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Potsdamer Wasserballer Reiko Zech will sich einen Traum erfüllen

Wasserball Potsdamer Wasserballer Reiko Zech will sich einen Traum erfüllen

Der 22-Jährige vom Bundesligisten OSC Potsdam reist mit der Nationalmannschaft zu einem Turnier nach Italien.

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Potsdamer sind erneut Vizemeister

Reiko Zech wechselte 2015 von der SG Neukölln zum OSC Potsdam.

Quelle: Benjamin Feller

Potsdam. In dieser Woche könnte ein lange gehegter Plan aufgehen. Wobei: Eigentlich ist es eher ein Traum. Vor knapp zweieinhalb Jahren war Reiko Zech von der SG Neukölln zum Wasserball-Bundesligisten OSC Potsdam gewechselt. Damals beschrieb der Centerverteidiger seine Ambitionen so: „Ich brauche ein neues Umfeld, um mich weiterzuentwickeln. Ich habe Bock noch einmal anzugreifen, auch in der Nationalmannschaft.“

Europa-Cup-Turnier in Italien

Nun scheint die Attacke von Erfolg gekrönt zu werden. Bundestrainer Hagen Stamm hat den 22-Jährigen für das Europa-Cup-Turnier im italienischen Palermo von Donnerstag bis Samstag nominiert. „Ich habe mich in Potsdam offenbar gut entwickelt“, sagt Zech. Erst recht, seitdem er noch mehr trainieren kann. Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann arbeitet seit vergangenem Jahr bei einer Berliner Bauträger-Gesellschaft und wird dort für Training und Spiele freigestellt. So kann er nun auch vormittags in Berlin am Leistungsstützpunkt gemeinsam mit Spielern von den Wasserfreunden Spandau trainieren. „Da machen wir viele Kraftübungen für die Beine und viel Zweikampftraining, das bringt mir viel.“ Insgesamt habe er sich in den vergangenen Jahren nicht nur athletisch, sondern auch schwimmerisch und spielerisch verbessert.

„Ich will mich beweisen und weiterentwickeln“

Der einstige Jugend-Nationalspieler hat zwar schon einmal an einem Trainingslehrgang und einem Leistungstest der Auswahl teilgenommen. Doch nun hofft er in den Spielen gegen den WM-Sechsten Italien, den WM-Fünften Montenegro und den WM-Achten Russland auf sein Debüt für Deutschland. „Das sind alles Top-Mannschaften. Für mich wäre das ein sehr guter Härtetest, wo ich international stehe. Ich will mich beweisen und weiterentwickeln“, sagt Zech. Die Stamm-Truppe tritt ohne die Stars Mateo Cuk und Julian Real an, ist demzufolge Außenseiter in dem neu geschaffenen Wettbewerb. Zech ist das schnuppe. „Ich freue mich, dabei zu sein. Es macht Spaß gegen solche Mannschaften, es ist ein bisschen härter und energischer.“

Fragezeichen wegen Erkältung

Bis zum ersten Spiel am Donnerstag will Zech wieder fit sein. In der vergangenen Woche quälte ihn ein Infekt. Sein Einsatz am Samstag im Bundesligaspiel bei seinem Ex-Verein Neukölln war zunächst sogar fraglich. Doch Zech war beim 8:8 dabei. „Es wäre sehr ärgerlich gewesen, wenn ich ausgefallen wäre“, sagt Zech. Das Unentschieden ist zu wenig für die Potsdamer, die als Fünfter vier Punkte Rückstand auf den Vierten Neukölln haben und den eigenen Erwartungen hinterherhinken. Ziel war Platz drei. Die individuelle Qualität sei durchaus vorhanden. „Aber wir spielen als Mannschaft nicht gut genug zusammen“, analysiert Zech, der jedoch optimistisch auf die restlichen Spiele der Hauptrunde blickt. „Wenn wir geschlossen auftreten, können wir alle kommenden Gegner in der Bundesliga schlagen.“ Die vierwöchige Länderspielpause sei allerdings eher ein Nachteil für Potsdam. „Wir brauchen die Spielpraxis, um uns noch besser aufeinander einzustellen."

Traum von Olympia

Zuletzt war es aber so, dass die Potsdamer Auswahlspieler in der Nationalmannschaft bessere Leistungen als im Verein zeigten. Für den Europa-Cup ist neben Zech auch Hannes Schulz nominiert. Auch einige der Spandauer, die ein Doppelspielrecht für Potsdam haben, sind dabei. Vielleicht gelingt es den Jungs, die Leistungen auch in den Verein mitzunehmen. Über die Bundesliga kann sich Zech künftig immer wieder beim Bundestrainer empfehlen. Die Teilnahme am Turnier in Italien soll für ihn nur der Auftakt sein. In zwei Jahren stehen Olympische Spiele an. Die Mission von Bundestrainer Stamm ist auf die Qualifikation für Tokio ausgelegt.

Von Ronny Müller

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