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OSC Potsdam Potsdamer sind erneut Vizemeister
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18:31 05.02.2018
Die deutschen Mannschafts-Vizemeister vom Potsdamer SV. Quelle: foto: verein
Potsdam

Felix Wolf ist nicht nur das „Superhirn“, das sich den Schlachtplan für den Einsatz der zwölfköpfigen Mannschaft ausdenkt. Er springt notfalls auch noch selbst ins Becken, um die nötigen Punkte für sein Team zu ergattern. Am Ende holten die Männer vom Potsdamer SV wieder Silber bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Schwimmen auf der Kurzbahn in Essen.

Denn Punkte werden auf den 13 olympischen Einzelstrecken vergeben. Und diese müssen jeweils von drei Schwimmern pro Verein besetzt werden. Das macht 39 Einsätze, die Wolf am Samstagvormittag, -nachmittag und Sonntagvormittag koordiniert hat. Da ein Potsdamer am Sonntag auch noch erkrankt war, ging Wolf über 1500 Meter Freistil zusätzlich an den Start. Dabei ist der 28-Jährige ein Rückenspezialist, hatte vor anderthalb Jahren seine Leistungssport-Karriere bereits beendet. Der mehrfache EM- und WM-Teilnehmer sowie einstige deutsche Rekordhalter über 200 Meter Rücken arbeitet als Polizist, aber an seinem Hobby Schwimmen hält er weiter fest. Dreimal in der Woche trainiert er noch, hält sich so fit.

Im Einsatz für den Verein

Und bei den Mannschaftsmeisterschaften für seinen Verein, dem er seit 1996 die Treue hält, ins Becken zu springen, sei ihm eine besondere Ehre und Verpflichtung zugleich. „Ich bin zum neunten Mal bei den Mannschaftsmeisterschaften dabei gewesen. Da kenne ich mich langsam aus, weiß, wie die Abläufe sind und wo ein paar Punkte gut zu machen sind“, berichtet Wolf, der sich selbst als eine Art Teammanager sieht. Die Rolle des Kapitäns übernahm Yannick Lebherz. Er war der Mann für die klaren Ansagen und der Motivator am Beckenrand, natürlich ebenfalls selbst aktiv. Viele Schwimmer gingen fünf Mal an den Start. Das war die maximale Einsatzmöglichkeit. Auch zweimal durfte nicht dieselbe Strecke geschwommen werden.

Rücken-Spezialist Diener fünf Mal im Einsatz

So hat Vizeeuropameister Christian Diener nicht nur auf seinen Spezialstrecken über 100 und 200 Meter Rücken kräftig gepunktet, sondern auch über 200 und 400 Meter Lagen sowie über 100 Meter Schmetterling. Dabei mussten die Potsdamer noch auf Junioren-Weltmeister Johannes Hintze krankheitsbedingt verzichten. Trotzdem reichte es am Ende mit 28 652 Punkten zu Rang zwei hinter dem Würzburger SV, der sogar mit fünf ungarischen Gaststartern angetreten war. Die Zeiten der Einzelschwimmer wurden jeweils in Relation zur aktuellen Weltrekordzeit (1000 Punkte) gesetzt.

Talente vor dem Absprung

Neben den Routiniers wie Lebherz (29 Jahre), Wolf (28) und Diener (24) zählten auch Tim-Thorben Suck (22), Carl Louis Schwarz (22), Josha Salchow (18), Eric Friese (18), Richard Zumpe (18), Wassili Kuhn (18), Melvin Imoudu (19), Sebastian Schaf (17) und Simon Fritzsch (23) zum Vizemeister-Team. Für die Talente Salchow und Kuhn, die vor einem Wechsel nach Heidelberg stehen (MAZ berichtete) und seit Wochenbeginn dort ein Probetraining absolvieren, könnte es der letzte Auftritt für den Potsdamer SV gewesen sein.

Wolf bedauert das. Er sagt: „Wir haben hier in Potsdam optimale Trainingsbedingungen im Verbund mit der Sportschule. Das kann Heidelberg nicht bieten.“ Jedenfalls ist sich Wolf sicher, dass der PSV auch nächstes Jahr – die Frauen wurden Achter – wieder eine Mannschaft zur Meisterschaft stellt. Wolf will erneut dabei sein. Es wäre seine zehnte Teilnahme.

Von Peter Stein

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