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SC Potsdam Auf die richtige Technik kommt es an
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18:42 08.02.2019
David Storl bevorzugt die klassische Angleittechnik beim Kugelstoßen, am Mittwoch bei „K.o. durch die Kugel“ in der MBS-Arena. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

David Storl, Doppel-Weltmeister im Kugelstoßen, sagt über sich: „Ich bin der letzte Mohikaner.“ Damit meint der 28 Jahre alte Sachse, der am 13. Februar beim Internationalen Meeting „K.o. durch die Kugel“ in der Potsdamer MBS-Arena (19.30 Uhr) antritt, die „aussterbende“ Spezies der Angleittechniker, die als herkömmliche Methode im Kugelstoßen gilt.

Henning Prüfer vom SC Potsdam zeigt die wichtigsten Phasen der Angleit- und Drehstoßtechnik beim Kugelstoßen.

Längst hat sich die Drehstoßtechnik etabliert. In den internationalen Konkurrenzen, wie zuletzt bei Welt- und Europameisterschaften, war Storl als traditioneller Angleiter eher allein auf weiter Flur im Kugelstoßring, der einen Durchmesser von 2,134 Meter hat. Das entspricht aus der Historie heraus dem Maß von sieben englischen Fuß. „Entscheidende Faktoren sind Kraft und Beschleunigung“, sagt Trainer Jörg Schulte vom Bundesstützpunkt Wurf/Stoß in Potsdam. Die Bedeutung der Beschleunigungsfähigkeit ergibt sich aus der Notwendigkeit, die 7,257 Kilogramm (16 englische Pfund) schwere Eisenkugel über die gesamte Stoßbewegung hinweg permanent beim Angleiten zu beschleunigen. Die Hand liegt dabei ständig an der Kugel, die sich zwischen Hals und Kinn befindet und beim Abstoß etwa eine Geschwindigkeit von 14 Metern pro Sekunde hat.

Angleiten mit Schwungbeineinsatz

Schulte hält die Angleittechnik oder Lineartechnik für ästhetischer. „Da kommt es auf eine relativ lange geradlinige Bewegung an“, sagt der Trainer. „Die Drehstoßtechnik beruht auf einer Rotation, technisch liegt das nahe am Diskuswerfen.“ Sein Schützling Henning Prüfer, in der Jugend sowohl im Kugelstoßen als auch im Diskuswerfen erfolgreich, hat sich inzwischen auf Letzteres spezialisiert und wurde im Vorjahr Sechster bei den Deutschen Meisterschaften. Prüfer, der auch für die MAZ beide Kugelstoßtechniken vorführt, meint: „Ich persönlich habe immer die Angleittechnik bevorzugt. Weil zu meiner Jugendzeit galt: Die Großen versuchen sich in der klassischen Technik und die Kleineren in der Drehstoßtechnik. Ich habe das Angleiten so vermittelt bekommen“, erzählt der 22-Jährige vom SC Potsdam. Die Hauptphasen dieser nach dem Amerikaner Parry O’Brien – Olympiasieger 1952 und 1956 – benannten Technik mit dem Rücken zur Stoßrichtung in der Ausgangsstellung sind: Hocke (die Kugel befindet sich in der tiefsten Position), Angleiten mit Schwungbeineinsatz, Umsetzen (Stemmbein an der Innenkante des Stoßbalkens), Streckbewegung, Stoß und Umspringen. Das dauert etwa 0,8 Sekunden.

Größerer Ausstoßwinkel bei Angleiten

Ohne bis ins „fachchinesische“ Detail zu gehen, gibt es ein paar weitere Unterschiede: Bei der Angleittechnik ist der Ausstoßwinkel größer. Beim Drehstoßen kommt die Kugel in der Mitte fast zur Ruhe und der Athlet dreht sich um die Kugel. Der Beschleunigungsweg in der Abstoßphase ist dadurch deutlich kürzer, dies wird aber durch die hohen Winkelgeschwindigkeiten überkompensiert. Die Drehstoßtechniker vollführen eine Sechs-Viertel-Bewegung um die eigene Körperachse. Daraus lässt sich bereits ableiten: Während es bei den Angleitern vor allem auf die Maximalkraft ankommt, können das die Dreher mit schnellerer Bewegung kompensieren. Auftakt bei der Drehstoßtechnik ist die Drehung um die linke Körperseite und die aktive Führung des Schwungbeins Richtung Ringmitte. Dann erfolgt das Umspringen auf das rechte Bein. Beim Drehen kommt es auf eine maximale Verwringung von Hüft- und Schulterachse an. Diese Wirkung wird durch ein aktives Setzen des Stemmbeins noch verstärkt. Beide Füße drehen sich auf dem Ballen ständig weiter, bis beide Fußspitzen in Stoßrichtung zeigen. Kurz vor dem Abstoß – die gesamte Bewegung dauert gerade mal eine Sekunde – erfolgt noch eine explosive Streckung im Fußgelenk des Stemmbeins. Mit dem Abstoß erfolgt ein Umspringen auf das Drehbein zum besseren Ausbalancieren und Halten des Stoßes.

Streuung der Weiten

„Je nach körperlichen Voraussetzungen gibt es dann noch viele Sondertechniken“, berichtet Schulte. Gerade kleinere, kompakt gebaute Sportler bevorzugen die schnelle Drehtechnik. Außerdem ist die Ausfallquote aufgrund der rasanten Drehung höher, das heißt, Drehstoßer machen in der Regel mehr Fehlversuche. Bei ihnen ist auch die Streuung der Weiten oft enorm. „Dafür hauen sie dann mal einen raus“, weiß auch Storl aus leidiger Erfahrung, der oft trotz stabiler Serien mit einem einzigen Stoß der (Drehstoß-)Konkurrenten übertroffen wurde. Trotzdem ist der EM-Dritte überzeugt davon, für sich aufgrund seiner körperlichen Voraussetzungen die beste Technik gefunden zu haben. „Ich muss sie nur richtig anwenden.“

Von Peter Stein

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