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SC Potsdam Wiedersehen mit Kimberly Drewniok
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18:41 05.02.2018
Diagonalangreiferin Kimberly Drewniok (l.) bot zuletzt gegen Münster eine starke Leistung und erzielte 19 Punkte. Quelle: Foto: imago
Potsdam

Wenn die Volleyballerinnen des SC Potsdam am Mittwoch Abend (18.30 Uhr, Sport1) in der Bundesliga beim VC Wiesbaden antreten, dann gibt es auch ein Wiedersehen mit Kimberly Drewniok. Die Diagonalangreiferin war im Sommer nach Hessen gewechselt und spielt bisher – im Gegensatz zum SC Potsdam – eine starke Saison. Während die Havelstädterinnen auf Rang acht verharren, sind die Hessinnen dank des jüngsten 3:1-Sieges gegen den USC Münster auf Rang vier vorgerückt. Dabei bot Kimberly Drewniok mit 19 Punkten, darunter vier Asse beim Aufschlag, erneut eine gute Vorstellung.

Chance für ein Talent

Ihr Trainer Dirk Groß sagt: „Wir haben sie als junges Talent zu uns geholt. Wir haben ihr die Tür geöffnet und sie ist durchgegangen. Sie hat sich bei uns als Diagonalangreiferin durchgesetzt. Sie schafft mehr und mehr eine stabile Leistung. Wir dürfen aber nicht vergessen, sie ist erst 20 Jahre alt. Da gibt es auch mal Rückschläge. Aber sie macht ihre Sache sehr gut. Sie hat ja auch einen Vertrag für zwei Jahre bekommen, weil wir an ihre Zukunft glauben.“

Die junge Nationalspielerin konnte das Vertrauen bisher rechtfertigen. Sie war nicht im Groll aus Potsdam weggegangen. Aber nur die Nummer zwei hinter Marta Drpa auf der diagonalen Hauptangriffsposition zu sein, zumal beide Linkshänderinnen sind, damit wollte sich Kimberly Drewniok nicht abfinden. Sie schätzt nun ein: „Ich habe den Wechsel nicht bereut. Mir geht es hier in Wiesbaden sehr gut. Ich wollte mehr Spielpraxis – und die habe ich bekommen.“ Dass sie sich in Potsdam auch wohl gefühlt hat, bestätigt sie ohne Umschweife: „Wir haben uns in der Mannschaft super verstanden. Ich konnte von Marta Drpa sehr viel lernen. Aber nach dem Abschluss meines Abiturs voriges Jahr in Berlin wollte ich mich mal ganz auf Volleyball konzentrieren. Ich freue mich daher, dass wir mit Wiesbaden derzeit so gut dastehen. Natürlich wollen wir unseren vierten Platz verteidigen und gegen Potsdam gewinnen.“

Variabler im Angriff

Die 1,88 Meter große Spielerin, die wie in Potsdam beim VC Wiesbaden auf dem himmelblauen Trikot weiter die Nummer 8 trägt, hat noch Kontakt zu einigen Potsdamerinnen wie Marta Drpa, Ljubica Kecman, Anne Hölzig oder Ann-Marie Knauf. Mit Anne Hölzig spielte Kimberly Drewniok einst auch beim VC Olympia in Berlin, wo das aus Menden (Nordrhein-Westfalen) stammende Talent zur Jugend-Nationalmannschaft stieß. Ihre stärkste Waffe ist der harte Angriffsschlag mit dem linken Arm. „Da ist sie inzwischen variabler geworden“, sagt ihr Trainer Groß. Auch im Block und in der Annahme habe sie sich verbessert. „Wir arbeiten weiter“, so der VCW-Coach und schließt dabei das Krafttraining mit ein. Dadurch bekam die Frau mit dem lockigen Schopf – „die Haare zu waschen gehört bei mir zum festen Ritual vor jedem Spiel wie das Nudeln essen“ – die gesundheitlichen Probleme mit dem rechten Knie in den Griff. „Toi, toi, toi, das Knie hält bisher der Dauerbelastung stand, ich bin da dran mit ordentlichem Krafttraining“, meint die Spielerin, die Volleyball stets mit Leidenschaft und Emotionen verbindet. „Das gehört für mich beim Spiel dazu. Wenn es eine gelungene Aktion gibt, kann man das auch zeigen und sich darüber freuen“, erzählt Kimberly Drewniok, die mit Wiesbaden im Pokalfinale steht.

