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Potsdam Olympiasiegerin Kiriasis auch beim Bachelor spitze
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18:16 08.10.2017
Julian Morche (l.) und Sandra Kiriasis.
Potsdam

Sandra Kiriasis hat in ihrer Karriere schon viel gewonnen. Die erfolgreichste Bobpilotin der Welt holte 2006 Olympia-Gold, 2002 Olympia-Silber, dazu je sieben EM- und WM-Titel sowie 45 Weltcupsiege. Aber diese Urkunde nahm sie am Samstag ebenso stolz in Empfang. Bei der Ex- und Immatrikulationsfeier der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam im Kongresshotel erhielt Sandra Kiriasis als eine von 32 erfolgreichen Absolventen des dualen Studiums ihren Abschluss als Bachelor of Arts. Und wieder war sie spitze. Denn ihre Bachelor-Arbeit zum Thema „Der Spitzensportler als Spitzenunternehmer“ schloss sie mit 1,2 als Jahrgangsbeste ab.

In den Spuren von Robert Bartko und André Lange

„Erst einmal bin ich stolz darauf, dass ich das Studium so durchgezogen habe“, erzählte die Ex-Bobfahrerin, die wie keine Zweite mit viel Fingerspitzengefühl die Lenkseile an den Kufengefährten bedienen konnte. Vor drei Jahren hatte sie quasi den Staffelstab von Olympiasieger zu Olympiasiegerin, von Ex-Radprofi Robert Bartko übernommen. Der Potsdamer wurde nach seinem erfolgreichen FH-Abschluss Sportdirektor bei der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft. Auch der viermalige Bob-Olympiasieger André Lange war Potsdamer FH-Absolvent.

Jahrgangsbeste bei der Bachelor-Arbeit

Trotz ihrer mittlerweile 42 Jahre fühlte sich Sandra Kiriasis nie als „Mutter der Kompanie“ gegenüber ihren Mitstudenten. „Ich war Studentin wie jede andere auch.“ Im Rahmen ihrer Ausbildung organisierte die aus Geising im Osterzgebirge stammende Ausnahmesportlerin ein Bob-Event auf ihrer Heimatbahn in Altenberg. Da ging es nicht nur im Gästebob rasend zu Tale, sondern auch beim Rodeln und Biathlon zur Sache. Sandra Kiriasis, die im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit eine Studie zu Persönlichkeitsmerkmalen durchführte und dabei immerhin 24 Olympiasieger befragte, will ihr Wissen künftig im Beruf bei Workshops an Unternehmer weitergeben. Denn wie im Sport gehe es auch in der Wirtschaft darum, besser als andere, eben spitze zu sein.

Mit Blick auf ihre lange Bob-Karriere meinte Sandra Kiriasis, die in Nürnberg wohnt: „Es war eine tolle Zeit.“ Als am Samstag noch einmal ihre olympische Goldfahrt von Turin auf der Videowand gezeigt wurde, habe sie wieder Gänsehaut bekommen. „Auch wenn das mittlerweile über elf Jahre zurückliegt.“ Auch an ihr tränenreiches Karriereende mit Platz fünf bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi könne sie sich noch gut erinnern. „Ja, es war ein Abschied mit einem weinenden Auge“, bestätigte sie noch einmal. Für ihre Nachfolgerinnen hat sie die Messlatte sehr hoch gelegt. Mit Blick auf Olympia im Februar 2018 in Pyeongchang/Südkorea meinte die Fränkin: „Fahrerisch überzeugen mich die deutschen Pilotinnen noch nicht. Da sehe ich viele Reserven.“

Athletiktrainer bei den Baskets Bonn

Stolz mit dem viereckigen, schwarzen Doktorhut samt Bachelor-Urkunde präsentierte sich am Samstag auch Julian Morche. Der 29 Jahre alte Bonner gehörte wie Kiriasis zu den Jahrgangsbesten. Neben der Ausbildung hat er fünf Jahre als Athletiktrainer beim Basketball-Bundesligisten Telekom Baskets Bonn gearbeitet. „Ich konnte studieren und gleichzeitig in die Welt des Leistungssports hineinschnuppern. Das ist eben der Vorteil eines dualen Studiums“, sagte Morche. „Auch wenn ich manchmal bis morgens um fünf am Laptop irgendwo in einem Hotel – in Minsk oder wo wir gerade mit den Baskets unterwegs waren – gesessen habe, um meine Belegarbeit rechtzeitig fertig zu bekommen. Gut am Studium war, dass wir viele Dinge aus der Praxis mit einbringen konnten.“ Nun hat er sich als sportlicher Leiter eines Fitnessstudios eine Existenz aufgebaut und will zudem eine Familie gründen.

Einen Job beim Kreissportbund

Zu den Absolventen zählt auch Hannes Holtmann. Der 26-Jährige hat eine Stelle beim Kreissportbund (KSB) Ostprignitz-Ruppin erhalten, wo er für Integration und Vorschulsport zuständig ist.

Hannes Holtmann Quelle: Peter Stein

„Das duale Studium war ideal für mich“, lobte er die Potsdamer Fachhochschule, „weil ich parallel schon beim KSB in Neuruppin gearbeitet habe.“ Holtmann ist Kapitän beim Handball-Landesligameister FK Hanse Wittstock, spielt im Rückraum. Nebenher ist er noch Übungsleiter, hat den Sport von der Pike auf gelernt. Umso mehr freut er sich, wenn er mit dem Bachelor-Abschluss in der Tasche sein Hobby nun zum Beruf machen kann.

Von Peter Stein

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