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SC Potsdam Geher Nils Brembach kämpft um WM-Norm
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18:37 21.04.2017
Nils Brembach will die WM-Norm unterbieten. Quelle: Foto: Gerhard Pohl
Potsdam

Wenn Nils Brembach am Sonntag auf dem Traditionskurs in Naumburg bei den Deutschen Meisterschaften im 20 Kilometer Gehen an die Startlinie tritt, dann hat er ein festes Ziel vor Augen. „Ich will die Norm für die Weltmeisterschaften im August in London unterbieten“, sagt der 24-Jährige vom SC Potsdam. „Ich muss liefern“, setzt er mit Nachdruck hinzu und bezieht sich damit ein wenig auf den missglückten Saisonauftakt zwei Wochen zuvor im tschechischen Podebrady. Während dort seine Vereinsgefährten Christopher Linke als Sieger mit persönlicher Bestzeit von 1:18:59 Stunden und Hagen Pohle als Dritter in 1:21:41 Stunden glänzten, musste Brembach aufgeben. Außerdem konnten Linke und Pohle die Norm für die WM von 1:21:45 Stunden erfüllen.

Ein Tritt in die Hacken

Brembach erklärt: „Diesen Wettkampf hatten wir erst kurzfristig ins Programm genommen. Wir waren ja zuvor im Höhentrainingslager in Flagstaff in den USA. Da war klar, dass es Probleme mit der Zeitumstellung bei der Rückanpassung geben würde. Ich habe zum Beispiel nachts nicht sehr tief geschlafen. Jedenfalls sollten wir dann in den Wettkampf in Podebrady ohne Druck gehen, das als eine Art Vorbelastung für die Deutsche Meisterschaft nutzen. Als mir in der ersten Runde einer in die Hacken latschte und ich noch einen Schuh verlor, war das Malheur komplett. Ich musste stoppen, den Schuh wieder anziehen und einen Zwischenspurt einlegen. Irgendwie habe ich mich nicht so gut gefühlt und habe nach 12,8 Kilometern den Wettkampf beendet.“

Gute Erinnerungen an Naumburg

Brembach gibt zu: „Im Nachhinein habe ich mich doch ein bisschen geärgert, weil Christopher und Hagen so tolle Zeiten geschafft haben. Aber ich musste mich dann unterwegs entscheiden und habe die Reißleine gezogen, um im Hinblick auf die Meisterschaften nicht unnötig Energie zu verschwenden. Es hätte keinen Sinn gemacht, sich noch bis zum Ende zu quälen.“

An die Domstadt in Sachsen-Anhalt hat Nils Brembach gute Erinnerungen. Hier wurde er 2015 schon einmal deutscher Meister im 20 Kilometer Gehen. „Die 1 Kilometer lange Pendelstrecke ist okay. Naumburg hat eine lange Tradition als Gehsport-Veranstalter. Wir starten dort gern. Ich bin fit, will zeigen, dass ich ebenfalls gut trainiert habe“, meint der Sportsoldat, der in Berlin Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Maschinenbau studiert und aus Falkensee stammt. Über Ostern hat er sich daheim ein bisschen entspannt und auch die eine oder andere Leckerei gegönnt. „Aber Schokolade war nicht meine Hauptnahrungsquelle“, meint der Olympia-Teilnehmer von Rio 2016, der sehr auf sportlergerechte Ernährung achtet.

50 km bleiben im Olympia-Programm 2020

Beschäftigt hat ihn in diesen Tagen aber auch die drohende Streichung der 50 Kilometer Gehen aus dem Programm von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. Die Geher starteten eine Petition, sammelten weltweit tausende Unterschriften – mit Erfolg. Der Weltleichtathletikverband IAAF hat auf seiner Council-Tagung in London entschieden, bis 2020 das Programm nicht zu verändern und an den 50 Kilometer Gehen festzuhalten.

Brembach, der auf dieser langen Distanz 2014 deutscher Meister war, weiß, dass das Thema damit längst nicht vom Tisch ist. „Es ist für mich als Geher immer gut, die Wahl zwischen zwei Strecken zu haben. Wenn Entscheidungen getroffen werden, sollten die Betroffenen auch gehört werden. Insofern war die Diskussion nicht umsonst. Wir versuchen ja, mit Leistung zu überzeugen. Wir Geher halten in Deutschland die Fahne für die Leichtathletik mit hoch, das sollte anerkannt werden.“

Starkes Trio aus Potsdam

In Naumburg sei das der Fall, da fühlen sich die Geher zu Hause. Da die Meisterschaften international ausgeschrieben sind, rechnet Brembach, dessen Bestzeit bei 1:20:58 Stunden steht, mit starker Konkurrenz. Dazu gehören ebenso seine Trainingspartner Linke und Pohle. Das Trio von Trainer Ronald Weigel wird einen flotten Gang einlegen. Wie sagte doch Brembach? „Ich muss liefern.“

Von Peter Stein

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