Wiesbaden hat eine andere Mannschaft

Sie wird den nächsten Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen. „Erstens freue ich mich besonders auf dieses Spiel, weil ich die meisten Potsdamerinnen gut kenne. Zweitens brauchen wir jeden Punkt, um den vierten Platz bis zum Beginn der Playoffs zu verteidigen.“ Von einem speziellen Duell gegen ihre einstige Lehrmeisterin Marta Drpa will sie indes nichts wissen. „Hier spielt nicht Drewniok gegen Drpa, sondern Wiesbaden gegen Potsdam. Da muss auch das Zusammenspiel klappen“, meint auch Trainer Groß und ergänzt: „Wir werden Potsdam nicht unterschätzen, sie sind besser, als es der Tabellenstand ausweist. Wenn man schlecht in die Saison gestartet ist, kommt man schwer da unten wieder raus.“ Auch dass Wiesbaden in der Vorsaison Potsdam im Viertelfinale rauswarf, sei nicht mehr von Belang. „Wir haben jetzt eine ganz andere Mannschaft“, sagt Groß.

Sein Potsdamer Kollege Carli hat aufmerksam registriert, wie sich Kimberly Drewniok in Wiesbaden gemausert hat: „Kimmi spielt eine tolle Saison. Schon im Hinspiel hat sie in Potsdam aufgetrumpft.“

SC Potsdam wieder live im TV

Die Potsdamerinnen werden langsam zum TV-Dauerbrenner. Nach dem Spiel gegen Schwerin (0:3) am vergangenen Mittwoch kommt es nun morgen (18.30 Uhr) in Wiesbaden zum nächsten Bundesligaspiel live auf Sport 1.

„Wiesbaden hat eine starke Mannschaft und aktuell eine gute Form“, schätzt Potsdams Trainer Davide Carli den Gegner ein, der trotz der Niederlage gegen Schwerin positive Dinge aus der Partie ziehen will. „Wir haben einige gute Sachen gemacht. Natürlich haben wir nicht die Qualität von Schwerin. Aber darauf lässt sich in Wiesbaden aufbauen“, so der Italiener.

Ob er wieder mit Ljubica Kecman statt Sophie Dreblow als Libera spielen wird, ließ der Coach indes offen. Da wollte er sich vorab nicht zu sehr in die Karten schauen lassen. „Wir haben gegen Wiesbaden auf jeden Fall eine Chance. Ich will immer gewinnen.“ Das Hinspiel in Potsdam im November hatte Wiesbaden mit 3:1 gewonnen.

Auch auf die Frage, ob er nicht neidisch auf den vierten Platz der Wiesbadenerinnen sei, meinte Carli: „Ich will nicht Vierter, sondern Erster werden. Dafür bin ich Sportler.“ Der 34-Jährige spricht ansonsten von einer Drei-Klassen-Gesellschaft in der Bundesliga: Oben stehen Dresden, Stuttgart und Schwerin. Dann folgen Wiesbaden, Münster und Aachen. Dahinter kommen Vilsbiburg, Potsdam und Suhl.

Potsdam empfängt im „Sechs-Punkte-Spiel“ am Samstag die Thüringerinnen im Kampf um Platz acht, der zur Playoff-Teilnahme berechtigt. „Wir schauen erst auf Wiesbaden, dann kommt Suhl“, macht Carli deutlich, dass er schon am Mittwoch möglichst Zählbares in Wiesbaden holen will.

Von Peter Stein

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