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17:18 28.09.2018
Felix Hoffmann (M.) mit Partnerin Annalisa Lodrini bei der Preisverleihung „Stern des Sports“ in Bronze. Quelle: Foto: Friedrich Bungert
Potsdam

Felix Hoffmann hatte da eine Idee. „Mit der Flüchtlingswelle 2015 wollten wir etwas tun, helfen, die Kinder und Jugendlichen besser zu integrieren. Also sind wir in Flüchtlingsheime und -unterkünfte gegangen und haben mit den Helfern dort gesprochen und den Familien unser Angebot unterbreitet“, erzählt der 39-Jährige. Und das Angebot heißt Boxen. Die Nachfrage war groß, der Betreuungsbedarf auch und so entstand daraus das Jugendhilfeprojekt „FAIR“ des USV Potsdam, Abteilung Boxen. Nun wurde das Projekt sogar mit dem „Stern des Sports“ in Bronze durch die Berliner Volksbank geehrt. Für den dritten Platz gab es einen Scheck von 700 Euro.

„Das Geld können wir gut gebrauchen. Denn unser Projekt ist weiter am Wachsen. Inzwischen sind wir auch an Potsdamer Schulen wie der Voltaire-Schule und der Oberlin-Schule aktiv. Weitere würden das gern mit uns machen, aber es fehlt an Personal und Geld“, sagt Hoffmann, der das Boxen selbst beim USV erlernte und nun als ausgebildeter Trainer und Projektleiter der Jugendhilfe den Schützlingen nicht nur die Regeln des Faustkampfes beibringt, sondern auch des fairen Umgangs miteinander.

Tägliches Training in Altersgruppen

Im Kampfsportraum von Haus 12 am Neuen Palais wird täglich von Montag bis Samstag geübt. Dabei wird nach Altersstufen differenziert: acht bis elf Jahre, zwölf bis 15 Jahre und über 16 Jahre. Auch Mädchen und junge Frauen sind dabei. „Das Boxtraining eignet sich hervorragend für die aktive Sozialarbeit, weil es nach klaren Regeln abläuft. Hier lernen die Kinder auch, dass es Grenzen gibt“, meint Hoffmann, der mit einem knappen Dutzend weiteren Trainern 50 bis 60 Kinder und Jugendliche betreut. Darunter sind Tschetschenen, Afghanen und Syrer. Dass es da unter den verschiedenen Gruppen auch mal zu Spannungen kommt, bestreitet Hoffmann nicht. „Es hat auch schon mal geknallt. Aber dann wird das fair geklärt. Die Kinder müssen lernen, miteinander auszukommen“, sagt der Trainer. Ziel des Jugendhilfeprojekts, das sich in freier Trägerschaft der Potsdamer Jugendhilfe befindet, ist es, bei den Kindern und Jugendlichen körperliches und psychisches Selbstbewusstsein aufzubauen, Aggressionen und Ängste abzubauen sowie die Prinzipien der Fairness zu verinnerlichen.

Soziale Integration im Verein

Natürlich gehe es auch um die soziale Integration der Flüchtlingskinder. „Wir arbeiten eng mit dem Jugendamt zusammen“, verweist Hoffmann auf einen wichtigen Aspekt. „Im Zentrum steht der Junge oder das Mädchen. Es geht immer um den Menschen. Wir helfen, sich in der Gesellschaft zurechtzufinden. Natürlich versuchen wir auch, sportliche Talente zu entwickeln.“ Von den Brandenburger Landesmeisterschaften kehrten alle vier Starter des USV mit einer Silbermedaille heim. Ein Junge – Hoffmann nennt ganz bewusst zum Schutz der Kinder, die auch nicht fotografiert werden sollen, keine Namen – hatte sogar das Zeug für die Sportschule in Frankfurt (Oder), blieb dann aber doch im Verein.

Förderung durch die „Aktion Mensch“

Um das Projekt „FAIR“ fortsetzen zu können, steht und fällt vieles mit der Finanzierung. Hoffmann spricht von einem Etat von 64 000 Euro. 70 Prozent davon deckt eine Förderung der „Aktion Mensch“, für 30 Prozent wird die Unterstützung regionaler Spender und Sponsoren benötigt. Das sind pro Jahr 18 400 Euro. Der Fördervertrag mit der „Aktion Mensch“ läuft für drei Jahre bis 2020. „Bei der Lotterie haben wir uns einfach beworben und dann den Zuschlag bekommen“, sagt Hoffmann, so wie bei den „Sternen des Sports“. Auch da hat sich die Bewerbung mit dem Projekt ausgezahlt. „Die 700 Euro können wir natürlich gut gebrauchen“, bestätigt Hoffmann, der die wachsende Nachfrage von Jugendlichen und Potsdamer Schulen gern befriedigen würde. Boxen sei eben keine Prügelei, sondern ein fairer Sport, beuge gerade der Gewalt vor.

Von Peter Stein

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