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SC Potsdam Wenn der Co-Trainer den Chef vertritt
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17:09 28.12.2018
Lukasz Marciniak als Dirigent an der Seitenlinie bei den Volleyballerinnen des SC Potsdam. Quelle: foto: Gerhard Pohl
Potsdam

Wenn Lukasz Marciniak die Volleyballerinnen des SC Potsdam zur taktischen Spieltagsvorbereitung bittet, dann kann er seine analytischen Fähigkeiten voll zur Geltung bringen. Der Pole hat tausend Dinge im Kopf, die Statistiken des Gegners parat. Wenn der SC am Sonntag (16 Uhr) in der Bundesliga beim VfB Suhl antritt, wird der Co-Trainer allerdings noch mehr Verantwortung an der Seitenlinie übernehmen. Weil Cheftrainer Guillermo Naranjo Hernández in seinem Zweitjob als Nationaltrainer der griechischen Frauen-Nationalmannschaft im Ausland gefordert ist, wird er von Marciniak vertreten.

Das ist nicht neu für den 28-Jährigen. Bereits Anfang Dezember vertrat er den damaligen Cheftrainer Davide Carli zweimal – und sowohl in Erfurt als auch gegen Aachen holte der SC Potsdam drei Punkte. Nicht weniger sollen es auch am Sonntag sein. „Das wird ein schweres Spiel für uns“, meint Sportdirektor Toni Rieger. „Suhl ist stark in die Saison gestartet, liegt als Siebter nur zwei Plätze hinter uns. Umso wichtiger wäre ein Sieg.“

Zu Hause in Gostyn

Marciniak sieht das genauso: „Drei Punkte zu holen, muss unser Ziel sein. Das schaffen wir nur, wenn alle 100 Prozent geben. Deshalb müssen wir vom ersten bis zum letzten Ball konzentriert bleiben. Das ist die große Kunst im Volleyball.“

Marciniak liebt und lebt für diesen Sport. Bereits seine Mutter Elzbieta spielte Volleyball. Er stammt aus der rund 20 000 Einwohner zählenden Stadt Gostyn, 70 Kilometer südlich von Poznan gelegen. Bis zu seinem 17. Lebensjahr spielte er Volleyball, ehe Knieverletzungen und -operationen eine Fortsetzung der Aktivenlaufbahn verhinderten. Marciniak, der noch eine drei Minuten ältere Zwillingsschwester Maja und eine drei Jahre ältere Schwester Joanna hat, besitzt einen Master-Abschluss für Sport-Physiotherapie. „Diese Kenntnisse helfen mir auch als Trainer, gerade wenn es um die körperliche Belastungsfähigkeit geht.“ Er begann nebenher bei Volleyball-Teams als Scout zu arbeiten. So war er bei den polnischen Erstligisten Rzezow (2015/16) und Bielsko-Biala (2016 bis 2018) tätig, ehe er sich in Potsdam bewarb.

Volleyball ist in Polen sehr populär

Dass nun mitten in der Saison der Cheftrainer ausgewechselt wurde, nimmt Marciniak professionell. „So ist das manchmal im Sport.“ Er versuche, Naranjo Hernández so gut wie möglich zu unterstützen. „Wir haben eine Mannschaft mit viel Potenzial und können eine gute Saison spielen. Aber wir müssen weiter hart arbeiten und üben“, fordert der Linkshänder, dessen ebenso aus Gostyn stammende Freundin Agata in Brno in der 1. Liga in Tschechien ebenfalls Volleyball spielt. Dieser Sport habe in Polen einen hohen Stellenwert, komme in der Popularität gleich hinter Fußball. Viele Spiele würden live im Fernsehen übertragen. Auftritte der Volleyball-Nationalmannschaft seien ein Straßenfeger, schwärmt Marciniak, der über Weihnachten daheim war. Zum Fest kam traditionell Karpfen auf den Tisch. Vier Stunden fahre er mit dem Auto bis nach Potsdam. „Von Bielsko-Biala war es genauso weit bis nach Hause“, berichtet er mit einem Schmunzeln.

Co-Trainer in Norwegen

Marciniak hat einen guten Draht zur Mannschaft. Die Spielerinnen sehen kein Problem darin, wenn der Chefcoach mal nicht da ist. „Lukasz macht das gut“, findet Mittelblockerin Nathalie Wilczek.

Übrigens hat auch Marciniak noch einen Zweitjob, ist beim norwegischen Volleyball-Nationalteam der Männer Assistenzcoach von Tore Aleksandersen, der viele Jahre erfolgreich beim deutschen Frauen-Meister Schweriner SC arbeitete. Nächste Woche geht es für die Skandinavier in der EM-Qualifikation gegen Georgien und Weißrussland. Marciniaks Volleyball-Knowhow ist auch dort gefragt.

Von Peter Stein

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