein

Kindern darüber beraten. Aber es gab keine Bereitschaft der Eltern, ihre Kinder auf die Sportschule nach Potsdam zu schicken. Die Kinder sollen stattdessen an ihrem angestammten Schulen lernen und nebenher Sport treiben. Bei den älteren Jahrgängen wird bis zu fünf Mal in der Woche trainiert. Wir haben ein funktionierendes System. Der Spaß am Sport und die Erfolge geben uns Recht.“ Sechs lizensierte Trainer kümmern sich um den Leichtathletik-Nachwuchs, dazu vier Helfertrainer. Hindernisläuferin Leandra Lorenz startete bereits international für Deutschland und gehört ebenso zu den Kadersportlern des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) wie Hochspringerin Nele Schütte oder der Behindertensportler Felix Krüsemann. Auch Stabhochspringerin Leni Wildgrube zählte dazu, doch sie startet nun für den SC Potsdam.

Harbig-Halle statt Luftschiffhafen

Meister kann das nachvollziehen: „Leni geht seit Jahren an die Sportschule nach Potsdam, hat dort einen kompetenten Trainer.“ Übrigens ist die Delegierung an die Sportschule ein Kriterium, um als Landesstützpunkt anerkannt zu werden. Bisher bildete der RSV mit seinen Athleten aus der Boom-Region Stahnsdorf, Teltow, Kleinmachnow mit Ludwigsfelde einen vom LSB anerkannten Landesstützpunkt. Das beinhaltet auch Fördergelder. Nun gibt es nur noch den Landesstützpunkt Ludwigsfelde.

Meister sagt: „Was die Fördergelder betrifft, so sind wir in Berlin nicht schlechter gestellt. Dort existiert nur ein anderes System. Statt der Fahrkosten-Erstattung gibt es finanzielle Hilfen für Trainer.“ Zudem hätten die RSV-ler künftig für die Nutzung der Leichtathletikhalle ohne die Anerkennung als Landesstützpunkt zahlen müssen. In Berlin dürfen sie umsonst trainieren. „Die Rudolf-Harbig-Halle in Berlin ist von Stahnsdorf noch schneller zu erreichen als der Luftschiffhafen“, sagt Meister, der zudem darauf verweist: „Potsdam ist Bundesstützpunkt für Gehen, Stabhochsprung und Wurf. Da ist doch klar, dass die Talente vor allem für diese Disziplinen entwickelt werden. Wir konzentrieren uns auf Lauf, Hürden und Mehrkampf, haben also eine andere Ausrichtung.“

Von Peter Stein

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