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Potsdam Jessica Wegner gibt den Takt vor
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17:35 07.09.2018
Jessica Wegner gibt als Trommlerin im Drachenboot den Schlagrhythmus vor. Quelle: foto: Marcus Alert
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Potsdam

Drachenbootrennen, die in China bis weit in die Zeit vor Christus zurückreichen, wurden in Deutschland erst sehr spät populär. Das erste offizielle Drachenbootrennen ist auf das Jahr 1989 datiert und wurde im Rahmen des 800. Hamburger Hafengeburtstages durchgeführt.

In diesem Jahr war Jessica Wegner noch nicht einmal geboren. Ihre Begeisterung zum Drachenboot entflammte gar erst im späten Jugendalter, die Freude für den Sport auf dem Wasser dafür umso zeitiger. Sie besuchte die Sportschule Potsdam „Friedrich Ludwig Jahn“ und spezialisierte sich im Kanusport. Auch wenn nicht der große Durchbruch gelang, ist allen voran eines geblieben: Die Liebe zum Boot und zum Wasser.

„Durch das Kanu bin und war ich immer eine leidenschaftliche Paddlerin. Das hat es mir so leicht gemacht“, erzählt Jessica Wegner und spricht damit ihren Wechsel zum weitaus größeren Gefährt an.

Seit knapp fünf Jahren steigt die heute 23-Jährige nun in ein mindestens zehn Mann starkes Boot. Jessica Wegner gibt dort nicht nur sprichwörtlich den Ton an. Als Trommlerin sitzt sie entgegen der Fahrtrichtung und übermittelt den Rhythmus des Paddeleintauchens durch das Schlagen einer Trommel. Nicht ganz so einfach, wie es scheint.

Das Taktgefühl ist wichtig

„Es hat schon ein Jahr gedauert, ehe ich die Abläufe drin hatte. Man braucht dieses gewisse Taktgefühl“, gibt die Potsdamerin bescheiden zu und betont hingegen die Vorzüge des Miteinanders: „Im Team zusammen unterwegs zu sein, gefällt mir.“

Der Monat August war für die biologische Assistentin einer der besonderen und endete mit einem tollen Triumph. Im Rahmen der auf dem Beetzsee in Brandenburg an der Havel stattfindenden European Nations Championships wurde sie erstmals in die deutsche Nationalmannschaft berufen und konnte in ihrer Kategorie Standard Boat Senior B open auf der Strecke von 1000 Metern Silber erreichen. Mit der männlichen Ü50-Mannschaft mussten die 20 Sportler lediglich der Ukraine den Vorrang gewähren. Allein die Trommler sind übrigens von der Eingrenzung im Altersbereich ausgeschlossen und können dabei jünger sowie auch anderen Geschlechts sein.

Zufällig in das Auswahlboot

Mehr oder weniger zufällig gelangte Jessica Wegner in die deutsche Auswahl, neben ihr kamen weitere fünf Sportler bei dieser Europameisterschaft aus Potsdam. Für junge Leute ist es hingegen schwieriger, mit Gleichaltrigen an den Start zu gehen, da es die Altersstruktur selten hergibt. Auch nicht in Potsdam und bei den heimischen Preußen-Drachen. Jessica Wegner trainiert meist ausschließlich in der Ü50, nationale Wettkämpfe werden überwiegend in der Ü40 (Senior A), Ü50 (Senior B) oder Ü60 (Senior C) durchgeführt.

Neben internationalen Wettbewerben zwischen den verschiedenen Nationen finden Rennen ebenfalls auf Vereinsbasis statt. Auch dort sind die Drachenbootsportler aus Potsdam keine Unbekannten und konnten im Jahr 2017 sowohl bei der Weltmeisterschaft, der Europameisterschaft und der Deutschen Meisterschaft ganz oben stehen.

Die besondere Motivation

Für Jessica Wegner haben die Erfolge eine tiefere Bedeutung: „Im Vorfeld ist unser Steuermann gestorben. Eigentlich wollte er bei den Wettkämpfen mitfahren. Wir haben auch für ihn gewonnen“, schildert sie die besondere Motivation.

Der Legende vom Drachenbootrennen wird übrigens nachgesagt, dass das siegende Team viel Glück und Freude im Leben im nächsten Jahr haben wird. Das hofft Jessica Wegner nun. Man kann ihr also weiterhin nur die Daumen drücken.

Von Linda Kollmann

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