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OSC Potsdam Das Erfolgsgeheimnis des Sebastian Brendel
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18:27 28.08.2018
Kämpfen bis zum Umfallen: Sebastian Brendel rettet sich gerade so ins Ziel und holt über 500 Meter WM-Silber. Quelle: Foto: Ute Freise
Potsdam

Die Erfolgsserie des Sebastian Brendel reißt nicht ab. Bei den Weltmeisterschaften am vergangenen Wochenende in Portugal gewann der 30-Jährige vom Kanuclub Potsdam im OSC seine WM-Titel Nummer neun und zehn. Damit hat der Canadierfahrer selbst Kanu-Legende Andreas Dittmer (acht Mal Weltmeister) übertroffen. Im MAZ-Interview spricht Brendel über sein Erfolgsgeheimnis und seine Gegner.

Sie sind nun zum vierten Mal in Folge Weltmeister im Einer-Canadier über 1000 Meter geworden, dazu schon zweimal Olympiasieger über diese Strecke. Wie machen Sie das?

Sebastian Brendel: Dafür muss man fleißig sein, hart trainieren und kühlen Kopf bewahren. Natürlich ist die wichtigste Voraussetzung, gesund zu bleiben. Dafür muss man seinen Körper gut pflegen. Darauf achte ich.

Trainieren Sie mehr als all die anderen?

Ich gebe mir größte Mühe, das umzusetzen, was auf dem Trainingsplan steht und mache oft auch ein bisschen mehr. Dass ich mal etwas weglasse, kommt kaum vor. Wenn ich mal wichtige Termine habe, bei Sponsoren zum Beispiel, hole ich das Programm meist nach. Ich gebe mir größte Mühe, so wenig wie möglich vom Plan abzuweichen.

Wieviel trainieren Sie?

In den Wochen, wo wir Grundlagenausdauer machen, kommen locker 100 Kilometer zusammen. Morgens fahre ich meist zwölf Kilometer am Stück. Dazu kommt das Krafttraining. Doch die Kilometer allein machen es nicht. Es kommt auch auf die Qualität des Trainings an, die Intensität.

Bei den Europameisterschaften im Juni sind Sie zweimal vom Tschechen Martin Fuksa geschlagen worden. Warum waren Sie jetzt wieder besser als er?

Das Training war auf die Weltmeisterschaft als Höhepunkt ausgerichtet. Da zählen keine Weltcups mehr. Im Trainingslager bei den Tests habe ich gemerkt, die Werte stimmen. Geholfen hat mir jetzt bei der WM vor allem der zweite Platz über 500 Meter. Da habe ich gemerkt, dass ich gut drauf bin. Das hat mir für die 1000 Meter sehr viel Selbstvertrauen gegeben.

Seit einigen Jahren sind der Brasilianer Isaquias dos Santos und der erwähnte Fuksa ihre größten Konkurrenten. Treiben die Gegner Sie so an?

Diese Frage habe ich mir auch schon öfter gestellt. Ich würde sagen ja. Die treiben mich wahnsinnig an. Da überlege ich gar nicht erst, ob ich mal was weglasse im Training.

Die Beiden verzichten auf die 5000 Meter. Warum fahren Sie diesen Kanu-Marathon noch?

Weil mir das Spaß macht. Der Kampf Mann gegen Mann und mit den Wellen, das mögen die beiden nicht so. Über die 5000 Meter habe ich 2013 meinen ersten WM-Titel gewonnen. Mit den Vor- und Zwischenläufen bin ich jetzt bei der WM in vier Tagen 8,5 Kilometer im Wettkampf gefahren.

Waren Sie jetzt bei der WM besser in Form als vor zwei Jahren bei Olympia in Rio?

Das kann man nicht so sagen. Ich rechne immer im Vier-Jahres-Rhythmus und weiß, dass ich mich mit Blick auf Olympia 2020 stetig verbessern muss. Die Gegner machen das auch so.

Trainieren Sie jetzt genauso wie beispielsweise 2014 zwei Jahre vor den Olympischen Spielen?

Nein. Auch der Trainingsplan verändert sich. Da gibt es keinen Stillstand. Mein Trainer Ralph Welke und ich, wir stimmen uns immer wieder ab. Natürlich fließt da inzwischen viel Erfahrung ein.

Sind Sie ein Medaillenzähler?

Ich weiß natürlich, dass ich jetzt zehn WM-Goldmedaillen gewonnen habe. Aber ich setze mir nicht das Ziel, 15 oder 20 Mal Weltmeister zu werden. Meine Hauptstrecke bleiben die olympischen 1000 Meter im Einer-Canadier. Und da will ich im kommenden Jahr zum fünften Mal in Folge Weltmeister werden. Da geht es schon um die Quotenplätze für Olympia. Natürlich arbeite ich darauf hin, 2020 in Tokio ein drittes Mal Olympia-Gold über diese Strecke zu gewinnen.

Legen Sie das Paddel jetzt erst einmal aus der Hand?

Nein. Am Wochenende stehen die Deutschen Meisterschaften in Hamburg an. Da fahre ich alles von 200 bis 1000 Meter im Einer, im Zweier, im Vierer und im Achter unseres Vereins. Danach freue ich mich schon auf den traditionellen Kanalsprint am 9. September in Potsdam. Da wollen wir uns wieder den Fans hautnah präsentieren.

Von Peter Stein

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